Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

3. Liga 2009/10

Spielbericht

38. Spieltag - Samstag, 08.05.2010 - 13:30

Werder Bremen II - FC Erzgebirge Aue 2:1 (1:0)


Werder Bremen II: Sebastian Mielitz - Stefan Ronneburg, Dominik Schmidt, Sandro Stallbaum, Niklas Andersen - Onur Ayik (70. Bernd Gerdes), Nicolas Feldhahn, Tobias Kempe, Addy-Waku Menga - Sandro Wagner, Marko Futacs (78. Patrick Derdak); Trainer: Thomas Wolter

FC Erzgebirge Aue: Stephan Flauder - René Klingbeil, Marco Stark, Sven Schaffrath, Thomas Birk - Jörn Wemmer (59. Nico Klotz), Marc Hensel, Jan Hochscheidt, Bashiru Gambo (46. Skerdilaid Curri), Manuel Hiemer (65. Alban Ramaj) - Sebastian Glasner; Trainer: Rico Schmitt

Tore: 1:0 Nicolas Feldhahn (34.); 1:1 Sebastian Glasner (71.); 2:1 Tobias Kempe (77.)

Schiedsrichter: Marco Achmüller (Freyung)

Zuschauer: 2307

Gelbe Karte: Stefan Ronneburg (2.), Dominik Schmidt, Addy-Waku Menga, Patrick Derdak / Skerdilaid Curri (4.), Alban Ramaj (5., gesperrt), Thomas Birk (2.)

Aue verpaßt Meisterschaft

Die Aufstiegshelden aus Aue wollten in Bremen den Aufstieg in die 2. Bundesliga noch mit der Meisterschaft in der Dritten Liga krönen, mussten aber am 38. Spieltag und letzte Spieltag noch den VfL Osnabrück in der Tabelle vorbeiziehen lassen, der mit 1-0 in Burghausen gewann. Für Aues Trainer Rico Schmitt war dies ärgerlich, "doch konnte diese Niederlage nicht über die Gesamtleistung hinwegtäuschen. Wir sind froh und glücklich es geschaftt zu haben". Das sie es überhaupt geschafft haben, den nie für möglich gehaltenen Aufstieg, war dann für die meisten Verantwortlichen des FCE, Sponsoren und Fans das wichtigste überhaupt. Da wurde das letzte Meisterschaftsspiel auf Platz 11 in Sichtweise des grossen Bremer Weserstadions dann doch nur eine Pflichtaufgabe die es ordentlich zu erfüllen galt. Schmitt wollte den einen oder anderen Spieler aus der 2. Reihe noch einmal unter Wettkampfbedingungen spielen sehen und sah insbesondere in Hälfte eins zwei Mannschaften die darauf aus waren sich nicht weh zu tun. Anders ausgedrückt: Dieses Match hatte nur Freundschaftsspielcharakter.

Aue hatte in Halbzeit Eins etwas mehr vom Spiel und kam auch zu einigen halben Chancen, doch ihr Spiel war nicht zielstrebig genug um das Bremer Tor ernsthaft zu gefährden. Zwei Kopfbälle von Wemmer (5.) und Stark (24.) nach Standards, sowie ein Glasner-Freistoß (23.), waren einfach zu wenig für den Aufsteiger. Bremen ging mit den ersten Torschuß in Führung. Nach einer abgewehrten Ecke zog der Ex-Auer Feldhahn aus ca. 20 Meter einfach mal ab. Keine Chance für Flauder im Auer Tor, dem die Sicht versperrt war. Auch nach diesen Treffer gab es viel Leerlauf auf beiden Seiten.

Nach dem Seitenwechsel waren die Gäste sofort um den Ausgleich bemüht, ihre Angriffen fehlten aber immer noch die Durchschlagskraft. Schmitt versuchte mit drei Neuen Spielern die Offensive zu unterstützen. Curri und Klotz hatten viel Ballbesitz, doch irgendwie war die Luft raus aus dieser langen kräftezehrenden Saison. Als dann nach einem Mißverständnis von Stallbaum und Werder-Torwart Mielitz, Glasner zu seinem insgesamt 10. Saisontreffer zum Ausgleich einschob, keimte noch einmal Hoffnung auf, den Platz als Sieger zu verlassen. Dieses Tor war zugleich das 100. Tor der Veilchen in der noch jungen neuen 3. Liga. Aue spielte nun voll auf Sieg und wollte die Meisterschaft, lief aber in einen Konter der Bremer. Kempe (77.) nutzte eine Unübersichtliche Situation, als die Gäste den Ball nicht wegbekammen und trifft per 18 Meter Flachschuss zum Siegtreffer. Danach versuchten die Auer alles, doch die Bremer verwalteten clever den knappen Vorsprung. Bitter war auch das Werder ganze dreimal aufs Auer Tor schoss und zweimal lag der Ball im Netz.

Für die vielen mitgereisten Auer Schlachtenbummler, Stolze 1.650 waren die 500 Kilometer bis an die Weser gefahren, war das beim Apfiff der Partie völlig egal. Sie stürmten den Rasen und feierten den sensationellen Aufstieg ihrer Lila-Weißen Helden. Insgesamt folgten 14.000 Fans ihre Mannschaft in dieser Saison kreuz und quer durch die Stadien der Dritten Liga bei jeden Wind und Wetter. Diese Treue ist es, auf die der Verein auch in der kommenden Saison bauen kann. Trainer Rico Schmitt schüttelte anschließend viele glückliche Hände. Von ihm und der Mannschaft ist seit der Walpurgisnacht sowie nichts mehr wie es vorher war. Zusammen mit Osnabrück holte man zu Hause die meisten Punkte (je 48) und steht in der Rückrundentabelle (37 Punkte) unangefochten auf Platz 1.

Rico Schmitt: "Der 30. April geht in die Geschichtsbücher ein, danach war bei vielen Spieler nach diesen Emotionen verständlicherweise Pause. Dies soll aber nicht als Alibi für die heutige Niederlage gewertet werden". Auch Trainerkollege Thomas Wolter von der U23 reihte sich in die Schar der Gratulanten zum Zweitligaaufstieg ein: "Glückwunsch zu dieser Riesenleistung auch von unserer Seite aus". (Burg)