Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

18. Spieltag - Dienstag, 26.01.2021 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - Würzburger Kickers 2:1 (0:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther, Florian Ballas, John-Patrick Strauß (46. Calogero Rizzuto) - Clemens Fandrich, Ognjen Gnjatic (74. Ben Zolinski) - Jan Hochscheidt, Dimitrij Nazarov (87. Louis Samson), Florian Krüger (89. Philipp Zulechner) - Pascal Testroet; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Sascha Härtel, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic, Tom Baumgart

Würzburger Kickers: Hendrik Bonmann - Rolf Feltscher, Hendrik Hansen, Christian Strohdiek, Arne Feick - Nzuzi Toko (88. Stefan Maierhofer) - Patrick Sontheimer (87. Tobias Kraulich), David Kopacz (70. Mitja Lotric), Dominik Meisel - Marvin Pieringer (79. Frank Ronstadt), Ridge Munsy (70. Dominic Baumann); Trainer: i.V. Benjamin Sachs

Kader: Fabian Giefer, Lars Dietz, Douglas Franco Teixeira, Martin Hasek

Tore: 0:1 Ridge Munsy (52.); 1:1 Florian Krüger (78. / Pascal Testroet); 2:1 Florian Ballas (85. / Florian Krüger)

Schiedsrichter: Timo Gerach (Landau)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Steve Breitkreuz, Dimitrij Nazarov (4.) / Mitja Lotric, Tobias Kraulich, David Kopacz, Hendrik Hansen

Aue startet mit Sieg in Rückrunde - 600. Auer Zweitligator von Krüger

Jubel in Aue. Der FC Erzgebirge Aue ist mit einem späten und knappen 2-1 Sieg in die Rückrunde gestartet und machte Dirk Schuster bei seinem 50. Pflichtspiel als FCE-Coach das schönste Geschenk! Gegen das Schlußlicht Würzburg sah es lange nicht nach einem Sieg aus. Erst in der letzten Viertelstunde retteten Krüger (78.) und Ballas (86.) mit ihren Toren das Spiel und sicherten die drei Punkte. Beim Ausgleich durch Krüger wurde das 600. Auer Tor in der Zweitliga-Geschichte notiert. Ballas traf dann mit einem sehenswerten Distanzschuß in den rechten Winkel zum Siegtreffer und trug sich zum ersten Mal in die Auer Torschützen-Liste ein. Er war somit der 108. Torschütze in Reihen der Veilchen in der 2. Bundesliga.

Würzburgs Coach Bernhard Trares, durfte den Stadioninnenraum nach seiner Roten Karte am Wochenende laut DFB-Urteil nicht betreten durfte. Er sah das Spiel oben von der Haupttribüne. Aues Trainer Schuster schickte beim Anpfiff genau dasselbe Personal auf den Platz, das am Freitag beim 1-0 Sieg in Osnabrück begonnen hatte.

In einer ausgeglichenen Anfangsphase stand die Würzburger Defensive kompakt und hielt die Gastgeber vom eigenen Gehäuse fern. Einzige Außnahme war ein geblockter Schußversuch von Testroet (8.). Danach scheiterte Aue meist an eigenen Ungenauigkeiten, die Gäste wurden zudem mutiger. Würzburger kämpfte sich gut in die Partie und störte immer wieder den Aufbau von Aue erfolgreich. Angetrieben vom ballsicheren Kopacz kamen sie in der 26. Minute zur besten Chance. Doch Pieringer haute den Ball aus sieben Metern und aussichtsreicher Schußposition um Zentimeter rechts neben den Kasten. Im Gegenzug zeigen die Veilchen ebenfalls eine gute Kombinationsstafette. Über Testroet und feiner Weiterleitung von Fandrich schiebt Krüger (27.) den Ball von links aus spitzem Winkel aber knapp am langen Eck vorbei. Dann verpaßt Testroet (30.) am langen Pfosten ein Krüger-Flanke artistisch nur knapp. Über weite Strecken bleibt das Auer Spiel zu statisch. Bis zum Halbzeitpfiff verzeichnete der Tabellenletzte mehr Torabschlüsse. Männel steht bei einem Versuch von Kopacz (35.) jedoch goldrichtig, wie auch beim Schuß vom Ex-Auer Munsy (39.) der von Meisel schön bedient wurde. Der bringt es aber offenbar nicht übers Herz, seinem Ex-Klub einen einzuschenken und schießt aus zehn Metern in die Arme von Männel. Ein 20-Meter Schuß von Feick (42.) geht über den Kasten.

Der zweite Durchgang war gerade wieder angepfiffen, da ließ Krüger die Riesenchance zur Auer Führung liegen: Eine Hochscheidt-Flanke traf er freistehend drei Meter vor dem Tor unglücklich mit der rechten Schulter (47.). Im gegenüberliegenden Strafraum packte Männel nach einem abgefälschten Hansen-Kopfball zu (50.). Zwei Zeigerumdrehungen später war der Auer Schlußmann dann machtlos: An der Strafraumkante geht der Schweizer nach Zuspiel von Feick ziemlich leicht zwischen Ballas und Gonther durch und jagt die Kugel dann aus der Drehung aus relativ spitzem Winkel krachend hoch ins kurze Eck. Männel kann nicht viel ausrichten gegen seinen Ex-Kollegen. Der Stürmer lief in der Rückrunde der Saison 2017/18 für die Auer auf. In 17 Spielen schoss er 3 Tore.

Die Gastgeber erhöhen nun sichtlich den Druck und kommen auch zu guten Möglichkeiten. Zuerst ist ein Paß von Nazarov in die Tiefe für Testroet (58.) einen Tick zu lang. Dann kann Krüger (61.) eine Fandrich-Eingabe mit dem Kopf nicht richtig platzieren - Bonmann hat keine Mühe. Auf der Gegenseite musste Männel gegen Kopacz (62.) in höchster Not retten. Der Auer Keeper reagiert stark und pariert den Flachschuss des Würzburgers mit dem ausgefahrenen linken Bein. Als die Zeit immer weiter runterlief läßt sich Würzburg bei einer eigenen Ecke auskontern weil sie hinten überhaupt nicht absichern. Nazarov schlägt einen Ball aus dem eigenen Strafraum weit nach vorn. Testroet und Krüger laufen zu zweit aufs Tor zu. Sontheimer gibt nur Begleitschutz, kann Testroet nicht stellen. Vor Keeper Bonmann legt der ballführende Testroet quer und Krüger knallt den Ball hoch ins linke Eck (78). Es war das neunte Saisontor für den U-21-Nationalspieler. Jetzt waren die Veilchen obenauf und rennen weiter an. Krüger behauptet den Ball am linken Strafraumeck und legt dann zurück in den Lauf von Ballas. Der trifft den Ball perfekt und netzt mit der rechten Innenseite ins rechte obere Dreieck (85.). Aue verdiente sich am Ende die drei Punkte, weil sie trotz Rückstandes immer dranblieben und dann die Gunst der Stunde eiskalt nutzten. (Burg)

Trainerstimmen

Benjamin Sachs (Würzburg): "Glückwunsch an Erzgebirge Aue. Wir hatten uns viel vorgenommen, kamen gut ins Spiel. Wir haben auch taktisch die Aufgaben gut gespielt. Dann kam Aue mit der ersten Situation nach dem Wechsel. Ich habe viele Chancen auf beiden Seiten gesehen. Wir machen das 1-0, das ist das, was du brauchst. Haben das zweite auf dem Fuß. Das machen wir nicht, das 1-1 war naiv verteidigt. Er ist mit der Hacke im Abseits, das kommt auch noch dazu. Wir standen immer tiefer. Das war am Ende brutal."

Dirk Schuster (FC Erzgebirge Aue): "Es war ein ausgeglichenes Spiel. In der ersten Halbzeit haben sich beide neutralisiert. Wir wussten, was auf uns zukommt. Wir konnten heute eigentlich nur verlieren. Wir hatten Respekt. Wenn du dann in Rückstand gerätst, wird es schwer für uns. Wir haben aber die Geduld behalten. Nach dem 0-1 haben wir dem Gegner fast das 0-2 serviert. Wir haben aber nicht den Glauben verloren. Das Ausgleichsgeschenk haben wir dankend angenommen. Dann der Sonntagsschuss von Ballas. Wenn du weiter oben stehst, fliegt so einer auch mal rein. Ich bin stolz, dass wir das mit Ruhe weitergespielt haben."