Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2021/22

Spielbericht

8. Spieltag - Freitag, 24.09.2021 - 18:30

Jahn Regensburg - FC Erzgebirge Aue 3:2 (2:0)


Jahn Regensburg: Alexander Meyer - Konrad Faber (78. Benedikt Saller), Steve Breitkreuz, Scott Kennedy (43. Jan Elvedi), Erik Wekesser - Benedikt Gimber, Max Besuschkow, Jan-Niklas Beste (87. Charalambos Makridis), Carlo Boukhalfa (78. Kaan Caliskaner), Sarpreet Singh (87. Leon Guwara) - Andreas Albers; Trainer: Mersad Selimbegovic

Kader: Thorsten Kirschbaum, Sebastian Nachreiner, Christoph Moritz, André Becker

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Anthony Barylla, Sören Gonther, Dirk Carlson (46. Gaëtan Bussmann) - John-Patrick Strauß, Clemens Fandrich, Sascha Härtel (46. Nicolas Kühn), Dimitrij Nazarov (46. Antonio Jonjic), Soufiane Messeguem - Ben Zolinski (79. Antonio Mance), Babacar Gueye; Trainer: Marc Hensel

Kader: Philipp Klewin, Sam Schreck, Erik Majetschak, Tom Baumgart, Nikola Trujic

Tore: 1:0 Jan-Niklas Beste (7.); 2:0 Max Besuschkow (11.); 2:1 Nicolas Kühn (52. / Ben Zolinski); 2:2 Gaëtan Bussmann (87. / Clemens Fandrich); 3:2 Andreas Albers (90.)

Schiedsrichter: Dr. Felix Brych (München)

Zuschauer: 8127 (davon 520 Auer Fans)

Gelbe Karte: Benedikt Gimber, Jan-Niklas Beste / Soufiane Messeguem (3.), Dimitrij Nazarov (4.), Anthony Barylla, Clemens Fandrich

Unglückliche Niederlage in der letzten Minute beim Jahn

Auch im achten Ligaspiel bleiben die Auer Veilchen ohne Sieg. Gastgeber Jahn Regensburg stürmte durch einen 3-2-Heimsieg gegen Aue an die Tabellenspitze der 2. Bundesliga. Zur Pause sah es nach frühen Treffern von Beste (7.) und Besuschkow (11.) nach einem souveränen Erfolg für die Gastgeber aus, doch Kühn (52.) und Bussmann (87.) glichen nach dem Seitenwechsel für das Schlusslicht aus. In einer dramatischen Schlussphase setzte dann Albers (90.) den glücklichen Schlusspunkt für den Jahn und stürzte Aue ins Tal der Tränen.

Marc Hensel (35) war am Freitag zum vierten Mal (nach August 2019 und Mai 2021) der verantwortliche Aue-Trainer für Aue in der 2. Bundesliga. Rein personell änderte er im Vergleich zur 1-4 Niederlage gegen Paderborn nicht so viel, tauschte nur auf zwei Positionen. Nazarov und Barylla rutschten wieder in die Startelf, die zuletzt verpflichteten Antonio Mance und Nikola Trujic rotierten auf die Ersatzbank.

Die Gäste machten in den ersten Minuten einen guten Eindruck. Bei einem Härtel-Schuss aus zehn Metern, hält Zolinski im Fünfer noch den Fuß rein und verfehlt das untere linke Eck nur haarscharf. Doch der erste Gegentreffer in der 7. Minute brachte die Veilchen dann aber völlig aus dem Konzept. Besuschkow schickt Beste, nach Ballgewinn gegen Nazarov, anschließend traumhaft auf die Reise. Der Rechtsaußen läuft alleine auf den Kasten zu und bleibt eiskalt vor Männel. Mit links versenkt er das Ding sicher unten rechte rein. Und der Jahn war sofort hellwach. Es war der Start einer Drangphase des SSV Jahn mit weiteren Chancen durch Kennedy (9.) und Faber (10.) - und dem zweiten Treffer: Besuschkow köpfte eine Ecke von Beste mit viel Effet am zweiten Pfosten zum 2-0 ein (11.). Dieser zweize Treffer zeigte noch mehr Wirkung, die Veilchen hatte sichtlich Probleme mit dem Spielaufbau und strahlten trotz sichtbarem Engagements in Durchgang eins keinerlei Torgefahr aus - mit einer Ausnahme: Gueye scheiterte bei einem schnellen Konter über Messeguem und Zolinski am Jahn-Keeper Meyer (22.) der geschickt den Winkel verkürzte. Ansonsten hatte die Platzbesitzer das Zepter klar in der Hand. Männel musste sich bei zwei weiteren guten Tormöglichkeiten von Beste (21.) und Singh (38.) schon ordentlich strecken. Mit dem Zwei-Tore-Rückstand für Aue ging es in die Kabine.

Interimscoach Hensel reagierte zur Pause, nahm die schwachen Härtel und Carlson sowie den Gelb-Rot gefährdeten Nazarov runter. Dafür kamen Bussmann, Jonjic sowie Kühn, der mächtig Betrieb machte. Die Maßnahme sollte sich schon bald auszahlen, denn in der 52. Minute war es Joker Kühn, der einen weitgehend sehenswerten Angriff der Gäste zum Anschlusstreffer nutzte. Zolinski bedient Jonjic auf dem linken Flügel. Der legt flach nach innen. Dort kommt der Ball von Messeguem zu Gueye, der stark mit der Hacke weiterleitet. Zolinski verspringt das Leder allerdings. Kühn steht aber parat und haut den Ball aus zentraler Position unhaltbar ins linke Eck. Das war so etwas wie ein Wendepunkt in diesem Spiel, denn auf einmal blühten die Veilchen auf. Sie waren nicht wieder zuerkennen. Während der Jahn sich schwertat, den Schalter von Verwaltung auf Selbstinitiative wieder umzustellen, drängte Aue energisch und mit durchaus Tempo auf den Ausgleich - Kühn (58.) und Jonjic (59.) setzten mit Torschüssen weitere Akzente. Die Gäste wird witterten die Chance auf das Unentschieden. In der Folge schaffte das zu passive Regensburg es weider mehr und mehr, das Spielgeschehen vom eigenen Strafraum wegzuverlagern. Das gelang aber nicht immer, so erwischte der zuvor eingewechselte Mance eine Jonjic-Flanke mit den Kopf nicht richtig (80.). Zwei Minuten später bekommt Gueye ein anspruchsvolles Zuspiel stark kontrolliert und schließt aus sieben Metern ab. Torwart Meyer ist gegen den Versuch auf das untere linke Eck aber zur Stelle. In der 87. Minute kommt Aues-Keeper sogar bereits jetzt mit nach vorne und bleibt gleich jubelnd mit vorn. Fandrich bringt eine Ecke von der rechten Seite hoch an den ersten Pfosten. Bussmann läuft fast am Elfmeterpunkt los und kommt dann fast ungestört zum Kopfball. Der Ball geht unhaltbar unter die Latte und sorgt für großen Jubel bei den Veilchen direkt vor dem Gästeblock. Regensburg hat aber die ganz schnelle Antwort in der 90. Minute parat. Der Ex-Auer Breitkreuz tankte sich bei einem hohen Ball durch und köpfte zu Caliskaner, der anschließend hochriskant an Männel hängen blieb. Der Abpraller landete direkt bei Albers, der nicht lange fackelte und aus Nahdistanz das vielumjubelte Siegtor oben links mit Hilfe des Innenpfosten ins Dreieck markierte. Trotz einer Vierminütigen Nachspielzeit kamen die Gäste dann nicht mehr entscheidend vors gegnerische Tor. (Burg)

Trainerstimmen

Marc Hensel (Interimstrainer Aue): "Es ist ein unheimlicher Moment für mich, weil wir einen bitteren Spielverlauf gesehen haben. Ich habe schon viele Fußballspiele erlebt, aber solche spieldynamischen Prozesse wie heute, das ist sehr bitter und traurig. Es gibt uns aber auch Kraft, weil wir einfach gesehen haben, dass wir Fußball spielen können. Das gepaart mit einer Unterstützung, die wir heute über 90 Minuten hier erleben durften, die unfassbar war. Das gibt mir sehr, sehr viel Kraft. Wir haben nach drei Minuten die erste Chance, dann bekommen wir das Gegentor und schwimmen dann wirklich zehn Minuten. Da sieht man, was so eine Tabellensituation auch bewirkt. Wir haben uns unheimlich viel vorgenommen, haben versucht, viel einzustudieren. Es passen noch nicht alle Abläufe, das ist ganz normal. Da haben die Regensburger eine sehr gefestigte und sehr gute Mannschaft, dass das bitter bestraft wurde. Wie wir dann wieder ins Spiel zurückgekommen und aus der Pause rausgekommen sind, das war beeindruckend. Dass wir das 2-2 machen, war für mich eigentlich der Höhepunkt einer guten Aufholjagd und eines Auftretens einer Mannschaft, wie wir sie brauchen in den nächsten Wochen und Monaten. Wer das Spiel gesehen hat, hat gesehen, dass diese Mannschaft alles versucht, dass sie versucht Fußball zu spielen. Wir hätten hier heute mindestens einen Punkt verdient gehabt."

Mersad Selimbegovic (Regensburg): "Wir haben heute zwei unterschiedliche Halbzeiten gesehen. In der ersten Halbzeit müssen wir deutlich höher führen. Es war ein offenes Spiel, uns war bewusst, dass Aue befreit und mit viel Energie versucht die Trendwende zu schaffen. Dann kommst du aus der Halbzeit und lässt dich anstecken davon, dass Aue nach vorne spielen will und dann wird es sehr wild. Wir hatten viele Ballverluste, keine gute Restverteidigung, kein gutes Schließverhalten. Das sind Dinge, die in dieser Liga bestraft werden. Dann ist eine kritische Phase, danach haben wir es aber wieder beruhigt. Dann bekommen wir das 2-2 nach einem Standard, das war auch nicht gut verteidigt. Was dann aber richtig gut war, war, dass sich die Mannschaft nicht aufgegeben hat. Vom Anstoß weg war das klare Signal: Wir wollten nach vorne spielen und das Spiel noch einmal retten. Da hatten wir auch ein bisschen Glück, von dem wir in den letzten beiden Spielen nicht so viel hatten. Zum richtigen Zeitpunkt hat Andreas Albers wieder getroffen und das war wichtig. Es war ein ganz, ganz schweres Spiel. Wir haben uns nicht reif genug verhalten, um so ein Spiel ruhig zu Ende zu bringen."