Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2021/22

Spielbericht

2. Spieltag - Sonntag, 01.08.2021 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 0:0


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Dirk Carlson, Sören Gonther, Gaëtan Bussmann - John-Patrick Strauß, Clemens Fandrich, Anthony Barylla, Omar Sijaric (63. Sam Schreck), Dimitrij Nazarov (85. Erik Majetschak), Soufiane Messeguem (71. Tom Baumgart) - Ben Zolinski; Trainer: Aliaksei Shpileuski

Kader: Tim Kips, Philipp Klewin, Ramzi Ferjani, Sascha Härtel, Ognjen Gnjatic, Philipp Riese

FC St. Pauli: Nikola Vasilj - Luca-Milan Zander (90. Adam Dzwigala), Philipp Ziereis, Jakov Medic, Leart Paqarada - Eric Smith (77. Afeez Aremu), Finn Ole Becker, Daniel-Kofi Kyereh, Rico Benatelli (77. Christopher Buchtmann) - Guido Burgstaller (90. Simon Makienok), Maximilian Dittgen (55. Lukas Daschner); Trainer: Timo Schultz

Kader: Dennis Smarsch, Lars Ritzka, James Lawrence, Christian Viet

Tore: Fehlanzeige

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen)

Zuschauer: 6828

Gelbe Karte: Dirk Carlson / Jakov Medic, Eric Smith

Aue bleibt nach zwei Spielen ungeschlagen

Nach langen 274 Tagen durften wieder Zuschauer zu einem Heimspiel von Erzgebirge Aue. Zwar sahen sie keine Tore aber beim Schlußpfiff gab es herzlichen Beifall von den Rängen. Dank einer guten Abwehrleistung haben sich die Veilchen gegen den FC St. Pauli den zweiten Punkt in dieser Saison erkämpft. „Auf diese Null hinten können wir stolz sein. Am Ende war es ein gerechtes Ergebnis. Die Defensive ist die Basis der gesamten Saison“, meinte Aues Abwehrspieler Sören Gonther unmittelbar nach dem Spiel. Dima Nazarov sieht klar eine Entwicklung im Spiel seiner Mannschaft "...aber im Abschluß müssen wir besser werden. Zum ersten Saisontor haben heute nur ein paar Zentimeter gefehlt", erklärte der 31jährige Aserbaidschaner. Beim Heimdebüt des neuen FCE-Trainers Aliaksei Shpileuski überzeugten die Veilchen vor allem vor der Pause. „In der ersten halben Halbzeit hatten wir die eine oder andere gefährliche Chance. In der zweiten bekamen wir weniger Umschaltmomente und waren etwas müde.“

Der Auer Coach nahm im Vergleich zum 0-0 in Nürnberg nur eine erzwungene Änderung vor: Messeguem ersetzte den vom FC Bayern II ausgeliehenen Kühn, der sich einen Muskelfaserriss im rechten Oberschenkel zugezogen hatte und wohl länger ausfällt. Neuzugang Sam Schreck, der am Mittwoch verpflichtet wurde, saß zunächst auf der Bank.

Die 6.828 Zuschauer, darunter 336 Gäste-Fans, sahen von Beginn an eine temporeiche und rassige Partie. Es ging ohne Anlaufphase direkt los. Die Gastgeber begannen mit viel Elan und hatten bereits nach 26 Sekunden die erste Chance. Messeguem versuchte es von der Strafraumgrenze mit einem technisch anspruchsvollen Volley. Pauli-Keeper Vasilj war jedoch zur Stelle und konnte entschärfen. Wenig später dann ein Schockmoment für die Hausherren. Dittgen bekam einen langen Ball und war von der Auer Defensive völlig alleingelassen worden. Bussmann stellte den Angreifer aber stark, bevor dieser abschließen konnte (2.). Danach standen die Veilchen sicherer und ließen nur noch wenig zu. Aue zeigte erstmals vor dem gegnerischen Tor, Nazarov setzte seinen Flachschuss aus 18 Metern aber knapp daneben (6.).

Dann machte es Vasilj im Tor der Gäste selbst unnötig spannend, als ihm eine Faustabwehr misslang (15.). Der Keeper bügelte seinen Fehler aber sofort aus, noch vor der Linie fängt er den Ball aber wieder ab. Im direkten Gegenzug klingelte es im Auer Kasten. Nach einem Solo von Zander über das halbe Feld fand der Rechtsverteidiger Burgstaller auf der halblinken Seite. Nach sauberer Ballmitnahme fackelte dieser nicht lange und überwand Männel. Beim Zuspiel stand der Angreifer aber knapp im Abseits, das bestätigte der Videoschiedsrichter anschließend, als Aue im Anstoßkreis auf Wiederanstoß wartete. In der Folge kam Aue besser ins Spiel. Immer wieder suchte die Shpileuski-Elf den schnellen Weg nach vorne. Einen Einwurf Baryllas von links verlängert Ziereis unfreiwillig an die zentrale Sechzehnerkante. Dort zieht Nazarov (22.) sofort ab und zwingt Vasilj zu einer guten Parade. Dann probierte es Fandrich mit einen Distanzschuss (25.) - drüber. Drei Minuten später schickt Messguem, im Anschluss an einer abgewehrte Ecke, den 19-Jährigen Sijaric aus der eigenen Hälfte nach halblinks auf die Reise. Der Youngster vernascht im Sechzehner mit einem Haken Ziereis, scheitert dann aber spitzem Winkel aber an Vasilj der gekonnt den Winkel verkürzt. St. Pauli verlor derweil etwas den Zugriff zum Spiel und versuchte es über lange Bälle, bei denen Burgstaller und Dittgen gesucht, aber selten gefunden wurden. Gleichzeitig wurde das Spiel auch etwas ruppiger und Spielunterbrechungen nahmen zu. Fast mit dem Halbzeitpfiff wären die Veilchen dann doch noch in Führung gegangen. Zolinski wurde im 16er von Strauß angespielt und zog flach aus der Drehung ab, Vasilj kratzte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten, das wäre die Pausenführung gewesen.

In Durchgang zwei brauchten beide Teams einige Minuten, bevor sie zu Abschlüssen kamen. Zolinski hatte auf Auer Seite eine Möglichkeit aus der Drehung die aber über den Kasten ging (51.). Dann konnte Becker fast die Auer Abwehr überrumpeln. Sein starkes Solo aus dem Mittelfeld bis in den Strafraum hinein konnte er nicht krönen konnte (55.). Der Ball rollte nur knapp am linken Pfosten vorbei. Danach wechselte Pauli-Trainer Schultz erstmals: Mit Daschner kam für Dittgen eine junge Offensivkraft, die sofort auf sich aufmerksam machte und aus 20 Metern Männel prüfte (59.), der jedoch keine Mühe hatte den Ball zu halten. In der Folge fehlte beiden Mannschaften der Zug zum Tor. Wieder raubten viele Unterbrechungen den Spielfluss. Gonther misslang eine Direktabnahme, nach Barylla Eingabe, am zweiten Pfosten völlig (69.). Sonst gab es bis zur Schlussphase keine Torchancen zu sehen, weil das Spiel insgesamt immer mehr verflachte. Aue wollte schon noch, aber vorne fehlte die Genauigkeit. Dann ruckten die Gäste noch einmal an. Aue mußte dem aufopferungsvollen Fight Tribut zollen. St. Pauli war da dem "Lucky Punch" näher. Der eingewechselte Daschner scheiterte aus sehr spitzem Winkel an Männel (80.) und dann aus 16 Metern, als er das lange Eck knapp verfehlte (84.). Schließlich sorgte eine Einzelaktion für den letzten Torschuss des Spiels: Kyereh (90.+1) behauptete sich am Strafraum und schoss aus 15 Metern halbrechter Position zu zentral auf Männel, der im Nachfassen hielt. (Burg)

Trainerstimmen

Timo Schultz (St. Pauli): "Die Zuschauer haben trotz des 0-0 ein sehr intensives Spiel gesehen. Es gab Torchancen auf beiden Seiten. Meine Mannschaft hat sich im Verlauf des Spiels auf die stressige Spielweise der Auer eingestellt. Sie haben uns das Leben sehr, sehr schwer gemacht. Am Ende hätten wir mit etwas Fortune das Tor machen können, aber alles in allem ist es ein gerechtes Unentschieden.“

Aliaksei Shpileuski (Aue): "Ich bin zufrieden. Wir hatten in den ersten beiden Spielen zwei starke Teams vor der Brust. Wir wussten, was auf uns zukommt. Ich denke, die Jungs haben es sehr gut gemacht. Mit der Ersten Halbzeit war ich zufrieden. In der zweiten Hälfte waren wir etwas müde und nicht mehr so griffig. Mein Kollege hat es aber richtig gesagt. Ich glaube, es ist ein gerechtes Unentschieden."