Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

19. Spieltag - Freitag, 29.01.2021 - 18:30

Greuther Fürth - FC Erzgebirge Aue 3:0 (2:0)


Greuther Fürth: Marius Funk - Marco Meyerhöfer, Paul Jaeckel (45. Maximilian Bauer), Mergim Mavraj (63. Hans Nunoo Sarpei), David Raum - Anton Stach - Paul Seguin, Sebastian Ernst (75. Timothy Tillman), Julian Green (75. Jamie Leweling) - Branimir Hrgota, Havard Nielsen (75. Dickson Abiama); Trainer: Stefan Leitl

Kader: Sascha Burchert, Simon Asta, Marijan Cavar, Robin Kehr

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Sören Gonther, Louis Samson, Florian Ballas (83. Gaëtan Bussmann) - John-Patrick Strauß, Clemens Fandrich, Ognjen Gnjatic, Calogero Rizzuto (69. Sascha Härtel) - Ben Zolinski (46. Jan Hochscheidt) - Florian Krüger (77. Antonio Jonjic), Pascal Testroet (69. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Niklas Jeck, Erik Majetschak, Tom Baumgart

Tore: 1:0 Branimir Hrgota (15.); 2:0 Branimir Hrgota (34.); 3:0 Julian Green (60.)

Schiedsrichter: Robert Schröder (Hannover)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Marco Meyerhöfer, Julian Green, Maximilian Bauer / Florian Ballas (2.), Ognjen Gnjatic (3.)

Niederlage im Ronhof – Aue lädt das Kleeblatt ein

Das Team von Dirk Schuster musste sich am Freitagabend bei der SpVgg Greuther Fürth deutlich mit 0-3 geschlagen geben. Dabei hatte der FC Erzgebirge zuletzt sechsmal in Folge gegen Greuther Fürth gepunktet (4/2/0), die letzten beiden Partien im Ronhof sogar klar gewonnen (2-0 und 5-0). An diesem letzten Spieltag im Januar war für die Auer-Veilchen bei den Franken aber nichts zu holen. Trainer Dirk Schuster hält Aue trotz der bisher guten Saison in der 2. Fußball-Bundesliga nicht für ein Spitzenteam. "Wir haben nicht diese Qualität wie Spitzenmannschaften und haben ganz oben überhaupt nichts verloren", sagte Schuster nach dem Spiel.

Er mußte sein Team auf drei Positionen verändern: Für Nazarov (familiäre Gründe), Breitkreuz (grippaler Infekt) und Hochscheidt rückten Samson, Rizzuto und Zolinski ins Team. Aue zeigte sich von Beginn an aggressiv in den Zweikämpfen, die SpVgg hatte zunächst Probleme, in die Partie zu finden. Mit hohem Laufaufwand wurden die Räume eng gehalten und mit intensiven Zweikämpfen die Spielfreude der Gastgeber gebremst. Durch diesen Aufwand schafften es die Gäste, die Stärken des Kleeblatts einzudämmen. Die Hausherren kamen spielerisch zunächst kaum in die Partie, weder durch Kurzpasskombinationen noch durch schnelle Flügelangriffe. Die optische Feldüberlegenheit der Auer spiegelte sich aber nicht in Torchancen nieder.

Dann aber war der FCE in einer Szene nicht wach genug: Hrgota dribbelte von der linken Außenbahn nach innen, Fandrich, der hätte eingreifen können landete nach einem Ausrutscher auf dem Hosenboden, schoss aus 16 Metern zentraler Position und hatte Glück, dass Ballas noch unhaltbar abfälschte (15.). Das 1-0 gab Fürth spürbaren Auftrieb. In der Folge verschärften die Hausherren das Tempo und hatten durch Nielsen kurz darauf erneut eine gute Möglichkeit. Männel konnte aber sicher zugreifen (17.). Die Gäste präsentierten sich nach dem frühen Schock in der Vorwärtsbewegung weiter mutig, der letzte Punch fehlte aber. Die SpVgg kombinierte besser, agierte spielbestimmend und bestrafte auch den nächsten Fehler eiskalt: Samson versprang, nach Rückpass Rizzuto, als letzter Mann der Ball, Ernst übernahm dankend den Ball und legte quer zum mitgelaufenen Hrgota, der keine Mühe hatte um ins halbleere Tor einzuschiessen (34.). Der Matchplan der Veilchen war damit komplett über den Haufen geworfen. Sie taten sich gegen defensiv gut geordnete Franken weiterhin schwer. Die beste Möglichkeit in der ersten Halbzeit verbuchte Testroet (43.) mit einem Aufsetzer aus der Distanz. Fürths Torwart Funk ist rechtzeitig unten und pariert den Flachschuss.

Zu Beginn der zweiten Hälfte brachte Schuster Hochscheidt für Zolinski. Mit Wiederbeginn nahm Fürth das Tempo aus der Partie, streute immer wieder lange Ballbesitzphasen ein und behielt auch mit weniger Aufwand die Spielkontrolle. Aue entfachte ein kleines Strohfeuer. In der 50. Minute hatte Tetroet – nach genialem Zuspiel von Krüger – den Anschlusstreffer auf dem Fuß, brachte die Kugel aber nicht richtig unter Kontrolle. Raum kochte ihn ab. Und Hochscheidt jagte den Nachschuss auf die Tribüne. Damit war das Strohfeuer, wenn es denn eins war, schon wieder aus. Aue wirkte in dieser Phase zwar mutiger, aber Fürth stand einfach zu gut. Wenn die Gastgeber mal den Ball abgeben und es bei Aue schnell gehen könnte, sind die Veilchen zu unkonzentriert und vergeben somit gute Chancen für das Umschaltspiel. Fürth brauchte dagegen nur ein paar Minuten, um in die zweite Hälfte zu finden, schlug dann jedoch abermals zu: Meyerhöfer flankte von rechts vors Tor, wo der Deutsch-Amerikaner Green im Fallen gerade noch so an den Ball kommt und gegen die Laufrichtung von Männel zum vorentscheidenden 3-0 ins Tor trifft.

Die Entscheidung war damit gefallen. Auch auf dem Platz lief fortan weniger zusammen. Viele Wechsel auf beiden Seiten bremsten den Spielfluss zusätzlich. Spielbestimmend aber blieb die Spielvereinigung, die dem FC Erzgebirge mit Pressing zusetzte und immer wieder Nadelstiche nach vorne setzte. Aue stand zwar weiter hoch und lauerte auf Konter, klare Abschlusschancen sprangen dabei aber nicht heraus – auch weil Fürths Defensive einen sehr ordentlichen Job an diesem Abend verrichtete. Einzig der eingewechselte Jonjic konnte sechs Minuten vor Schluss mit einer Flanke von der rechten Seite noch einmal für Gefahr sorgen, doch Torwart Funk pflückt einen langen Ball sicher aus der Luft.

Am Ende war den Veilchen aber auch die kräftezehrende Englische Woche anzumerken, sodass man am Ergebnis, das in Summe vielleicht um ein Tor zu hoch ausfiel , nichts mehr ändern konnte. So plätscherte die Partie recht unspektakulär zu Ende. Dieses erlebte Ballas nicht mehr auf dem Rasen: Der Veilchen-Abwehrspieler musste in der Schlussphase verletzt ausgewechselt werden. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (Aue): "Glückwunsch an Fürth zum Sieg. Ich glaube, dass er verdient war, weil man gesehen hat, das die Fürther hohe individuelle Qualität haben. Wir haben es trotzdem über weite Strecken geschafft, das Fürther Positionsspiel zu unterbinden. Wir hatten uns einiges vorgenommen, waren auch gut im Spiel, haben uns aber durch eigene Fehler alles kaputt gemacht. Das erste Tor war ein Abwehrfehler. Das 2-0, da fehlen mir die Worte, haben wir selber gemacht. Mit dem 3-0 war der Deckel drauf. Ich glaube, dass wir trotz des 0-3 ein ordentliches Auswärtsspiel gemacht haben. Die Umschaltsituationen auf unsrer Seite waren relativ schnell beendet, bei Fürth sah das schon anders aus."

Stefan Leitl (Fürth): "Wir sind sehr zufrieden und glücklich über den Sieg heute. Die Jungs haben über 90 Minuten einen super Job gemacht. Ich glaube, wir haben heute so gespielt, wie du im Heimspiel gegen Aue spielen musst. Wir wollten in keine Umschaltaktionen kommen, das ist uns über die komplette Spielzeit gelungen. Sicherlich war es vor dem 1-0 glücklich, dass der Ball abgefälscht wurde. Aber beim 2-0 war es ein toller Pressingmoment von Sebastian Ernst, er hat dann gut aufgelegt für Branimir Hrgota. In der zweiten Halbzeit haben wir es etwas ruhiger angehen lassen, aber weiter aus guter Kompaktheit gespielt. Der Schlüssel zum Erfolg war ganz klar unser Defensivverhalten."