Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

UEFA Intertoto-Cup 1984/85

Spielbericht

Gruppe 2 - 4. Spieltag - Samstag, 21.07.1984 - 17:00

Lilleström SK - BSG Wismut Aue 1:1 (1:0)

Lilleström SK: Arne Amundsen - Baard Bjerkeland (31. Hans-Jörgen Stordahl), Tor Inge Smedas, Ole Dyrstad, Georg Hammer - Pal Forsnes, Björnar Erlandsen, Arne Erlandsen - Rune Richardsen, Lasse Opseth, Joar Vaadal (67. Stein Eilertsen); Trainer: Bill Foulkes

BSG Wismut Aue: Jörg Weißflog - Volker Schmidt, Ralf Kraft, Bernhard Konik - Steffen Lorenz, Steffen Krauß, Holger Erler, Uwe Bauer (46. Olaf Distelmeier) - Wilfried Reypka (83. Thomas Teubner), Harald Mothes, Jürgen Escher; Trainer: Hans-Ulrich Thomale

Tore: 1:0 Lasse Opseth (40.); 1:1 Olaf Distelmeier (57.)

Schiedsrichter: Kjell Nordby (Norwegen)

Zuschauer: 4000

Gelbe Karte: - / Uwe Bauer

Von Lockerheit wenig zu spüren

Wismuts Spielweise dieser Tage und Wochen verwickelt in einige Widersprüche, die sicherlich in das Konzept einer Mannschaft passen, die auf eine sorgenfreie Saison 84/85 hinsteuert. Über mangelnde Torgefährlichkeit im laufenden IFC ist bereits genügend geschrieben worden; über einen allzuoft gestörten Kombinationsrhythmus desgleichen. Wo die Ursachen dafür zu suchen sind, daß er von den spielgestaltenden Akteuren zurückliegender Jahre derzeit nur unzureichend geprägt wird, bleibt Aufgabe der Trainer.

Unter dem Eindruck des Unentschiedens resümierte Trainer Hans-Ullrich Thomale, seine Mannschaft habe nach der Pause durchaus Ansätze zu kombinationsverständigem Spiel erkennen lassen und letztlich konditionelle Vorteile zur Geltung bringen können. Der mäßige Eindruck der ersten Spielphase läßt sich damit jedoch beim besten Willen nicht korrigieren. "Da spürte man zu selten. daß die Elf gewillt war, das 0:2 vom Heimspiel in überzeugender Art und Weise zu tilgen", urteilte Sektionsleiter Richard Velek objektiv-korrekt. Mit Alibi-Fußball im Mittelfeld war ebenso wenig Wirkung zu erzielen wie mit unmotiviert steil in die Spitz geschlagenen Bällen, die Drystad und Bjerkeland (hinreichend bekannt für ihre Entschlossenheit im Kopfballspiel) relativ mühelos abfingen. Und nach wie vor ist sinnvolle Bewegung das beste Mittel, um gegnerische Abwehrreihen systematisch zu ermüden, auszuspielen. Auch davon war in Aues Aktionen lange Zeit einfach zu wenig zu spüren.

Bedenken dahingehend anzumelden, daß einige Akteure mühevoll um gewohnte Spielfitneß ringen, ist vier Wochen vor Punktspielauftakt möglicherweise verfrüht. Aber wenn Wismuts Stil an die Geradlinigkeit, Unkompliziertheit und Frische anknüpfen soll, den die Konkurrenz zuletzt vorbehaltlos akzeptieren mußte, dann wird wesentlich mehr verlangt von erfahrenen Akteuren wie Mothes oder Escher, auch von dem diesmal in weit hängender Position kaum einmal energisch von Rickardsen wegziehenden Erler. Schon deshalb, um die Einsatzbereitschaft der jungen Leute zu aktivieren, von denen Reypka im ersten Abschnitt ohne Zweifel anerkennenswerten Mut in der allzuoft auf sich allein angewiesenen Zweikampfführung bewies.

Ende gut alles gut? Mit dem 1:1 nach Distelmeiers Ausgleich wurde die aggressivere, durch den Stürmer maßgeblich beeinflußte Einstellung zwar belohnt, doch rechte Zufriedenheit über Anlage und Gestaltung des Spiels der Elf kam auch jetzt nicht auf. Sie bekam Lilleströms treibende Kräfte A. Erlandsen, Forsness und den später ausgewechselten Vaadal zwar nun besser in den Griff, wie überhaupt der Abwehr eine konzentriert-einsatzfreudige Haltung bestätigt werden muß, ließ aber im homogenen, gedanklich reibungslosen Spielaufbau (noch) zu viele Wünsche offen. Der erste Sieg stand unter diesen Umständen eigentlich nicht ernsthaft zur Diskussion. Schade! Dieter Buchspieß, Fuwo, 24.07.1984