Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

Oberliga Nordost, Staffel Süd 1992/93

Spielbericht

27. Spieltag - Freitag, 26.03.1993 - 19:00

FC Erzgebirge Aue - FSV Wismut Gera 3:0 (3:0)

FC Erzgebirge Aue: Jörg Weißflog - Milan Havlik, Volker Schmidt, Enrico Barth (46. Ronny Thielemann) - Thorsten Pöhland, Ronald Färber, Jens Möckel, Gorazd Mihailov (73. Jörg Leonhardt) - Jan Schmidt, Thomas Pfüller, Maik Faßl; Trainer: Lutz Lindemann

FSV Wismut Gera: Bernd Pfeiffer (37. Sandro Schorrig), Dirk Gottschalk - Nicki Granderath, Jens Dambon - Sven Ziegengeist, Silvio Rößiger, Torsten Feetz, Thomas Hohlfeld, Peter Kunzmann, Bert Ullrich, Matthias Jacob; Trainer: Udo Korn

Tore: 1:0 Maik Faßl (16.); 2:0 Maik Faßl (22.); 3:0 Jan Schmidt (25.)

Schiedsrichter: Markus Kokel (Kamenz)

Zuschauer: 550

Gelbe Karte: Volker Schmidt / Bert Ullrich

Bei Halbzeit alles klar

Mit Wismut Gera stellte sich am Freitagabend unter Flutlicht eine Mannschaft aus dem Mittelfeld, bar jeder Abstiegssorgen, im Erzgebirgsstadion vor. Der angestrebte Punktgewinn der Gäste rückte allerdings in weite Ferne, da Gera gleich auf vier verletzte bzw. erkrankte Abwehrspieler verzichten mußte (Zipfel, Palke, Lublow und Patzer). Winterliche Bedingungen mit einer zehn Zentimeter hohen Neuschneedecke stellten die Akteure beider Teams vor zusätzliche Schwierigkeiten. Dennoch erlebten die wenigen Zuschauer, die trotz des schlechten Wetters gekommen waren, eine vornehmlich in der ersten Halbzeit durchaus kurzweilige Partie.

Der Gastgeber begann mit dem Schwung des erfolgreichen Vorwochenspiels gegen Zwickau und setzte den Gegner von Beginn an unter Druck. So konnte sich Geras Torhüter Gottschalk in der Anfangsviertelstunde gleich dreimal auszeichnen, als er gute Chancen durch Färber, Mihailov und Volker Schmidt mit gutem Stellungsspiel und reaktionsschnellen Paraden zunichte machte. Deutlich wurde bereits in dieser Phase, daß die völlig umgestellte Gästeabwehr dem stürmischen Angriffsspiel der Erzgebirgself nicht standhalten würde.

Den ersten Beweis lieferte in der 16. Spielminute Faßl, der an der linken Strafraumgrenze gleich zwei Geraer Verteidiger ausspielte und anschließend von der Mittelposition scharf und plaziert mit Flachschuß das 1:0 erzielte. Kurz danach hatte Pfüller eine gute Einschußchance, doch seinen Flachschuß aus 16 Meter Entfernung konnte Gottschalk gerade noch zur Ecke abwehren. Doch der anschließende Eckball brachte bereits die Vorentscheidung. Wieder war es Faßl, der völlig unbedrängt am kurzen Pfosten das runde Leder, diesmal mit dem Kopf, in das Geraer Tor beförderte. Die Geraer Abwehr war zu diesem Zeitpunkt völlig überfordert und schien einem Desaster entgegenzugehen. So hatte Färber bereits eine Minute nach dem 2:0 eine Riesenchance zur Resultatserhöhung, doch allein vor Gottschalk verzog er den Ball knapp neben das Gästetor.

In der 25. Minute folgte aber dann bereits das 3:0 durch Jan Schmidt, der nach einem Lattenknaller von Pfüller den zurückspringenden Ball nur noch über die Geraer Torlinie zu schieben brauchte. Wie sehr die Gäste unter dem enormen Angriffsdruck der Gastgeber zu leiden hatten, zeigte die Tatsache, daß Gera erst in der 33. Minute zu seiner ersten Chance kam, als ein Schuß von Granderath über das Auer Gehäuse zischte. Erst jetzt konnten sich die Gäste etwas freispielen und erlaubten nur noch Faßl eine gute Torchance, der in der 42. Minute mit einem Heber fast seinen dritten Treffer erzielt hätte. Leider senkte sich das Leder knapp hinter die Geraer Torlatte des leeren Gehäuses. Gottschalk war da bereits ausgespielt.

Die zweite Halbzeit verflachte zusehends, da Aue mit einer beruhigenden Führung im Rücken einen Gang zurückschaltete und die Gäste sich nun besser auf das Angriffsspiel der Hausherren eingestellt hatten. Hauptgrund war die Zurücknahme des Ex-Auers Matthias Jacob auf die Liberoposition. Diese auf Schadensbegrenzung ausgerichtete Taktik erwies sich aus Geraer Sicht als Volltreffer, denn Jacob füllte diese Position erstaunlicherweise in souveräner Manier aus und avancierte zum besten Akteur seiner Elf. Damit erreichten die Gäste in den zweiten 45 Minuten streckenweise Feldausgeglichenheit, ohne allerdings eigene gefährliche Torchancen herauszuarbeiten. Somit geht der Sieg, auch in dieser Höhe, verdientermaßen wegen der starken ersten Halbzeit, völlig in Ordnung. JU, Freie Presse, 29.03.1993