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FV Zeulenroda: Jörg Reichenbach - Mike Baumann, Andreas Thaler, Jens Dambon - Heiko Riedel, Marco Jähnisch, Jens Hädrich (75. Ralph Wagner), Jens Riedel, Heiko Egerland - Steffen Haubold, Robby Boucherifi; Trainer: Olaf Distelmeier
FC Wismut Aue: Jörg Weißflog - Jan Schmidt, Volker Schmidt, Enrico Barth - Frank Böttger, Thorsten Pöhland, Ronald Färber, Jens Möckel, Ronny Thielemann - Thomas Pfüller (77. Jörg Leonhardt), Maik Faßl; Trainer: Heinz Häcker
Tore: Fehlanzeige
Schiedsrichter: Hartwig Fischer (Erfurt)
Zuschauer: 800
Gelbe Karte: Heiko Riedel / Jan Schmidt
Besondere Vorkommnisse: Der Auer Cheftrainer Lutz Lindemann war im Urlaub (Marokko). Auf der Trainerbank saßen Heinz Häcker und Mario Lammel.
Zweimal rettete die Latte für den FVZ
Zeulenroda mit erstem Punktgewinn gegen Aue
Im ersten Heimspiel der neuen Oberligasaison kam der FV Zeulenroda gegen den FC Wismut Aue über ein 0:0-Unentschieden nicht hinaus. Die Platzherren mußten mit dem Resultat am Ende noch zufrieden sein, denn die Gäste trafen zweimal den Balken des FV-Gehäuses.
Wer gedacht hätte, daß eine Wismut-Elf ins Waldstadion kommt, mit der der Gastgeber leichtes Spiel hat, mußte seine Meinung bereits nach Ablauf der Anfangsphase revidieren. Die Auer waren nicht als Punktlieferant nach Thüringen gefahren, sondern machten den Platzherren mit einer hervorragenden kämpferischen Einstellung und geschlossener Mannschaftsleistung das Leben schwer.
Die Temperaturen waren an diesem Samstagnachmittag weder zum Fußballspiel noch zum Zuschauen angetan. Trotzdem fanden rund 800 Anhänger den Weg ins Waldstadion. Beide Mannschaften begannen zunächst verhalten, überbrückten mit langsamen Spielaufbau das Mittelfeld und drosselten das Tempo. In der 10. Minute stockte den Zuschauern zum ersten Mal der Atem, als Reichenbach einen Pfüller-Kopfball mit phantastischem Reflex an die Latte lenkte. Diese Szene rüttelte den Gastgeber wach, Egerland zog einige Male auf der linken Seite durch, seine scharfen Eingaben kamen bei den Mitspielern jedoch nicht an. Das war das eigentliche Manko des FV-Spiels, die fehlende Unterstützung aus der spielgestaltenden Zone, in der wiederum viel zu hektisch und überstürzt agiert wurde. Vieles blieb Stückwerk, weil die Abstimmung fehlte und vor allem das Offensivspiel durch Fehlabspiele oft ins Stocken geriet. Mit ständigen Langpässen wurden die Spitzen Haubold und Boucherifi müde gemacht, die Wismutabwehr hatte leichtes Spiel und kontrollierte vornehmlich im ersten Abschnitt das Geschehen.
Aue dagegen blieb nichts schuldig, von Spielmacher Färber angetrieben, zerrten die Spitzen Pfüller und Faßl mächtig an den Ketten. Für Zeulenroda wurde es immer dann gefährlich, wenn die Gäste ihren viel zu großen Spielraum nutzten und in die Nähe des von Reichenbach ausgezeichnet gehüteten Tores kamen. Dabei hatten sie es relativ einfach, wurden viel zu spät angegriffen und konnten ungestört bis an die Strafraumgrenze spielen. Die Gastgeber bevorzugten zunächst Sicherheitsfußball, konnten ihr gewohntes Tempospiel aufgrund der mörderischen Hitze nicht aufziehen. Im Mittelfeld fand man wiederum kaum zu konstruktiven Aktionen, nach taktischen Schnitzern in der zentralen Zone ging die Post mehrmals in Richtung FV-Gehäuse ab. Außer Egerland und Heiko Riedel fand wiederum keiner zur Normalform. Trainer Distelmeier muß sich in diesem Mannschaftsteil schnellstens etwas einfallen lassen, will man wieder zur gewohnten Spielstärke und zum erfolgreichen System finden. Sporadische Einzelaktionen konnten Routinier Volker Schmidt nicht erschrecken, Keeper Weißflog blieb vor der Pause nahezu beschäftigungslos.
Im zweiten Abschnitt zog der FVZ das Tempo etwas an, doch Aue hielt dem wachsenden Zeulenrodaer Druck stand. Bei einem schnellen Konter hatte der Platzbesitzer Glück, daß Faßl das Leder wieder nur an die Latte jagte. Im Gegenzug rettete Volker Schmidt in höchster Not gegen Boucherifi, der sich nicht wie gewohnt durchsetzen konnte.
Mit zunehmender Spielzeit hatte man den Eindruck, daß sich beide Mannschaften mit dem Ergebnis zufrieden gaben. Unter der glühenden Hitze war kaum noch eine Seite in der Lage, entscheidende Akzente zu setzen. SB, Vogtlandanzeiger, 10.08.1992
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