Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2021/22

Spielbericht

7. Spieltag - Sonntag, 19.09.2021 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - SC Paderborn 07 1:4 (0:3)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - John-Patrick Strauß, Sören Gonther, Dirk Carlson (46. Gaëtan Bussmann), Sascha Härtel - Soufiane Messeguem, Clemens Fandrich (46. Philipp Riese), Nikola Trujic (46. Omar Sijaric), Ben Zolinski (69. Dimitrij Nazarov) - Babacar Gueye, Antonio Mance (69. Nicolas Kühn); Trainer: Aliaksei Shpileuski

Kader: Philipp Klewin, Anthony Barylla, Tom Baumgart, Antonio Jonjic

SC Paderborn 07: Jannik Huth - Robin Yalcin (79. Johannes Dörfler), Jasper van der Werff (78. Jannis Heuer), Uwe Hünemeier, Jamilu Collins - Marco Schuster, Ron Schallenberg, Felix Platte (62. Dennis Srbeny), Julian Justvan (69. Marcel Mehlem) - Marco Stiepermann (62. Kai Pröger), Sven Michel; Trainer: Lukas Kwasniok

Kader: Moritz Schulze, Jonas Carls, Kelvin Ofori, Maximilian Thalhammer

Tore: 0:1 Marco Stiepermann (4.); 0:2 Sven Michel (26.); 0:3 Felix Platte (38.); 0:4 Marco Stiepermann (48.); 1:4 Babacar Gueye (51. / Omar Sijaric)

Schiedsrichter: Deniz Aytekin (Oberasbach)

Zuschauer: 5150

Besondere Vorkommnisse: 30 Minuten nach Spielende wurde Trainer Aliaksei Shpileuski offiziell beurlaubt. Als Interimstrainer wurde zwei Tage darauf der bisherige Co-Trainer Marc Hensel (A-Lizenz, ohne erforderliche Fußball-Lehrer-Lizenz für dauerhafte Cheftrainer-Beschäftigung) benannt.

Aue verliert und trennt sich vom Trainer

Erzgebirge Aue wartet als Tabellenletzter weiter auf den ersten Saisonsieg. Das Spiel gegen den neuen Tabellenführer der 2. Bundesliga wurde zum Offenbarungseid der Veilchen. Die Gäste aus Ostwestfalen waren extrem effizient im Lößnitztal. Am Ende hieß es 1-4 aus Sicht der Gastgeber. Schon in der Pressekonferenz nach dem Spiel zog der Verein Konsequenzen und beurlaubte den 33-jährigen Aliaksei Shpileuski. Präsident Helge Leonhardt sagte: "Ich hatte mich kurz mit Aufsichtsrat und Vorstand konsultiert. Nach einem Gespräch mit Aliaksei im Anschluss des Spieles sind wir zur Auffassung gekommen, dass wir getrennte Wege gehen", erklärte Leonhardt und sagte weiter: "Ich hatte mich mit Aljaksej ausgesprochen. Wir sind zur Meinung gekommen, dass er die Mannschaft nicht mehr erreicht - oder die Mannschaft ihn nicht. Das ist so im Profifußball. Aber so ist es nicht umsetzbar. Wir beide hatten das Gefühl, dass es so nichts bringt. Das Projekt ist gescheitert, was ich persönlich sehr bedauere." Weitere Aussagen wollte Leonhardt auf der Pressekonferenz nicht beantworten. Die Trainersuche beginne in der kommenden Woche. "Wir müssen jetzt ein neues Projekt starten. In der Hoffnung und Zuversicht, dass wir wieder auf Kurs kommen", so Leonhardt.

Aues Coach Shpileuski beorderte zwei neue in die Startelf: Riese und Kühn wurden von Trujic und Gueye ersetzt. Beide Offensivakteure zeigten in der ersten Halbzeit Mut und Willen - Trujic holte nach zwei Minuten die erste Ecke raus. Doch aus dem Nichts gingen dann die Gäste schon in der 4. Spielminute in Führung. Stiepermann schloß einen schnellen Gegenangriff, bei dem die Veilchen einfach nicht in die Zweikämpfe kam, mit einem platzierten und trockenen Schuß aus 18m ins Auer Tor ab. Männel streckte sich vergebens. Auf der Führung ruhten sich die Gäste nicht aus und suchten immer wieder den Weg nach vorne. Bei fast jeden Angriff bekam Aue Probleme. Nur einmal keimte etwas Hoffnung auf in den Reihen der Gastgeber, als Gueye schön auf Zolinski weiterleitet und der den Ball mit einem knallharten Flachschuss aus 18 Metern an den linken Pfosten setzte (16.). Den zurückspringenden Ball setzte Mance, aus halbrechter Position knapp über den Querbalken. Danach machte der SCP einfach weiter. Platte (20./24) sorgte zweimal für Gefahr vor Männel. Wie es geht zeige dann eindrucksvoll Michel. Nach einem Paß von Schallenberg schüttelt er Gonther ab, dreht noch eine Kurve zurück zur Strafraumgrenze und nagelt den Ball unter die Latte zum 0-2 (26.). Vor der Pause erhöht der SCP noch auf 0-3. Collins mit einer Eingabe auf den zweiten Pfosten. Der erste Schuss von Schuster kann zunächst Männel mit einem Reflex abwehren, aber der Nachschuß von Platte aus sechs Metern landet in den Maschen. Wird zwar vom VAR überprüft, zählt aber. Aue hatte zwar auch drei Versuche durch Mance (20.), Trujic (24.) und Gueye (33.), die aber insgesamt nichts halbes und ganzes waren.

Nach der Pause bringt Shpileuski mit Bussmann, Siajric und Riese gleich drei neue Spieler auf dem Platz, aber Stiepermann macht praktisch mit dem 0-4 alles klar (48.). Dabei ließ er mit einer Drehung Bussmann und Gonther ins Leere rutschen und hatte freie Schußbahn. Nun wurden Erinnerungen an das 3-8 im Mai wach, aber Paderborn beließ es bei den vier Treffern. Aue kam durch einen Kopfball von Gueye heran (51.), der eine Flanke von Sijaric unter Bedrängnis verwertete. Danach sahen die 5.150 Zuschauer die beste Phase der Platzbesitzer. Mance (54.) - drüber und Gueye per 17-Meter Schuss (57.) knapp vorbei. Kurz danach übersah Mance den freien Zolinski, prüfte aber in der 64. Minute Torwart Huth. Auch Sijaric prüfte SCP-Keeper Huth per Kopf (71.), rauschte in der Aktion aber mit van der Werff zusammen - beide mussten anschließend behandelt werden. Während Letzterer nach wenigen Minuten ausgewechselt wurde, biss Sijaric auf die Zähne und spielte weiter, wohl auch weil Aue nicht mehr wechseln konnte. Die Gäste hatten aber alles im Griff. Pröger (63.) an den rechten Pfosten und Michel (77.), der Männel zu einer Fußparade zwang, besaßen weitere Möglichkeiten. Nachdem Riese verletzungsbedingt runter mußte, spielte Aue die restlichen 12 Minuten in Unterzahl zu Ende. Die Partie plätscherte dann eh nur noch dem Schlußpfiff entgegen. (Burg)

Trainerstimme

Lukas Kwasniok (Paderborn): "Es ist eine ungewöhnliche Pressekonferenz, deshalb möchte ich mich sehr, sehr kurz halten. Wir sind natürlich sehr froh über den Sieg, Ich glaube, auch in der Höhe verdient, weil wir von Beginn an im Spiel waren, hatten nur eine kurze Phase, nach dem 2-0, wo wir den Gegner hätten herankommen lassen können. Alles in allem war es eine wirklich gute Leistung. Wir freuen uns über den aktuellen Ist-Zustand. Wir wissen aber, dass wir sehr demütig sein müssen. Ich wünsche Herrn Leonhardt, dem FC Erzgebirge Aue und der gesamten Region alles Gute."