|
FC Wismut Aue: Jörg Weißflog - Jan Schmidt, Volker Schmidt, Enrico Barth - Frank Böttger (72. Jörg Leonhardt), Thorsten Pöhland, Ronald Färber, Sylvio Reich, Ronny Thielemann - Thomas Pfüller, Maik Faßl; Trainer: Lutz Lindemann
Kader: Sven Beuckert
FSV Hoyerswerda: Detlef Scholze - Dietmar Jess, Heiko Nowak, Maik Soschinski, Thomas Schmidt (89. Thomas Herold), Detlef Rabe, Hartmut Jank - Stefan Hoßmang (84. Niels Buschner), Jens Starke, Karsten Haasler, Axel Schröter; Trainer: Frank Papritz
Tore: 1:0 Jan Schmidt (89.)
Schiedsrichter: Burkhard Pleßke (Coppanz)
Zuschauer: 1500 (Eintritt frei!)
Gelbe Karte: - / Karsten Haasler, Dietmar Jess, Heiko Nowak
Auer Sieg in letzter Minute glücklich erzielt
Bei schwülwarmem Wetter, begleitet von gewittrigen Regenschauern, nutzten immerhin etwa 1500 Zuschauer die kostenlose Gelegenheit, ihre neuformierte Heimmannschaft zu begutachten. Die Stammelf mußte kurzfristig geändert werden, da mit Popow und Möckel zwei Spieler durch Trainingsverletzungen ausfielen. Abgesehen von der zweiten Spielminute, als sowohl Aue durch Pfüller, und auch Hoyerswerda mit einer Schußchance den Führungstreffer anstrebten, begannen beide Teams sehr vorsichtig. Die Gästemannschaft versuchte mit einer Defensivstrategie ein Konterspiel aufzuziehen, während Aue zwar feldüberlegen war, aber stets auf der Hut vor den schnellen Spitzen des Gegners sein mußte. In der 28. Spielminute bewiesen die Gäste bei einer Konterchance ihre Torgefährlichkeit, als Weißflog einen scharfen Flachschuß parierte.
Kurze Zeit später ergab sich für Aue gleich dreimal hintereinander die Chance zum 1:0. Erst wurde ein 20-Meter-Schuß von Färber vom guten Torwart der Gäste zur Ecke gelenkt, dann rettete nochmals der Hoyerswerdaer Schlußmann bei einem Kopfball von Jan Schmidt. Schließlich scheitert Pfüller am reaktionsschnellen Gästekeeper. Kurz vor dem Pausenpfiff hatte allerdings auch Hoyerswerda eine Riesenchance zum Führungstreffer. Ein Gästestürmer vergab allein vor dem Auer Torwart, als der Ball neben dem Pfosten vorbei rollte.
Hoyerswerda war nun offensichtlich auf das Halten des 0:0 bedacht. Aufmerksame Abwehrarbeit der Gäste ließ den Auer Sturmspitzen Faßl und Pfüller wenig Spielraum. Nur bei Standards und Schüssen aus der zweiten Reihe drohte den Randsachsen Gefahr. So bei Freistößen von Färber und, Volker Schmidt, die jedoch beide knapp das Ziel verfehlten. In der 58. Spielminute helle Aufregung im Wismutstrafraum. Nach einem Freistoß der Gäste mißglückt eine Abseitsfalle, und urplötzlich taucht ein Gästestürmer allein vor Weißflog auf. Doch zum Glück verzieht dieser das Leder und vergibt damit erneut eine Riesenchance.
Mitte der zweiten Halbzeit brachte Aue mit Leonhardt einen weiteren Offensivspieler. Zwei Kopfbälle durch Jan Schmidt und Pfüller zeigten an, daß Wismut gewillt war, einen Heimsieg anzustreben. Doch Hoyerswerda blieb mit gelegentlichen Kontern gefährlich. So mußte Weißflog all sein Können aufbieten, als er einen 30-Meter-Freistoß meisterte. Als alles bereits mit einem torlosen Remis rechnete, erzielte die Gastgeberelf doch noch das ersehnte Tor zum Heimsieg.
In der 89. Spielminute inszenierte Aue auf der linken Seite einen Angriff, der bereits von der Gästeabwehr bereinigt schien. Der abprallende Ball kam zu Jan Schmidt, der faßte sich ein Herz, zog aus etwa 20 Metern volley ab. Unhaltbar senkte sich dieser "Sonntagsschuß" ins linke obere Tordreieck zum 1:0-Endresultat. Riesenjubel bei den Auer Spielern, die sich aber trotz dieses Glückstreffers den Doppelpunktgewinn durch größere Spielanteile verdient haben. Enttäuschung bei den Gästen, die mit ihrer betont defensiven Spielweise kurz vor einem Auswärtspunktgewinn standen.
Spielerisch wurden in dieser Partie keine Glanzpunkte gesetzt, doch allemal bewies die neue Wismutelf, daß sie gewillt ist, durch Kampf zum Erfolg zu gelangen. Für die nächsten drei Spiele, die allesamt auswärts bestritten werden müssen, sollte dieser Heimsieg-zusätzliches Selbstvertrauen geben.
Trainerstimmen:
Hoyerswerdas Coach Frank Papritz betonte, daß Aue trotz Feldüberlegenheit am Ende glücklicher Sieger wurde. Der erstrebte Punktgewinn sollte mit einer verordneten Defensivtaktik über gefährliche Konter errungen werden.
Lutz Lindemann schätzte ein, daß seine junge Mannschaft bei fast gleichen Chancenanteilen die glücklichere Elf gewesen sei. Sein Dank gilt deshalb auch den Zuschauern, die dies trotz spielerischer Schwächen honoriert haben. Jürgen Ullmann, Freie Presse, 03.08.1992
Anfangsschwierigkeiten
Aus meiner Sicht, von Jürgen Ullmann
Der freie Eintritt lockte zum Oberligaauftakt immerhin über 1500 Zuschauer ins Erzgebirgsstadion. Bereits am Eingang wurden Handzettel verteilt, die dokumentieren, daß der FC Wismut Aue neue Wege erschließt, um den Kreis der Fußballanhänger wieder zu erhöhen.
Viele Zuschauer waren trotzdem enttäuscht, daß einige wichtige Serviceleistungen diesmal nicht geboten wurden. Das gewohnte Programmheft werde es wieder zum nächsten Heimspiel geben, allerdings in veränderter und kostengünstigerer Aufmachung, erklärte der Vorstand des Vereins. Trotzdem wird der interessierte Zuschauer alle notwendigen Informationen darin finden. Auch die Anzeigetafel wird dann in Ordnung gebracht. Ein seit längerer Zeit bestehender technischer Defekt konnte leider bis zum Saisonbeginn nicht behoben werden. Ausdrücklich bittet man deshalb noch einmal um Verständnis, zumal im Umfeld durch Bauarbeiten im Stadiongelände und durch die Urlaubszeit zusätzliche Anstrengungen notwendig wurden.
Apropos Urlaubszeit. Er, Lutz Lindemann, stehe seiner Mannschaft in den nächsten zwei Auswärtsspielen nicht zur Verfügung. Sein Urlaubsplatz, der noch vor seinem Amtseintritt in Aue gebucht wurde, fällt ausgerechnet in die Punktspielzeit. Trainer Lindemann bittet auch hier um Verständnis und bringt zum Ausdruck, daß auch seine Familie zu ihrem Recht kommen muß. Wer die Arbeit des neuen Managers in den letzten Wochen nachvollzieht, wird seine Leistungen zum Erhalt des Auer Fußballs auch diesbezüglich achtungsvoll einordnen. Heinz Häcker und Dr. Mario Lammel sind nach Lindemanns Worten kompetente Fachleute, die die Mannschaft in dieser Zeit sicherlich gut führen werden. Jürgen Ullmann, Freie Presse, 03.08.1992
|