Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

Oberliga Nordost, Staffel Süd 1992/93

Spielbericht

9. Spieltag - Samstag, 26.09.1992 - 14:00

FSV Zwickau - FC Wismut Aue 1:0 (1:0)

FSV Zwickau: Mario Neumann - Torsten Reichelt, Thomas Leonhardt, Lars Hermel, Steffen Büttner, Bernd Tipold - Torsten Viertel (62. Sirko Pohl), Udo Tautenhahn, Carsten Romanowsky, Ralf Schneider - Gabriel Bertalan (71. Mario Weiß); Trainer: Gerd Schädlich

FC Wismut Aue: Jörg Weißflog - Jan Schmidt, Volker Schmidt, Enrico Barth, Frank Böttger (46. Jörg Leonhardt) - Thorsten Pöhland, Ronald Färber, Jens Möckel, Ronny Thielemann - Sylvio Reich (69. Thomas Pfüller), Maik Faßl; Trainer: Lutz Lindemann

Tore: 1:0 Thomas Leonhardt (Foulelfmeter, 30.)

Schiedsrichter: Peter Müller (Dresden)

Zuschauer: 3818

Gelbe Karte: - / Ronald Färber

Rote Karte: - / Ronald Färber (85., wiederholtes Foulspiel)

Erster Sieg nach neun Jahren Pause

Wismuttrainer Lutz Lindemann entschied sich dafür, den 21jährigen Frank Böttger mit der Bewachung von Zwickaus Spielmacher Ralf Schneider zu betrauen. Der blendend aufgelegte FSV-Kapitän ließ sich jedoch davon in keiner Weise beeindrucken, führte bei den Gastgebern glänzend Regie und hatte maßgeblichen Anteil am verdienten 1:0-Erfolg der Zwickauer, dem ersten seit neun Jahren, in einem fairen Derby gegen eine keineswegs enttäuschende Auer Mannschaft.

Die Zwickauer sprühten vor den knapp 4000 erwartungsfrohen Zuschauern, darunter über 500 Auer Fans, geradezu vor Tatendrang und bestimmten zunächst eindeutig das Geschehen. Pöhland (7.) schlug Viertels Kopfball von der Linie, Bertalans plazierter Scharfschuß (16.) traf Jan Schmidt am Kopf und Weißflog parierte Büttners Hinterhaltsschuß (22.). Kurz darauf löste sich Ralf Schneider, wie so oft, an der Mittellinie von seinem "Schatten" Frank Böttger und drang nach präzisem Doppelpaß mit Torsten Viertel in den Auer Strafraum ein, wo er vom herausstürzenden Jörg Weißflog ungestüm zu Boden gerissen wurde. Wismuttrainer Lindemann: "Den Elfmeter kann man vertreten." Thomas Leonhardt, neben Schneider der wirkungsvollste Zwickauer, verwandelte sicher ins rechte obere Eck.

Der Rückstand schien die anfangs eher ängstlich operierenden Erzgebirgler zu mobilisieren. Silvio Reich setzte mit einem Flügellauf (33.) und einem Durchbruch (35.), bei dem der sichere Neumann im Zwickauer Tor Kopf und Kragen riskieren mußte, die ersten Achtungszeichen. Auch der agile Ronny Thielemann deutete mit einem langen Solo (40.) sein Talent an.

Nach der Pause tauten die Gäste endgültig auf und erzwangen fast gleiche Spielanteile (Eckenverhältnis gesamt 10:3, 2. Halbzeit 2:1). Die besseren Chancen freilich besaßen nach wie vor die Gastgeber bei einem Lattenknaller von Leonhardt (52.), und zwei Pfostenschüssen von Leonhardt (64.) und Schneider (69.). Auf der Gegenseite hatte Neumann Mühe, gegen das Sonnenlicht einen 25-Meter-Freistoß von Reich (52.) aus dem rechten Eck zu holen. Und acht Minuten vor dem Ende rutschte einigen FSV-Anhängern das Herz in die Hose, als ausgerechnet der Ex-Zwickauer Maik Faßl, mit dem Steffen Büttner große Probleme hatte, die Ecke von Möckel per Hechtflugkopfball aus fünf Metern neben das Tor setzte.

Die Schiedsrichterleistung des Dresdners Peter Müller konnte mit dem ansprechenden spielerischen Niveau der Partie nicht mithalten. Bernd Tipolds Notbremse gegen Ronny Thielemann (52.) hätte ebenso zumindest Gelb verdient, wie Büttners Festhalten von Faßl (65.). Der Auer Mannschaftsleiter Bernd Zimmermann schimpfte nach dem Abpfiff zurecht: "So kann man nicht pfeifen, auch wenn am Verdienst des Zwickauer Sieges kein Zweifel besteht." Folgerichtig war der Platzverweis für Ronald Färber nach dem dritten groben Foul im Mittelfeld.

Trainerstimmen:

Gerd Schädlich (Zwickau): In der ersten Halbzeit haben wir so gespielt, wie ich mir das vorstelle. Danach bekamen wir Probleme, weil das Leistungsgefälle innerhalb der Mannschaft zu groß war. Bei Faßls Kopfball hatten wir noch großes Glück. Der Sieg ist aufgrund der besseren Chancen verdient und zählt.

Lutz Lindemann (Aue): In einem fairen Spiel haben wir kämpferisch alles gegeben, der Zwickauer Erfolg ist irgendwie doch vielleicht gerechtfertigt, schließlich traf unser Gegner dreimal das Holz. Meine Spieler haben ihr derzeitiges Leistungsvermögen weitgehend ausgeschöpft. Wir können mit dem 0:1 leben. Michael Hanke, Vogtlandanzeiger, 28.09.1992