Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2021/22

Spielbericht

11. Spieltag - Freitag, 22.10.2021 - 18:30

FC Erzgebirge Aue - FC Ingolstadt 04 1:0 (0:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Anthony Barylla, Sören Gonther, Gaëtan Bussmann, John-Patrick Strauß - Clemens Fandrich, Sam Schreck, Nicolas Kühn (60. Jan Hochscheidt), Antonio Jonjic, Ben Zolinski (53. Omar Sijaric) - Dimitrij Nazarov (84. Nikola Trujic); Trainer: Carsten Müller

Kader: Philipp Klewin, Dirk Carlson, Erik Majetschak, Sascha Härtel, Antonio Mance, Babacar Gueye

FC Ingolstadt 04: Fabijan Buntic - Michael Heinloth, Nico Antonitsch, Thomas Keller, Marcel Gaus - Fabian Cavadias, Filip Bilbija (81. Maximilian Beister), Marc Stendera, Denis Linsmayer (59. Merlin Röhl) - Dennis Eckert Ayensa (35. Fatih Kaya), Stefan Kutschke; Trainer: Andre Schubert

Kader: Robert Jendrusch, Maximilian Neuberger, Dominik Franke, Peter Kurzweg, Jonatan Kotzke, Justin Butler

Tore: 1:0 Omar Sijaric (62.)

Schiedsrichter: Nicolas Winter (Freckenfeld)

Zuschauer: 7349

Gelbe Karte: Sören Gonther (3.), Sam Schreck (2.), Antonio Jonjic (2.) / Stefan Kutschke, Thomas Keller

Rote Karte: Clemens Fandrich (89., Unsportlichkeit) / -

Aue feiert ersten Saisonsieg

Der FC Erzgebirge Aue hat den langersehnten ersten Saisonsieg gefeiert. Im elften Anlauf gelang am Freitagabend gegen den FC Ingolstadt ein 1-0 Erfolg. Das Tor des Abends erzielte der montenegrinische Nationalspieler Sijaric, der zehn Minuten nach seiner Einwechslung spielentscheidend traf (62.). Die Veilchen waren in einem Spiel mit wenigen offensiven Höhepunkten das etwas gefährlichere Team. Dabei hätte es in der fünften Minute der Nachspielzeit fast ein Déją-vu zum letzten Heimspiels gegen den HSV gegeben. Als die Gäste alles nach vorne warfen, landete ein Kopfball von Kutschke an den Pfosten... Mit dem Sieg baute Aue zudem seine starke Freitagabend-Serie aus: Die Veilchen sind nunmehr in zehn Freitagabend-Heimspielen unter Flutlicht ungeschlagen. Die letzte Niederlage datiert vom April 2019 gegen den 1. FC Heidenheim (0-1).

Aue brachte nach der Niederlage in Karlsruhe zwei neue Kräfte von Beginn an. Nazarov und Strauß rückten für Gueye und Carlson in die Anfangsformation. Im Spiel des Tabellenletzten gegen den Vorletzten, dem Duell der offensiv schwächsten Teams der Liga, hatte Aue von Beginn an die besseren Aktionen. Das Team der Interimstrainer Carsten Müller/Marc Hensel war bissiger, deutlich zweikampfstärker und hatte mehr Tempo. Bereits in der Anfangsphase hätte Zolinski die Gastgeber in Führung bringen können. Nach schönem Zuspiel von Nazarov kam Zolinski frei im Fünf-Meter-Raum zum Schuss, brachte den Ball aus spitzem Winkel aber nicht am Ingolstädter-Keeper Buntic vorbei (4.), der geschickt den Winkel verkürzte. Danach hatten Bussmann (6./Schuss übers Tor) und Nazarov (17./Volleydrehschuss in die Arme des Torhüters) weitere Möglichkeiten. Die Gäste wurden nach einer Viertelstunde aktiver und gestalteten die Kräfteverhältnisse spätestens nach gut 25 Minuten ausgeglichen. Mit einem Kopfball von Kutschke (20.) und einer gefährlichen Hereingabe von Bilbija (24.), der zuvor Schreck tunnelte, näherten sie sich dem Tor der Veilchen an. Nachdem dann Zolinski (30.) eine gute Gelegenheit etwas fahrlässig liegen läßt, gelangen weder Aue noch dem Gästen eine gefährliche Offensivszene. Das Spiel war geprägt von Zweikämpfen im Mittelfeld und vielen Ballverlusten auf beiden Seiten. Insgesamt konnte man erkennen, dass es ein Duell zweier Kellerkinder war, dass beide Teams aus ihren Chancen zu wenig machten.

Die zweite Halbzeit begann zäh. Die Oberbayern sind in den ersten Minuten nach dem Seitenwechsel das aktivere Team. Aus ihren ersten beiden Ecken der Partie konnten sich aber nicht einmal im Ansatz gefährliche Situationen machen. Doch dann nahm langsam Aue wieder das Zepter in die Hand. Der eingewechselte Sijaric (55.) mit einem 17 Meter Schuß den Buntic hält und Fandrich (58.), schön von Sijaric freigespielt, standen schon dicht vor dem Führungstreffer. Nach einer reichlichen Stunde war es dann aber soweit. Ingolstadts Cavadias vertändelte den Ball an der eigenen Strafraumgrenze, Sijaric nimmt Ihm den Ball ab, zieht nach innen und vollendet aus mittigen 14 Metern trotz Bedrängnis in die untere rechte Ecke zum umjubelten 1-0. Auch danach blieb der FCE das bessere Team. Jede gelungene Aktion wurde jetzt von den Fans gefeiert, jeder Torschuss bejubelt. Jonjic (76.) und Hochscheidt (77.) hatten weitere Möglichkeiten. Zwar reagierten die Gäste auf das Gegentor, wurden wieder offensiver, machten jedoch vor dem gegnerischen Tor zu wenig aus ihren bis dahin gut herausgespielten Chancen. Kaya (77.) konnte eine Röhl-Hereingabe nicht verwerten, bei einem strammen Beister-Schuss packte Männel sicher zu (83.). In der hektischen Schlußphase verlieren die Gastgeber Fandrich (89.) durch eine Rote Karte. Nach einer Entscheidung gegen sich spaziert Fandrich auf den zuständigen Linienrichter zu und richtet bei kurzem Abstand ein paar deutliche Worte an ihn. Schiri-Assistent Roman Potemkin bekommt wohl etwas von Fandrichs feuchter Aussprache ab. Schiedsrichter Nicolas Winter zeigt dem Auer Mittelfeldspieler anschließend die Rote Karte. In der Fünfminütigen Nachspielzeit hatte Kutschke die Riesenchance zum späten Ausgleich! Nach einem langen Schlag in den Auer Strafraum verlängert der Ingolstädter Angreifer den Ball mit dem Hinterkopf aus gut acht Metern auf die linke Ecke. Der Ball prallt gegen den Außenpfosten. Den Nachschuß jagte Röhl aus spitzen Winkel aufs Tor aber Kutschke stand im Weg. Das war die Glücksszene für Aue.

Nach dem Spiel wurde bekannt, dass Ex-Trainer Pavel Dotchev zum FC Erzgebirge Aue zurückkehrt. Der 56-jährige soll ab 1. November als Sportlicher Leiter und Interimstrainer arbeiten. Teamchef und damit für die Profimannschaft verantwortlich bleibt Marc Hensel. Carsten Müller, der seit 7.10. Interimstrainer war, kehrt ins Auer Nachwuchsleistungszentrum zurück. Die Haupttätigkeit mit den Profis der Zweitliga-Mannschaft soll aber weiter Marc Hensel als Teamchef ausüben. "Pavel wird so lange Interimstrainer sein, bis Marc Hensel den Trainerschein hat", erklärte Helge Leonhardt. (Burg)

Trainerstimmen

André Schubert (Ingolstadt): "Wir sind sehr enttäuscht das wir verloren haben. Es war ein hitziges Spiel, teilweise über die Grenzen hinaus. Kleinigkeiten haben den Ausschlag gegeben. Tore fallen aus einem sicheren Ballbesitz, den wir haben. Wir sind im Moment schon gebeutelt mit Rückschlägen. Viele Spieler sind angeschlagen, Dennis Eckert ist, wie es aussieht, mit einem Schulterbruch raus. Das sind alles Dinge, die uns immer wieder zurückwerfen. Die musst Du wegstecken. Man hat bei Aktionen wie fliegenden Bierbechern gesehen, dass die Emotionen nicht nur hoch sind sondern arg hoch sind. Aber davon lebt der Fußball. Das ist ein Kampfspiel, das musst Du annehmen. Wir müssen vorn torgefährlicher werden und das Glück mehr erzwingen."

Carsten Müller (Aue): "Es war ein Spiel was mit Emotionen geprägt war. Mit einer Mannschaft die alles dafür tat, das die drei Punkte im Erzgebirge bleiben. Die ganze Region stand wie ein Man hinter uns. Wir sind unheimlich stolz darauf dieses Spiel gewonnen zu haben.“