Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

17. Spieltag - Freitag, 22.01.2021 - 18:30

VfL Osnabrück - FC Erzgebirge Aue 0:1 (0:1)


VfL Osnabrück: Philipp Kühn - Maurice Multhaup, Timo Beermann, Maurice Trapp, Ken Reichel (81. Kevin Wolze) - Bryan Henning (59. Ludovit Reis), Ulrich Taffertshofer (83. Niklas Schmidt) - Etienne Amenyido (70. Ulrich Bapoh), Sebastian Kerk, Marc Heider - Christian Santos (59. Luc Ihorst); Trainer: Marco Grote

Kader: Moritz Nicolas, Lukas Gugganig, Tim Möller, David Blacha

FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther, Florian Ballas, John-Patrick Strauß - Ognjen Gnjatic, Clemens Fandrich - Jan Hochscheidt (86. Calogero Rizzuto), Dimitrij Nazarov (89. Louis Samson), Florian Krüger (89. Philipp Zulechner) - Pascal Testroet (90+3. Tom Baumgart); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Sascha Härtel, Niklas Jeck, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic

Tore: 0:1 John-Patrick Strauß (13. / Dimitrij Nazarov)

Schiedsrichter: Alexander Sather (Grimma)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Etienne Amenyido, Bryan Henning, Marc Heider / John-Patrick Strauß (3.), Dimitrij Nazarov (3.)

Rote Karte: Luc Ihorst (90+1., grobe Unsportlichkeit) / -

Aue schließt Hinrunde mit Sieg ab

Das Team von Dirk Schuster siegte am Freitagabend verdient mit 1-0 beim VfL Osnabrück und schließt die Hinrunde mit nunmehr 25 Punkten im oberen Tabellenmittelfeld ab. Beim knappen Erfolg in Osnabrück sorgte Strauß per Kopf für die Entscheidung im Duell der Lila-Weißen. Nur dreimal hatte Aue nach 17 Hinrunden-Spielen mehr Punkte auf dem Konto: 2019/20 mit 26 Punkten, 2006/07 mit 29 Punkten und 2010/11 war man gar Erster mit 34 Punkten. Aber die Auer Veilchen mussten „An der Bremer Brücke“ bis zum Schluss zittern.

Aues Coach Dirk Schuster wechselte nach der 0-3 Heimniederlage gegen Düsseldorf gezwungenermaßen zweimal: Für Riese (Wadenbeinbruch) und den gesundheitlich angeschlagenen Zolinski begannen Gnjatic und Hochscheidt. Nach einer Abtastphase, wobei Aue etwas mehr Initiative zeigte, feuerte Nazarov (6.) den ersten Schuss ab. Die Direktabnahme landete auf dem VfL-Tornetz. In der Folge wechselte das Spielgerät häufig den Besitzer. Die Kontrahenten wirkten nach jeweils zwei Niederlagen in Serie nervös und scheuen jegliches Risiko. Doch dann lag der Ball plötzlich im Tor der Gastgeber (13.). Einen Flankenwechsel von einer Seite auf die andere schnappt sich Dima Nazarov und bringt den Ball hoch in die Mitte. Am zweiten Pfosten wirft sich Strauß knapp über der Grasnarbe in die Hereingabe und köpft aus kurzer Distanz zu seinem zweiten Saisontreffer ein. Die Führung gab den Gästen Auftrieb, Breitkreuz (17.) schrammte nur Zentimeter an einem Freistoß von Hochscheidt vorbei und Krüger (35.) köpfte eine Breitkreuz-Flanke übers Tor. Von den Hausherren war lange wenig zu sehen. Spielmacher Kerk hing in der Offensive in der Luft, auch weil Aue in puncto Zweikampfhärte eine gute Einstellung an den Tag legte. Erst nach einer knappen halben Stunde fassten die Niedersachsen mehr Mut und kamen durch Santos und Henning einmal vielversprechend vor den Auer Kasten. Die einzig ernstzunehmende Osnabrücker Chance in Hälfte eins wusste Veilchen-Kapitän Männel aber problemlos zu bereinigen (36.). Zwar wurden bis zur Pause statistisch zwei Torschüsse des VfL erfasst, doch von einem gefährlichen Torabschluss waren die Niedersachsen doch sehr weit entfernt. Erst in der 41. Minute kam der VfL zur ersten Ecke.

Mit Wiederanpfiff präsentierte sich der VfL dann deutlich präsenter und erarbeitete sich durch Henning und Amenyido zwei gute Abschlusspositionen (49./54.). Doch auch Aue machte nach vorne weiter Dampf und schnupperte am zweiten Treffer: Nazarov (52.) scheiterte nach guter Einzelaktion jedoch erst an VfL-Verteidiger Beermann, ehe Hochscheidt einen 20 Meter-Freistoß sehenswert an den linken Pfosten schlenzte (57.). Aber Osnabrück fehlte die letzte Überzeugung auch in der zweiten Halbzeit. Bei einem Schrägschuss von Ihorst hat der FCE-Kapitän kein Problem (65.). In der Folge kontrollierten die Veilchen das Spiel, hielten Ball und Gegner clever vom eigenen Sechzehner fern und drängten auf die Vorentscheidung. Doch sowohl Gonther per Kopf (66.), als auch Hochscheidt aus der Distanz scheiterten entweder an der eigenen Ungenauigkeit oder VfL-Keeper Kühn. So witterte Osnabrück in der Schlußphase noch einmal Morgenluft, erarbeitete sich leichte Feldvorteile und hätte Aues mangelnde Chancenverwertung beinah bestraft: Der eingewechselte Ihorst köpfte eine Hereingabe nur ganz knapp neben den rechten Pfosten (89.). Kurz vor Abpfiff sorgte Ihorst dann für den aus Osnabrücker Sicht traurigen Schlusspunkt und flog nach ein paar unschönen Worten gegenüber Strauß mit glatt Rot vom Platz (90.+1). "Zunächst war es ein klares Foul von mir, dann kam ein Rempler und eine Spuckattacke in meine Richtung. Die Entscheidung lag beim Schiedsrichter“, so Strauß über den letzten Aufreger der Partie. Das 0-1 aus Sicht vom VfL war damit bereits die fünfte Heimniederlage in Folge. Bereits am Dienstag, 26. Januar (Anstoß 18.30 Uhr) geht es mit der Rückrunde weiter, Aue empfängt den Tabellenletzten Würzburger Kickers. (Burg)

Trainerstimmen

Dirk Schuster (FC Erzgebirge Aue): "Wir haben ein sehr ordentliches Auswärtsspiel gemacht. Es ist uns gelungen, das gefährliche Zwischenraumspiel der Osnabrücker über weite Teile des Spiels durch hohes Pressing im Keim zu ersticken. So haben wir wenig Chancen zugelassen. Ich war mit der Defensivarbeit aller sehr zufrieden. Wir haben die richtige Reaktion nach den letzten beiden Niederlagen gezeigt. Der Sieg ist unsererseits nicht unverdient, auch wenn wir es uns mit zunehmender Spielzeit schwer gemacht haben. So mussten wir bis zur 94. Minute zittern."

Marco Grote (Osnabrück): "Der Sieg ist für Aue nicht unverdient. Wir sind etwas besser als zuletzt in Spiel gekommen, bekommen aber wieder früh ein Gegentor. Das ist keine wünschenswerte Konstellation gegen Aue. Wir haben es im gesamten Spielverlauf zu selten geschafft, Tiefe in unser Spiel zu bekommen. Wir sind schon drangeblieben, uns hat aber Klarheit und Sauberkeit gefehlt. Demzufolge sind wir hier am Ende der Verlierer des Spiels."