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FC Erzgebirge Aue: Jörg Weißflog - Milan Havlik, Enrico Barth, Volker Schmidt - Ronald Färber, Gorazd Mihailov (70. René Wendler), Thorsten Pöhland, Jens Möckel - Jan Schmidt, Thomas Pfüller (56. Jörg Leonhardt), Maik Faßl; Trainer: Lutz Lindemann
FSV Zwickau: Mario Neumann - Lars Hermel, Steffen Büttner - Sirko Pohl (66. Jens Heineccius), Arnd Spranger, Torsten Viertel, Udo Tautenhahn, Carsten Romanowsky, Ralf Wagner - Torsten Reichelt, Thomas Leonhardt (46. Mario Weiß); Trainer: Gerd Schädlich
Tore: 1:0 Volker Schmidt (10.)
Schiedsrichter: Jörg Keßler (Wogau)
Zuschauer: 4000
Gelbe Karte: Ronald Färber, Maik Faßl / Torsten Viertel
Aue "schafft" den Favoriten
 Aues Enrico Barth köpft den Ball aus der Gefahrenzone. Foto: Frank Kruczynski Viel Brisanz lag über dem 73. Westsachsenderby zwischen Aue und Zwickau. Die FSV-Elf ging als klarer Favorit in die Begegnung, bestrebt, mit einem Doppelpunktgewinn die Chancen für den Staffelsieg zu erhalten. Der Gastgeber als Außenseiter mußte erneut mit dem letzten Aufgebot antreten, zumal Böttger (Darmgrippe) und Thielemann (Kreislaufbeschwerden) erneut ausfielen. Nach seiner Verletzung wieder dabei war Ronald Färber, der aber, genau wie Jan Schmidt (leichte Grippe), in der Vorwoche nur wenig trainieren konnte.
Erwartungsgemäß übernimmt Zwickau vom Anpfiff weg die Initiative und hat optische Feldvorteile. Allerdings resultiert die erste klare Chance für die Gäste aus einem Fehler des Auer Liberos Volker Schmidt, der das Leder in der eigenen Hälfte verliert. Zum Glück können Romanowsky und Spranger dank eines ungenauen Zuspiels vor Torhüter Weißflog diese Riesenchance nicht nutzen. Bereits fünf Minuten später kann Volker Schmidt seinen Fehler wieder gutmachen. In der 10. Spielminute gibt es einen indirekten Freistoß aus 20 Meter Entfernung vor dem Gästetor. Nach einer kurzen Ablage von Färber schmettert der Auer Libero den Ball über die Abwehr, unhaltbar für Torhüter Neumann, ins linke obere Zwickauer Tordreieck. Dieser Treffer tut dem Spiel gut, denn beide Teams spielen nun ohne taktische Zwänge und mit offenem Visier, was die Partie für die Zuschauer noch ansehenswerter macht.
Zwickau bleibt weiter feldüberlegen, kann aber keine Akzente in punkto Torgefahr setzen. Die besseren Chancen im Konterstil besitzen die Auer. Jan Schmidt, Thomas PfüIler und Ronald Färber verfehlen jeweils knapp das Gästetor, Dem haben die Westsachsen ihrerseits Chancen durch Spranger. und Tautenhahn entgegenzusetzen, die aber die engere Abwehr um V. Schmidt und Weißflog auf dem Posten sehen. Kurz vor der Pause streicht ein Kopfball von Jan Schmidt nur knapp über die Latte des gegnerischen Gehäuses, während Spranger nach absolvierter Zehn-Minuten-Strafe mit einem Direktschuß aus 15 Meter Entfernung an Weißflogs toller Parade scheitert.
Auch kurz nach dem Pausentee rettet erneut der Auer Torhüter, als er einen Schuß von Viertel aus Nahdistanz abwehren kann. Trotz weiter anhaltender Feldüberlegenheit kann sich der Gast aus Zwickau keine nennenswerten Chancen mehr erspielen. Grund dafür ist eine außerordentlich disziplinierte Abwehrarbeit um den überragenden Volker Schmidt, der seine Vorderleute klug führt und den gegnerischen Stürmern keine Freiräume anbietet. Gefährliche Konterangriffe über Faßl und Leonhardt hätten bei konzentriertem Abschluß sogar eine Resultatserhöhung bringen können. Zum Glück aus Zwickauer Sicht steht Neumann seinem Gegenüber Weißflog nicht nach und verhindert durch kluges Stellungsspiel und mit guten Paraden einen weiteren Auer Treffer.
Der bei den Auern befürchtete Kräfteverschleiß in der Schlußphase ist diesmal nicht zu spüren. Trotz Dauerdruck der Gäste hält man dagegen, und mit Unterstützung der begeistert mitgehenden Zuschauermenge gibt jeder Spieler ausnahmslos die letzten Kraftreserven. Entsprechend groß war der Jubel nach dem Schlußpfiff über diesen verdienten Sieg, der von den Zuschauern mit viel Beifall honoriert wurde. Das Spiel insgesamt verstandenen Besucher wie auch Fachexperten durchaus als eine Werbung für den Fußballsport. Beide Vertretungen befleißigten sich trotz der Bedeutung dieser Begegnung einer kampfbetonten, aber jederzeit fairen Gangart. Das, so stellte auch Spielbeobachter Rose vom NOFV fest, übertrug sich auf die Ränge, so daß sich dieses bedeutungsvolle Treffen jederzeit im sportlichen Rahmen bewegte. Jürgen Ullmann, Freie Presse, 22.03.1993
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