Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

26. Spieltag - Samstag, 20.03.2021 - 13:00

FC Erzgebirge Aue - SV Sandhausen 2:0 (0:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther, Florian Ballas, Gaëtan Bussmann - Ognjen Gnjatic, John-Patrick Strauß - Florian Krüger (88. Philipp Zulechner), Dimitrij Nazarov (90+1. Tom Baumgart), Jan Hochscheidt (85. Calogero Rizzuto) - Pascal Testroet; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Kevin Harr, Philipp Klewin, Sascha Härtel, Antonio Jonjic, Erik Majetschak

SV Sandhausen: Stefanos Kapino - Gerrit Nauber (78. Besar Halimi), Tim Kister (46. Nils Röseler), Aleksandr Zhirov - Dennis Diekmeier, Erik Zenga, Janik Bachmann (70. Emanuel Taffertshofer), Nikolas Nartey - Julius Biada - Daniel Keita-Ruel, Alexander Esswein (70. Enrique Pena Zauner); Trainer: Gerhard Kleppinger

Kader: Philipp Heerwagen, Diego Contento, Philipp Klingmann, Denis Linsmayer, Ivan Paurevic

Tore: 1:0 Florian Krüger (65. / Florian Ballas); 2:0 Pascal Testroet (70. / Dimitrij Nazarov)

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Ognjen Gnjatic (4.) / Gerrit Nauber, Tim Kister, Janik Bachmann

Aue siegt - weil Krüger und Testroet treffen

Es wurde der von allen erwartete Sieg für die Auer Veilchen nach zuvor drei sieglosen Spielen. Aber die erste Hälfte war geprägt von vielen Fehlern, so dass nur wenige Chancen zu verzeichnen waren. Nach den Seitenwechsel schlugen die Veilchen zweimal eiskalt zu. Für die Gäste aus Sandhausen war es die achte Auswärtsniederlage in Serie. Die abstiegsbedrohten Kurpfälzer verloren nach Wiederanpfiff erst den Mut und dann den Faden. "Nach Aues 1-0 war das Spiel für uns fast vorüber. Wir sind nicht mehr zurückgekommen", gab SVS-Interimstrainer Gerhard Kleppinger unumwunden zu. In Aue überraschte Sandhausen im ersten Abschnitt, denn die schwächste Auswärtsmannschaft der Liga spielte unerwartet forsch. Die Gäste erwischten den besseren Start. Sie traten von der ersten Minute mit großem Willen auf und stellte die Platzbesitzer so vor Problemen. Biada gleich zweimal (2./35.) und Bachmann (33.) verfehlten aus bester Position das Ziel und Nartey fand in FCE-Torwart Männel seinen Meister (17.). Erst nach einer halbe Stunde verzeichnete Aue eine erste Halbchance als Testroet Strauß schickte, doch der rutschte mit dem Standbein weg als er den Ball am Torwart vorbeilegen wollte. Den Sandhäusern merkte man die große Relevanz des Spiels an. Immer wieder suchten sie mutig den Weg zum gegnerischen Tor. Aue verlor dagegen immer wieder früh im Aufbau den Ball, doch die Gäste konnten die Dominanz in Hälfte eins in keine Treffer ummünzen. Ihr bester Torschütze Behrens (8 Tore) fehlte wegen einer Gelbsperre. Aue wirkte vor allem im Vorwärtsgang äußerst pomadig, hatte viel zu viele Fehler im Spiel drin. Kurz vor der Pause gab es dann doch zwei Möglichkeiten für das Schuster Team: Erst parierte Kapino einen Nazarov-Freistoß stark (43.), den Abpraller konnte Krüger nicht kontrollieren. Und dann zog Breitkreuz aus 16 Metern knapp am rechten Pfosten vorbei (45.+2). Torlos ging es in die Kabinen ging.

Aues Trainer Schuster stellte in der Pause auf eine Doppelspitze mit Testroet und dem für die U-21-EM nominierten Krüger um, zudem agierten die Veilchen fortan hinten mit einer Dreierkette. Das neue System fruchtete, Nazarov übers Tor (52.) nach schönem Querpass von Krüger mit viel Übersicht. Zwei Minuten später klappte es dann aber. Nach einem Nazarov-Schuß prallt der Ball direkt zu Ballas der von der linken Seite scharf auf den langen Pfosten gibt. Krüger, der sich im Rücken von zwei Verteidigern davongestohlen hat, muss aus sechs Metern am langen Pfosten nur den Fuß reinhalten. Eine gute Bewegung des U21-Nationalspielers, der genau im richtigen Moment den Lauf nach vorne gestartet hat. Sein elfter Saisontreffer und die 1-0 Führung. Auch danach waren die Gastgeber am Drücker, beim SVS fand ein Bruch im Spiel statt. Die Gäste ließen sich in den Zweikämpfen mehr und mehr den Schneid abkaufen. Gnjatic (60.) und Nazarov (62.) haben weitere Möglichkeiten die jedoch nichts einbringen. Dann wollen die Gäste einen Elfmeter (63.) haben, doch Gnjatic hat Biada kaum berührt. Wenig später fiel dann aber schon die Vorentscheidung. Männels langen Ball verlängerte Nazarov per Kopf in den Lauf von Testroet, der gegen passiv verteidigende Sandhäuser cool und abgeklärt zum 2-0 traf (69.). Kurz darauf erzielte Krüger beinahe das dritte Tor, aus 15 Metern schlenzt er im Eins-gegen-Eins mit Kapino flach ins rechte Eck, doch der Rechtsschuss geht einen knappen Meter rechts vorbei. Sandhausen zeigte bis zum Schlusspfiff Moral und gab nicht auf. Keita-Ruel (82.) und Zhirov (90.+2) hatten zwei Möglichkeiten zur Resultatsverbesserung. Aue fuhr so nach zuvor drei Partien ohne Sieg (0/1/2) letztlich doch recht souverän wieder einen Dreier ein und baute den Vorsprung auf die direkten Abstiegsplätze auf 14 Zähler aus. "Wir sind stolz darauf, zum jetzigen Zeitpunkt 36 Punkte zu haben", meinte Schuster. (Burg)

Trainerstimmen

Gerhard Kleppinger: Wir haben in der ersten Hälfe ein gutes Spiel abgeliefert, haben die Dinge, die wir uns vorgenommen haben, umgesetzt. Wir wollten aggressiv spielen, nach vorne spielen und durchs Zentrum nach vorne kommen. Wir hatten genügend Abschlüsse, waren dabei aber zu unkonzentriert. In diesen Situationen müssen wir das Tor mehr wollen. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Leistung nicht mehr so auf den Platz bekommen, wie wir es uns vorgenommen hatten. Wir haben nach dem 0-1 zu umständlich gespielt und hatten fast keine Abschlüsse mehr, zudem haben wir in der zweiten Hälfte zu schlecht verteidigt. Nach dem 0-2 war es für uns natürlich ganz schwer, noch mal zurückzukommen. Glückwunsch an den FC Erzgebirge Aue. Wir müssen nun schauen, dass wir wieder zu Hause punkten.

Dirk Schuster (Aue): "In der ersten Halbzeit hatten wir nicht so richtig den Zugriff. Wir wussten, dass es ein kampfbetontes Spiel wird. Wir haben es nicht richtig gut verteidigt und in der Vorwärtsbewegung Fehler gemacht. Wir mussten uns was einfallen lassen, haben auf eine Dreierkette und zwei Stürmer umgestellt. Das hat uns sehr gut getan, wir hatten mehr Zugriff und haben dem Gegner kaum noch Chancen genehmigt. Wir haben mutig und sauber hinten raus gespielt und konnten das Spiel sicherer nach vorn tragen. Und haben die zwei Tore geschossen. Es war aber ein brutales, hartes Stück Arbeit. Ich freue mich, dass wir dieses enge Spiel ziehen konnten, weil Sandhausen in der ersten Halbzeit einige Chancen liegengelassen hat."