Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

Oberliga Nordost, Staffel Süd 1992/93

Spielbericht

23. Spieltag - Samstag, 27.02.1993 - 14:00

FC Erzgebirge Aue - 1. FC Markkleeberg 1:1 (0:1)

FC Erzgebirge Aue: Jörg Weißflog - Milan Havlik, Volker Schmidt, Enrico Barth - Ronald Färber (51. Maik Faßl), Thorsten Pöhland, Jens Möckel, Frank Böttger - Jan Schmidt, Thomas Pfüller, Ronny Thielemann (77. Jörg Leonhardt); Trainer: Lutz Lindemann

1. FC Markkleeberg: Rainer Hoffmeister - Frank Wimberger, Michael Schmidt, Steffen Kurtz, Jens Thiemig, Uwe Zötzsche - Ronald Werner, Mike Geppert - Felix Oehmig, Steffen Funke, Lutz Schenkel (64. Vidmantas Vysniauskas); Trainer: Frank Engel

Tore: 0:1 Felix Oehmig (36.); 1:1 Maik Faßl (71.)

Schiedsrichter: Volker Meinel (Plauen)

Zuschauer: 1000

Gelbe Karte: Maik Faßl / -

Verdienter Punktgewinn

Mit Markkleeberg stellte sich nach Erfurt erneut ein Mitbewerber um den Staffelsiegin Aue vor. Dabei stand die Frage, ob die Erzgebirgler diesmal den gut präparierten Schneeboden als Heim-Bonus nutzen konnten.

Spielszene auf Schneeboden. Foto: Frank Kruczynski

Diesmal spielte der Gastgeber von Beginn an konzentriert. Bereits in der 2. Spielminute prüfte Pfüller Gästetorwart Hoffmeister mit einem Aufsetzerball, der mit Mühe noch zur Ecke abgewehrt wurde. Kurze Zeit später ließ Markkleeberg deutlich erkennen, daß man gewillt war, beide Punkte aus Aue zu entführen. Zweimal verfehlten die Randleipziger in aussichtsreicher Position durch Funke das Auer Tor. Im weiteren Spielverlauf wurden Chancen zur Mangelware, da beide Abwehrreihen dominierten. Sowohl Zötzsche als auch Volker Schmidt organisierten ihre Verteidigung in gewohnt souveräner Manier, so daß es keiner Mannschaft entscheidend gelang, Gefahr im jeweiligen Strafraum heraufzubeschwören. So versuchte man mit Schüssen aus der zweiten Reihe Torgefahr zu erzielen. In der 28. Minute gelang das Böttger, dessen Schuß aus der Drehung in Höhe des gegnerischen Strafraumes vom guten Gästetorwart pariert werden konnte. Auch Volker Schmidt verfehlte nur knapp das Markkleeberger Gehäuse, als er aus ähnlicher Entfernung abzog.

Den Gästen, die leichte spielerische Vorteile im Spiel nach vorn besaßen, gelang in der 36. Spielminute die Führung. Nach einem kurz zuvor abgewehrten Angriff der Markkleeberger kommt der Ball mit einer hohen Flanke erneut in den Auer Strafraum. Der zu lasch gedeckte Oehmig kommt in Ballbesitz und verwandelt überlegt mit Flachschuß. Weißflog hat keine Abwehrchance. Dieses Tor lockerte zwangsläufig die taktischen Zwänge, da Aue jetzt auf den Ausgleich drängte und die Gäste durch einen zweiten Treffer die endgültige Entscheidung suchten. Ein 20-Meter-Schuß von Färber läutete die Schlußoffensive der Gastgeber in der 1. Halbzeit ein. Bereits hier verhinderte Hoffmeister mit guter Parade einen Auer Treffer. Gleich mehrere Male hatte auch Thielemann den Ausgleich vor den Füßen. Durch Überhast, aber auch mit viel Pech, gelang ihm trotz verheißungsvoller Aktionen kein Tor.

Mit Beginn der zweiten Spielhälfte wurde immer augenscheinlicher, daß Aue die leichten spielerischen Vorteile der Gäste längst mit erhöhter Kampfbereitschaft mehr als egalisiert hat. Der Auer Angriffsdruck erhöhte sich zunehmend auch durch die Einwechselung von Faßl, der für den bereits in der Anfangsphase angeschlagenen Färber zum Einsatz kam. Die Gäste, die nun überwiegend in der eigenen Hälfte agierten, suchten ihre Chance mit Kontern. Doch Volker Schmidt, im Zusammenspiel mit Barth und den immer besser ins Spiel kommenden Havlik, zeigten sich auf der Höhe des Geschehens. Der Mut zur bedingungslosen Offensive fand letztlich den verdienten Lohn.

In der 71. Spielminute blieb es wiederum einem eingewechselten Spieler vorbehalten, einen Auer Treffer zu erzielen. Diesmal ist es Faßl, der den verdienten 1:1 -Ausgleich erzielt. Nach einem Einwurf bekommt er das Leder Höhe des Markkleeberger Strafraumes. Ohne Zögern drückt er direkt ab und läßt mit scharfen halbhohen Schuß der Gästeabwehr einschließlich Torhüter Hoffmeister keine Abwehrchance. Acht Minuten später hatte sogar der agilste Auer Angreifer, Jan Schmidt, die Riesenchance zum Siegtreffer, aber sein wuchtiger Kopfball streicht um Zentimeter über das gegnerische Gehäuse.

Obwohl die Gäste in den letzten Minuten ihre defensive Rolle aufgaben, waren sie nicht mehr in der Lage, eine entscheidende Gegenoffensive zu entfachen. Die Ergebirgself konnte auch konditionell gegenhalten und blieb bis zum Spielende ein ebenbürtiger Kontrahent. Mit diesem Spielkonzept fand man aus Auer Sicht die wirksamste Synthese zwischen Kampf und Spiel. Jürgen Ullmann, Freie Presse, 01.03.1993