Spielberichte
15. Spieltag, 30.11.2019
VfL Bochum vs. FC Erzgebirge Aue 2-0

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Vonovia Ruhrstadion Bochum, Sonnabend 30. November 2019
(Kick off 13:00 Uhr)


Aue unterliegt beim VfL Bochum


Der FC Erzgebirge Aue hat verdient mit 0-2 beim VfL Bochum verloren. Die Veilchen waren über weite Strecken des Spiels über offensiv zu harmlos und erarbeiteten sich kaum echte Chancen. Dafür glänzte die Defensive, die sich erst in der 61. Minute überrumpeln ließ. In den Schlussminuten musste sich Aue in Unterzahl gegen die Niederlage wehren und fing sich nach einem Konter das 0-2 ein. „Wir standen über weite Strecken zu tief und sind kaum aus der eigenen Hälfte gekommen", sagte Aues-Mittelfeldspieler Baumgart und kritisierte den insgesamt schwachen Auftritt: "Es war insgesamt zu wenig von uns. So kannst du keine Punkte in der Liga holen." Bochums-Keeper Manuel Riemann musste während des gesamten Spiels allerdings nicht einen ernsthaften Ball abwehren.

Aues Trainer Dirk Schuster musste sein Mittelfeldzentrum ersetzen, Riese und Fandrich fehlten gesperrt (beide 5. Gelbe Karte). Dafür rückten daher Wydra und Samson in die Startelf. Nach vorn spielte über weite Strecken in

der ersten Hälfte nur der Gastgeber Bochum. Aue zog sich weit zurück, verteidigte unfassbar tief und machte dem VfL um Torkanone Silvere Ganvoula (11 Treffer in Liga und Pokal) das Leben schwer. Er scheiterte aber aus 16 Metern am wachen Männel (5.). Bochum lief unermüdlich an und suchte nach der Lücke. Meist vergebens. So blieben nur Distanzschüsse, die den Kasten von Aue-Kapitän Männel entweder verfehlten oder von Tesche (19.) und Blum (22.) für kleine Gefahr sorgten. Richtig brenzlig wurde es nur beim Freistoß von Blum. Der Bochumer Scharfschütze drosch das Leder aus 16 Metern an die Latte (30.), beim Nachschuss von Losilla stand sein Mannschaftskollege Decarli im Abseits.
Aue schien bemerkt zu haben, dass etwas Entlastung nicht schaden könnte, die Veilchen bemühten sich nun um mehr Ballbesitz auch in der gegnerischen Hälfte. Die wenigen Abschlüsse landeten aber deutlich über oder neben dem Tor. Weil den Angriffsversuchen die Struktur und auf der Gegenseite Bochum die zündenden Ideen fehlten, blieb es folgerichtig beim 0-0 zur Pause.

In den ersten Minuten nach Wiederbeginn zeichnet sich hier nur bedingt ein anderes Bild ab, als noch in Durchgang Eins. Wieder übernimmt der VfL ganz klar das Geschehen und drängt Aue in die eigene Hälfte. Jetzt sah man aber, dass die Gäste etwas mutiger agieren wollten. Der erste nennenswerte Abschluss durch Krüger (50.), nach Zuspiel von Testroet, landete noch in den Zuschauerrängen. Doch der zweite war schon besser. Auf halblinks drang er in den Bochumer Strafraum ein und knallte seinen folgenden Linksschuss an den linken Außenpfosten (57.). Da stöhnte der 450-Man starke Gästeanhang schon mal auf.

Danach konzentrierten sich die Gäste wieder mehr auf die Abwehrarbeit, das ging bis zur 61. Minute gut, dann tat sich eine Riesenlücke im zentralen Abwehrzentrum auf in der Mutterseelenallein Losilla, nach feinem Zuspiel von Pantovic, spazierte und zum 1-0 Führungstreffer traf. Jetzt musste sich Aue von seiner Mauertaktik verabschieden. Auch wenn der Wille da war, offensiv gelang den Erzgebirger nur sehr wenig. Aue blieb gegen starke Gastgeber erfolglos auf Ideenfindung. Nur beim Kopfball von Samson (71.) und beim Versuch des nach vorn geeilten Mihojevic (75.) lag Torgefahr in der Luft. Die Gäste bissen aber bis in die Nachspielzeit und drängten aufs Ausgleichstor. Auch als sich Aue in den letzten Minuten noch eine Gelb-Rote Karte einfing. Mihojevic sah nach einem Laufduell mit Ganvoula in der 85. Minute die umstrittente Ampelkarte. Die zehn "Veilchen" wehrten sich bis zum Schluss, liefen aber in einem Konter. Ganvoula schickt Zoller auf rechts gegen aufgerückte Gäste auf die Reise, seine flache Hereingabe stochert Samson vor dem einschussbereiten Wintzheimer ins eigene Netz. (Burg)

Trainerstimmen
Dirk Schuster (Aue): "Wir kamen nur sehr schwer ins Spiel. Wenn wir mal einen Ball erobert haben, haben wir ihn sehr schnell wieder hergeschenkt. Nach einer halben Stunde waren wir besser im Spiel, hatten besseren Zugriff und eine bessere Raumeinteilung. Wir hatten zwei, drei Möglichkeit vor dem gegnerischen Tor, die wir allerdings nicht so abgeschlossen haben, dass ein Tor dabei herausspringt. In der zweiten Halbzeit war es eine Partie, die kein hohes Niveau hatte vom Spielerischen. Wir wurden mutig, haben unglücklich das Gegentor bekommen. Dann war es sehr schwer für uns. Wir haben es mit allem was wir hatten versucht. Ich denke, dass der Sieg des VfL nicht unverdient ist, weil sie mehr in die Partie investiert haben."

Thomas Reis (Bochum): "Wir wussten, dass wir heute sehr viel Geduld haben müssen, weil Aue eine sehr gute Verteidigung hat und immer wieder auch die Wege in die Tiefe sucht. Doch wir waren sehr gut vorbereitet. Ich glaube auch, dass der Sieg verdient ist. Wir haben in der Halbzeit noch einmal versucht, Dinge zu korrigieren. Die Passschärfe hat mir teilweise gefehlt. Endlich haben wir mal zu null gespielt – ich glaube, da hat die ganze Mannschaft drauf gewartet. Umso schöner natürlich, dass wir es gegen Aue geschafft haben, die wirklich eine sehr gute Runde spielen. Wir können heute kurz durchatmen, doch sehen auch wie eng die Liga immer noch ist. Der Sieg heute war sehr wichtig."

Bochum: Riemann – Gamboa, Decarli, Bella-Kotchap, Danilo Soares – Losilla, Tesche – Pantovic (78. Zoller), Lee (86. Wintzheimer), D. Blum – Ganvoula

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel – Rizzuto, Mihojevic, Gonther, D. Kempe – Wydra (73. Zulechner), Samson, Krüger (86. Sessa), Nazarov, Baumgart (80. Daferner) – Testroet

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler)

Zuschauer: 14.794 (davon 450 Auer Fans)

Tore: 1-0 Losilla (61.), 2-0 Samson (90. +4/ET)

Reservebank Aue: Jendrusch - Cacutalua, Kusic, Ciftci, Strauß, Kupusovic

Gelbe Karten: Losilla (32.), Danilo Soares (71.) / Mihojevic (29.), Baumgart (72.), Zulechner (81.)

Gelb-Rote Karte: Mihojevoc (84.) - nach wiederholtem Foulspiel

Die mitgereisten Auer Fans gedachten den am 23. November 2019 verstorbenen Auer Torwart Klaus Thiele. Er absolvierte 258 Pflichtspiele für Wismut. Für die DDR Nationalmannschaft bestritt er 4 Länderspiele. Foto: Burg