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FC Wismut Aue: Jörg Weißflog - Jan Schmidt, Volker Schmidt, Enrico Barth - Sylvio Reich, Thorsten Pöhland, Ronald Färber, Jens Möckel (78. Frank Böttger), Ronny Thielemann - Jörg Leonhardt, Maik Faßl; Trainer: Lutz Lindemann
SV Funkwerk Kölleda: Klaus Berger - Thomas Krieger (81. Michael John), Jens Keil, Torsten Hennig (27. Gerd Engelmann), Heiko Göbel - Bernd Junge, Jürgen Albrecht, Alexander Michejew - Sergey Volkov, Andreas Schmidt, Lutz Kübelstein; Trainer: Erwin Seifert
Tore: 1:0 Ronald Färber (1.); 2:0 Jan Schmidt (12.); 3:0 Sylvio Reich (59.); 3:1 Sergey Volkov (67.); 4:1 Maik Faßl (78.)
Schiedsrichter: Andreas Schrank (Glauchau)
Zuschauer: 1050
Gelbe Karte: Jens Möckel / Michael John
Superstart: 2:0 nach zwölf Minuten
Erwartungsvoll strömt die Anhängerschar am Freitagabend ins Erzgebirgsstadion. Zwei Pluspunkte und möglichst viel Tore gegen den Tabellenletzten Kölleda heißt das erklärte Ziel. Dementsprechend beginnt Aue, das diesmal für die verletzten Pfüller und Wendler die beiden jungen Spieler Leonhardt und Reich von Beginn an einsetzt.
Bereits in der 1. Spielminute geht Wismut in Führung. Färber und Faßl spielen sich mit Doppelpaß in den gegnerischen Strafraum, wo der Auer Kapitän unbedrängt flach ins lange Eck zum 1:0 vollendet. Zielstrebiges Angriffsspiel, oft von beidseitigen Flügelläufen durch Pöhland und Thielemann eingeleitet, stellt die Gästeabwehr vor große Probleme. Einer dieser Flügelläufe Thielemanns, der mit einer präzisen Torraumflanke abgeschlossen wird, bringt in der 12. Spielminute bereits das vorentscheidende 2:0. Torschütze ist Jan Schmidt, der den Ball per Kopf scharf aus acht Meter Entfernung im gegnerischen Gehäuse unterbringt. Wer aber nun gedacht hatte, daß der Tabellenletzte in einer Torflut untergehen würde, sieht sich getäuscht. Die Gäste ordnen im weiteren Spielverlauf ihre Abwehr und spielen erstaunlich ballsicher eigene Angriffe nach vorn. So in der 13. und 18. Spielminute, als zweimal Bernd Junge gefährlich vor Weißflogs Tor auftaucht. Der wiederum gut aufgelegte Wismutkeeper verhindert in dieser Phase das Anschlußtor der Nordthüringer. In der Folgezeit entwickelt sich ein abwechslungsreiches Spiel mit weiteren guten Chancen für beide Teams, obwohl Aue dank des variablen Angriffsspiels einem weiteren Treffer näher war. Ein Kopfball von Jan Schmidt senkt sich auf die Torlatte, ein Distanzschuß aus 30 Meter Entfernung von Volker Schmidt verfehlt nur knapp das Ziel, und ein weiterer Kopfball, diesmal von Thielemann, geht übers Tor.
In der ersten Spielminute der zweiten Halbzeit werden die Gästeanalog wie zu Beginn des Spiels erneut aufgeschreckt. Ein gefährlicher Aufsetzerball von Leonhardt kann im letzten Moment durch Kölledas Torhüter Berger zur Ecke gelenkt werden. Konzentriertes Angriffspiel der Gastgeber erhöht nun wieder den Druck auf das Gästetor. So gesehen ist das dritte Tor für Aue nur die logische Konsequenz einer spielerischen Überlegenheit. Diesmal ist es Reich, der in der 59. Minute nach einem kurzen Dribbling im gegnerischen Strafraum den Torwart mit plaziertem Schuß zum 3:0 überwindet.
Kölleda versucht, nach der endgültigen Spielentscheidung mit einer offensiven Spielweise zum Anschlußtor zu kommen. Erster Warnschuß für den Gastgeber in der 65. Spielminute, als Micheew völlig freistehend im Auer Strafraum zum Kopfball kommt, aber knapp verfehlt. Doch zwei Minuten später wird die Gästeoffensive belohnt. Wolkow, der beste Kölledaer Spieler, wird im Gastgeberstrafraum freigespielt und trifft überlegt zum nicht unverdienten Anschlußtreffer. Weitere Chancen in der 70. und 75. Spielminute unterstreichen, daß der Tabellenletzte durchaus spielerische Qualitäten besitzt. In dieser Angriffsphase der Gäste bieten sich aber auch immer wieder gefährliche Konterangriffe für Aue. Eine dieser Chancen führt zum 4:1, als Faßl, der zuvor von Reich gut angespielt wird, vehement aus der Drehung aus etwa zehn Meter Entfernung dem Gästekeeper erneut keine Chance zur Abwehr läßt. Aue gewinnt schließlich verdient, wenngleich dem Verlierer ob seiner couragierten Spielweise, besonders in der Zweiten Halbzeit, durchaus Anerkennung zuteil werden sollte. Jürgen Ullmann, Freie Presse, 21.09.1992
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