Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

25. Spieltag - Samstag, 13.03.2021 - 13:00

SV Darmstadt 98 - FC Erzgebirge Aue 4:1 (2:0)


SV Darmstadt 98: Marcel Schuhen - Patrick Herrmann, Patric Pfeiffer, Immanuel Höhn, Adrian Stanilewicz - Nicolai Rapp (75. Tobias Kempe), Victor Palsson - Tim Skarke (75. Christian Clemens), Marvin Mehlem (69. Fabian Schnellhardt), Mathias Honsak (90+2. Erich Berko) - Serdar Dursun (90. Felix Platte); Trainer: Markus Anfang

Kader: Carl Klaus, Matthias Bader, John Peter Sesay, Samuele Campo

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther (14. Louis Samson), Florian Ballas, Gaëtan Bussmann - Ognjen Gnjatic (46. Tom Baumgart), John-Patrick Strauß - Florian Krüger (77. Antonio Jonjic), Dimitrij Nazarov, Calogero Rizzuto (72. Erik Majetschak) - Pascal Testroet (72. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Sascha Härtel, Niklas Jeck

Tore: 1:0 Serdar Dursun (4.); 2:0 Serdar Dursun (27.); 3:0 Serdar Dursun (67.); 3:1 Dimitrij Nazarov (Handelfmeter, 79.); 4:1 Mathias Honsak (90.)

Schiedsrichter: Frank Willenborg (Osnabrück)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Immanuel Höhn, Victor Palsson, Nicolai Rapp / Pascal Testroet

Gelb/Rote Karte: - / Louis Samson (59., wiederholtes Foulspiel)

Nichts zu holen in Darmstadt

Auch im fünften Anlauf gab es für die Auer Veilchen am Böllenfalltor nichts zu holen. Mit einem 1-4 setzte es eine denkbar unglückliche Niederlage beim SV Darmstadt. Während Lilien Torjäger Serdar Dursun mit gleich drei Toren alles gelang, erwischte auf der anderen Seite Pascal Testroet einen rabenschwarzen Tag. „Es gibt so Tage, da ist es grausam als Stürmer. Es war ein Alptraum-Tag. Das tut mir wirklich leid für die Jungs. Sie haben gut vorbereitet, normal mache ich die Dinger auch rein“, so der frustrierte Auer Stürmer, der gleich vier Möglichkeiten hatte dem Spiel einen anderen Verlauf zu geben. Dabei hatten sich die Gäste so viel vorgenommen, wollten endlich etwas Zählbares aus Darmstadt mitnehmen und zumindest endlich mal ins gegnerische Tor treffen. Einzig dieses Vorhaben wurde mit dem Elfmetertor von Nazarov erfüllt, doch da war der Kuchen schon lange gegessen.

Von Anpfiff an stand das Vorhaben in Darmstadt endlich mal was zu reissen unter keinem guten Stern. In der Aufstellung fehlte Zolinski, den die Quarantäne-Hexe als nächsten FCE-Spieler erwischt hatte. Und Hochscheidt war entgegen anders lautender Trainerprognosen doch noch nicht wieder bei ausreichender Fitness für einen Einsatz. Für Zolinski rutschte Rizzuto das erste Mal seit Ende Januar wieder in die Startelf, ansonsten spielten die selben Elf wie eine Woche zuvor beim 500. Jubiläumsspiel gegen Hannover. Das Unheil sollte bereits allzu früh seinen Lauf nehmen. Strauß verlor unter Bedrängnis am eigenen Strafraum folgenschwer den Ball an den Ex-Auer Rapp, der Honsak in Szene setzte, dessen anschließende flache Eingabe von links Dursun kaltschnäuzig ins lange Eck verlängerte. 1-0 nach 4 Minuten. Und es sollte noch bitterer kommen. Zunächst musste Gonther nach einem unglücklichen Tritt von Honsak auf den Fuß verletzt vom Platz (14.), dann vereitelte SVD-Keeper Schuhen per Glanztat gegen Testroet (20.) nach Krügers Vorlage von rechts den Ausgleich. Den hatte er auch in der 26. Minute auf den Fuß, als er eine Krüger Eingabe direkt nahm – knapp vorbei. Doch dann gab es den nächsten Nackenschlag für Aue. Nach einer Freistoßflanke von Skarke Dursun schraubt sich Dursun hoch und nickt das Leder aus etwa sechs Metern zum 2-0 in die Maschen (27.). Es war zum Verzweifeln für die Veilchen - allen voran in Person von Testroet, der anschließend noch an die Unterkante der Latte (30.) köpfte und auch Nazarovs Zuspiel aus guter Position nicht verwerteten konnte (35.).

Der zweite Durchgang bot zunächst ein ähnliches Bild: Nazarov (51.) und Testroet (53.) vergaben zwei kleinere Gelegenheiten, Darmstadt ließ die Gäste zunehmend kommen und lauerte auf Gegenstöße. Nach einer Stunde startete Mehlem stark durch und wurde vom bereits verwarnten Samson Zentimeter vor dem Strafraum zu Fall gebracht - Freistoß für Darmstadt und Feierabend für den eingewechselten Samson, der mit Gelb-Rot vom Platz musste (59.). Die Überzahl brachte die Hausherren dazu, die Entscheidung herbeiführen zu wollen. Honsak verfehlte das Tor knapp (66.), Rapp scheiterte an Männel (67.), aber einer traf: Dursun wurde von Skarke schön bedient und am Strafraumrand nicht richtig angegriffen. Der Stürmer zog ab, traf ins linke Eck und schnürte den ersten Dreierpack seiner Zweitliga-Karriere (67.). Schuster erlöste dann seinen Stürmer Testroet mit der Auswechslung für Zulechner (72.). Das Spiel schien entschieden - bis Darmstadts Pálsson den Ball zwölf Minuten vor dem Ende unnötigerweise mit dem ausgestreckten Arm spielte und einen Handelfmeter verursachte. Nazarov trat an und traf als erster Auer Spieler in Darmstadt (79.) zum 1-3. Aue drückte danach zwar nach vorne und Zulechner hatte dann sogar noch den Anschlusstreffer auf dem Kopf (81.), doch sie liefen dann jedoch kurz vor dem Ende in den letztlich entscheidenden Konter, den Honsak nach schöner Vorarbeit von Schnellhardt zum 4-1 vollendete (90.). „Die Darmstädter haben unsere Fehler konsequent bestraft“, fasste Aues Torwart Männel das Geschehen kurz und treffend zusammen. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Wir haben uns viel vorgenommen und wussten, dass die Darmstädter an die Leistung in Paderborn anknüpfen wollten. Aber wir haben uns selbst auf die Verliererstraße gebracht. Beim 0-1 servieren wir dem Gegner den Ball in unserer eigenen Hälfte auf dem Silbertablett, beim 0-2 sind wir nicht am Mann. Dennoch hatten wir in der ersten Hälfte viele und sehr gute Chancen. Nach der Pause bekommen wir dann die Gelb-Rote-Karte – sicherlich regelkonform, aber ohne Fingerspitzengefühl vom Schiedsrichter. Wir kommen mit dem Treffer zum 3-1 nochmal zurück und konnten es kurz unruhig machen. Aber in Unterzahl ist es dann natürlich schwierig. Heute war in meinen Augen mehr drin, wir sind auf einigen Positionen aber nicht an die nötige Form rangekommen. Daher bleibt mir nicht anderes übrig, als Markus und seiner Mannschaft die Glückwünsche auszusprechen."

Markus Anfang (Darmstadt): "Ich bin total zufrieden damit, dass wir das Spiel gewonnen haben. Wir sind gut reingekommen und machen nach unserem Angriffspressing das 1-0. Danach haben wir zwei, drei Situationen des Gegners überstanden. Serdar macht dann nach einem Standard den zweiten Treffer. Dann hatten wir das Spiel unter Kontrolle, ohne dass wir viele Ballbesitzphasen brauchten. Der Schwerpunkt lag darauf, gut und kompakt zu stehen. Nach der Pause sind wir recht gut wieder reingekommen und haben so gut wie gar nichts mehr zugelassen. In Überzahl haben wir dann angefangen, mehr Fußball zu spielen. Ärgerlich ist allerdings, dass aus einem Einwurf der Elfmeter resultiert. Nach dem 3-1 kann so ein Spiel nochmal kippen. Aber die Jungs haben sich dagegen aufgelehnt. Wir machen kurz vor Schluss noch das 4-1 – ein Tor, was mich besonders freut. Eine Situation, die wir im Training unter der Woche immer wieder nachgestellt haben, wenn der Stürmer allein auf den Torwart zuläuft. Es tut einfach gut, dass wir aus so einer Situation mal ein Tor gemacht haben. Wir haben jetzt in zwei Spielen sieben Tore geschossen und sechs Punkte geholt. Das ist positiv. Doch wir sind noch lange nicht raus und haben jetzt gegen Braunschweig ein schweres Spiel vor der Brust."