Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

28. Spieltag - Samstag, 10.04.2021 - 13:00

FC Erzgebirge Aue - FC St. Pauli 1:3 (0:1)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther, Florian Ballas, Gaëtan Bussmann (83. Sascha Härtel) - Philipp Riese (71. Clemens Fandrich), Louis Samson (54. Antonio Jonjic) - John-Patrick Strauß, Dimitrij Nazarov (54. Jan Hochscheidt), Florian Krüger (71. Tom Baumgart) - Pascal Testroet; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Calogero Rizzuto, Ben Zolinski, Philipp Zulechner

FC St. Pauli: Dejan Stojanovic - Luca-Milan Zander, Philipp Ziereis, Adam Dzwigala, Leart Paqarada - Rico Benatelli (67. Afeez Aremu) - Finn Ole Becker (67. Lukas Daschner), Daniel-Kofi Kyereh (89. Igor Matanovic), Rodrigo Zalazar - Omar Marmoush (67. Maximilian Dittgen), Guido Burgstaller (83. Tore Reginiussen); Trainer: Timo Schultz

Kader: Svend Brodersen, Jannes Wieckhoff, Daniel Buballa, Marvin Knoll

Tore: 0:1 Luca-Milan Zander (1.); 0:2 Rodrigo Zalazar (49.); 0:3 Luca-Milan Zander (56.); 1:3 Pascal Testroet (73. / Tom Baumgart)

Schiedsrichter: Florian Heft (Neuenkirchen)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Steve Breitkreuz (2.), Philipp Riese (5., gesperrt) / -

Verdiente Niederlage - Drei Gegentreffer bei Männels 300. Zweitligaspiel

Bitteres Jubiläumsspiel für Martin Männel: In der Partie gegen den FC St. Pauli geriet sein Team bereits früh in Rückstand und war dem Druck des besten Rückrundenteam über weite Strecke nicht gewachsen. Die Hamburger bestimmten das Spiel vom 0-1 nach 59 Sekunden an und verpassten es, das Ergebnis noch höher zu gestalten. Der Anschlusstreffer durch Testroet machte am Ende keinen Unterschied. Dabei war es Aues Torwart noch zu verdanken, dass die Partie lediglich nur mit 1-3 verloren ging. Die Kiezkicker haben damit erstmals seit Dezember 2013 in Aue wieder gewonnen, blieben damit im siebten Auswärtsspiel in Folge ungeschlagen (fünf Siege, zwei Remis) und setzten ihre Serie in der Fremde fort. Auswärts waren die Braun-Weißen zuletzt zuletzt vor 27 Jahren noch länger ungeschlagen, von November 1993 bis August 1994 waren es acht Auswärtsspiele in Serie ohne Niederlage.

Aue-Trainer Dirk Schuster veränderte seine Startelf auf einer Position: Riese ersetzte den Gelb-gesperrten Gnjatic. Das Duell der Tabellennachbarn begann mit einem Blitzstart der Gäste. Bereits nach 59 Sekunden lag der Ball im Auer Tor. Zalazar brachte einen ersten Freistoß von halbrechts in den Strafraum, wo gleich mehrere Spieler an der Kugel vorbeisprangen. Am zweiten Pfosten tauchte der aufgerückte Zander auf, den die Auer Defensive vergessen zu haben schien. Der Verteidiger köpfte unbedrängt aus wenigen Metern ein. Zunächst schien es, als würde den Gastgebern der frühe Rückschlag wenig ausmachen, Testroet und Nazarov verzeichneten kurz nach dem Rückstand eine Doppelchance, kamen mit ihren Versuchen aber nicht durch (5.). Testroet scheiterte am Fuß vom Torwart Stojanovic und der Nachschuß von Nazarov wird von Ziereis geblockt. Acht Minuten später kam Krüger bei einem Zuspiel von Testroet nur einen Schritt zu spät gegen Stojanovic. Den Nachschuß schießt Testroet genau in die Arme vom St. Pauli Keeper. Im Anschluss übernahmen die Kiez-Kicker aber die Kontrolle über das Spiel und bauten diese bis zur Halbzeit zu eindeutiger Dominanz aus. Vor allem über die linke Seite und denn agilen Marmoush sorgten die Hamburger regelmäßig für Gefahr (23./26./28.), Jubilar Männel (300. Zweitliga-Spiel) hatte alle Hände voll zu tun. Aue versuchte es immer wieder über Konter, ließ jedoch die nötige Präzision vermissen. Die Veilchen kamen erst gar nicht in die Nähe vom gegnerischen Strafraum. Nach einer halben Stunde hatten die Hamburger satte 70 Prozent Ballbesitz, führten hochverdient, nur zu knapp. Erst Strauß verzeichnete kurz vor der Pause nach tollem Testroet-Zuspiel eine erneute Chance für die Veilchen, verfehlte per Volley aber den Kasten (41.) aus spitzen Wnkel. Mit der hochverdienten, aber dennoch knappen Führung ging es in die Pause.

Unverändert kamen beide Teams zurück aufs Feld - und es passierte fast das Gleiche wie zu Beginn der Partie. Diesmal dauerte es vier Minuten, ehe Burgstaller im Strafraum angespielt wurde, den Ball stark gegen Gonther, Ballas und auch gegen den dazu eilenden Breitkreuz behauptete und dann mit Übersicht auf Zalazar an der Sechzehnerlinie ablegte, der die Kugel wuchtig zum 0-2 ins Tor schoss (49.). Männel bleibt wie angewurzelt auf der Linie stehen. Keine zehn Minuten später kassierte Aue die gespiegelte Kopie des 0-1: Paqarada brachte den Ball per Freistoß von links in den Strafraum, Testroet verlängerte die Kugel unglücklich an den zweiten Pfosten - und dort lauerte erneut sträflich alleine gelassen Zander, der zum 0-3 eingrätschte (56.). Kurz darauf verhinderte Männel den vierten Gegentreffer mit einer starken Parade gegen Marmoush (59.). St. Pauli zog sich nun etwas zurück, ohne jedoch Aue zur Entfaltung kommen zu lassen. Die Gäste kamen dennoch immer wieder gefährlich nach vorne. Männel musste weiterhin ordentlich hinlangen, parierte stark gegen Burgstaller (68.) und nach der folgenden Ecke gegen Kyereh (69.). Eine Viertelstunde vor dem Ende lag der Ball dann aus dem Nichts im Tor der Gäste: Der kurz zuvor eingewechselte Baumgart bediente Testroet mit einer mustergültigen Flanke im Strafraum, der Stürmer nahm die Kugel stark mit der Brust an und schob sie an Stojanovic vorbei ins Tor (73.). Sein 12. Saisontreffer. Der Anschlusstreffer gab Aue zwar nochmal etwas Aufwind. Testroet (76.) trifft den Ball nicht richtig, es entsteht nur ein Schüsschen, das in den Armen von Stojanovic landet. Ein Jonjic-Versuch (80.) geht rechts am Kasten vorbei. Die dicken Chancen hatte aber St. Pauli: Der eingewechselte Daschner (79.) und Zalazar (81.) vergaben Hochkaräter zum 1-4. Für Aue setzte Hochscheidt einen 25-Meter-Freistoß noch knapp übers Tor (89.), ehe der eingewechelte Matanovic noch mal an Männel, dem besten Auer, scheiterte (90.+1). Am Ende blieb es aber dennoch beim völlig verdienten Auswärtssieg des FC St. Pauli, der damit die Rückrundentabelle vor Fürth und Bochum anführt. (Burg)

Die kommende Auswärtspartie von FC Erzgebirge Aue am 17. April 2021 beim Karlsruher SC wird verschoben. Denn die Mannschaft des KSC geht nach einem weiteren Coronafall für 14 Tage in Quarantäne. Das beschloss der Klub am Dienstag, 6. April in Absprache mit dem Karlsruher Gesundheitsamt. Die Quarantäne gilt für den kompletten Kader. Einzig die Spieler, die zuletzt nicht im Mannschaftskreis trainiert haben, sind von der Quarantäne nicht betroffen. Die Quarantäne gilt bis zum 20. April.

Trainerstimmen

Timo Schultz (St. Pauli): "Es war heute ein sehr guter Auftritt meiner Mannschaft. Es hat wirklich Spaß gemacht zuzugucken. Aue war zweikampfstark, stand kompakt und hat versucht, uns vom Tor wegzuhalten. Über Umschaltmomente konnten wir ins Spiel kommen. In der ersten Halbzeit waren wir in der Rückraumsicherung wirklich gut und haben uns ein paar Chancen herausgespielt. Wir sind sehr früh in Führung gegangen, was uns auch in die Karten gespielt hat. Es freut mich besonders, dass wir heute zwei Standard-Tore erzielt haben. Standards traineren wir überproportional viel und bislang ist da gar nichts bei rausgekommen. Das Einlaufverhalten am zweiten Pfosten war heute top, es gehört auch ein bisschen Glück dazu. Glückwunsch an Luca zu seinen ersten beiden Toren. Nach dem Gegentor hatte ich Vertrauen in meine Mannschaft, dass sie die Situation lösen wird. Ich hatte aber auch gehofft, dass wir mit dem vierten Tor den Deckel drauf machen, die Gelegenheiten dafür waren da. Mit dem 3-1 können wir natürlich auch sehr gut leben. Wir freuen uns über den Sieg. Wir haben in Aue gewonnen, das passiert nicht ganz so oft."

Dirk Schuster (Aue): "Glückwunsch an den FC St. Pauli für den Sieg, das war eine völlig verdiente Nummer. Man muss akzeptieren, dass eine Mannschaft hergekommen ist, die mit breiter Brust aufgelaufen ist und der man den Spaß am Fußball anmerkt. Vorne sind sie top besetzt und haben alles dabei - Tempo, Wucht, Torgefahr sowie technisches und taktisches Vermögen. Wir haben es uns natürlich ganz anders vorgestellt und zu Martin Männels 300. Zweitligaspiel punkten und wenn möglich die magische Zahl von 40 Punkten erreichen. Den ersten Matchball haben wir total versemmelt. Das frühe Gegentor hat uns nicht gerade in die Karten gespielt. Wir hatten in der ersten Halbzeit noch Möglichkeiten, das zu egalisieren, haben vor dem Tor aber nicht die richtigen Lösungen gefunden. St. Pauli hat es uns kurz nach der Halbzeit vorgemacht, wie man mit solchen Situationen umgeht. Das 0-3 fällt dann aus einer identischen Situation wie beim 0-1. Wir haben uns aber nicht ergeben und haben kein Waterloo erlebt, sondern haben noch den Ehrentreffer erzielt. Mehr haben wir heute nicht verdient, St. Pauli war besser, das müssen wir so hinnehmen."