Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

14. Spieltag - Sonntag, 03.01.2021 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - Eintr. Braunschweig 3:1 (1:1)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz, Sören Gonther, Florian Ballas, John-Patrick Strauß - Clemens Fandrich, Philipp Riese - Florian Krüger (89. Louis Samson), Jan Hochscheidt (58. Dimitrij Nazarov), Ben Zolinski (85. Calogero Rizzuto) - Pascal Testroet; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic, Tom Baumgart, Ognjen Gnjatic, Philipp Zulechner

Eintr. Braunschweig: Jasmin Fejzic - Robin Ziegele (81. Nico Klaß), Dominik Wydra, Jannis Nikolaou, Lasse Schlüter (86. Leandro Putaro) - Yassin Ben Balla (81. Martin Kobylanski), Patrick Kammerbauer - Fabio Kaufmann, Felix Kroos (86. Suleiman Abdullahi), Marcel Bär (74. Yari Otto) - Nick Proschwitz; Trainer: Daniel Meyer

Kader: Felix Dornebusch, Michael Schultz, Iba May, Njegos Kupusovic

Tore: 0:1 Fabio Kaufmann (17.); 1:1 Florian Krüger (42. / Steve Breitkreuz); 2:1 Florian Krüger (67. / Pascal Testroet); 3:1 Pascal Testroet (88.)

Schiedsrichter: Daniel Siebert (Berlin)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: John-Patrick Strauß (2.), Clemens Fandrich / Lasse Schlüter, Dominik Wydra, Patrick Kammerbauer, Fabio Kaufmann

Aue startet mit drei Punkten ins neue Jahr

Erzgebirge Aue startet siegreich ins neue Fußball-Jahr 2021. Nach schwacher Anfangsphase und Rückstand sorgten zwei Standardtore und eins aus dem Konter-Lehrbuch für einen am Ende verdienten 3-1 Erfolg über die weiterhin auswärts sieglosen Braunschweiger um den früheren "Veilchen"-Trainer Daniel Meyer. Dabei haben sich die Gäste diese Niederlage selbst zuzuschreiben. Nach dem Führungstreffer vom Ex-Auer Kaufmann waren sie lange das dominierende Team, ließen sich aber in der zweiten Spielhälfte das Heft aus der Hand nehmen. Aue war an diesen Tag sehr effizient. Krüger mit seinem ersten Doppelpack im Auer Trikot und Testroet sorgten endlich mal wieder für einen Sieg gegen die Eintracht. Der letzte Sieg gegen die Blau-Gelben, datierte nach zuletzt sogar 3 Niederlagen zuhause in Folge, vom April 2010.

Nach Schneefall über Nacht war der Platz bei Anpfiff grün und für die Jahreszeit in gutem Zustand. Vom Anpfiff weg übernahmen die Gäste schnell die Kontrolle. Sie spielten zielstrebiger und mutiger nach vorn und hatten durch Proschwitz (5.) mit einer Volleyabnahme bei der jedoch Ballas im Weg steht und Kaufmann (6.) die ersten Gelegenheiten. Bei Aue ging nach vorn nichts. Die Gästeführung nach 17 Spielminuten war dann folgerichtig. Mit einem Doppelpass dringt Schlüter in den Strafraum ein und bringt die Kugel einfach mal flach in die Mitte. Gonther und Riese greifen nicht wirklich an und hinten am langen Pfosten passen Ballas und Strauß nicht auf sodass Kaufmann nur durchlaufen braucht um zum 0-1 einzuschieben. Auch danach blieben die Gäste zunächst die bessere Mannschaft. Mit Bärs Flachschuss hatte Aues Keeper Männel keine Probleme (23.), kurz darauf trat Ziegele nach Proschwitz-Zuspiel im Fünfmeterraum über den Ball (26.) und Strauß war hellwach um den Ball zu klären. Seine Grätsche verhinderte womöglich noch Schlimmeres für die Gastgber. Von Aue war weiterhin, bis auf einen Drehschuß und anschließenden Roller von Testroet (22.), nicht zu sehen. Ihnen fehlte einfach die Ideen nach vorne. Erst mit dem 1. Eckball von Riese in der 28. Minute wendete sich das Blatt langsam aber stetig. Ballas jagte den abprallenden Ball hoch in den 4. Stock. Jetzt tauten die Gastgeber nach und nach auf und übernahmen die Kontrolle, während Braunschweig aus unerfindlichen Gründen einen Gang rausnahm. Aue setzte sich in der gegnerischen Häfte fest und hatte endlich Szenen vor Fejzic der nun mehr Arbeit bekam (29./41.). Für diese deutliche Leistungssteigerung belohnten sich die Hausherren dann noch vor der Pause, als Krüger nach Breitkreuz' Kopfballverlängerung einer Riese-Ecke aus 6 Metern einköpfte (42.).

Mit Beginn der zweiten Hälfte startete Braunschweig erneut gut und wäre fast wieder in Führung gegangen. Bär wird von Kroos in den Strafraum geschickt und versucht Proschwitz im Zentrum zu bedienen. Ballas klärt den Ball gerade noch so, sonst hätte es hier nach wenigen Sekunden 1-2 gestanden. Die anschließende Eckballverlängerung von Kaufmann, die sich zur Bogenlampe ins lange Eck senkte wurde auf der Linie von Fandrich per Kopf geklärt (46.). Später fehlten Kaufmann nach explosivem Lauf in die Tiefe nur Zentimeter zur erneuten Führung (65.). Der fleißige Strauß hatte was dagegen und hielt seinen Fuß in den Schuß. Und als die Gäste wieder drückten und im Vorwärtsgang waren, wurden sie eiskalt ausgekontert. Riese schaltete schnell um und bediente den eingewechselten Nazarov. Dieser brachte mit einem schönen Seitenwechsel auf die rechte Seite Testroet ins Spiel. Nach Schwenk nach innen hat er das Auge für Krüger, der am langen Pfosten nicht richtig angegriffen wird und den Ball per platzierten Kopfball-Aufsetzer gegen die Laufrichtung von Zejzic ins lange Eck bugsieren kann. 2-1 in der 67. Minute nach einem Konter aus dem Lehrbuch. Danach sah man bei den Veilchen das Selbstbewußtsein war zurück. Der Ball lief meist mit nur einen Kontakt in ihren Reihen. Nach schöner Kombination und Vorarbeit von Terstroet kann sich Nazarov (78.) als vermeintlicher Torschütze feiern lassen, doch der VAR verwehrt diesem Treffer die Anerkennung, weil Terstroet ein paar Zentimeter im Abseits gestanden hatte. So blieb die Eintracht im Spiel, konnte aber keine Wende mehr herbeiführen. Auch ein doppelter Zweifach-Wechsel kurz vor dem Ende brachte nichts mehr. Aue macht nach einen Eckball den Deckel drauf. Wieder von Riese getreten, wieder kommt dieser auf den ersten Pfosten, wo er erst von Ballas und dann von Proschwitz verlängert wird. Terstroet ist in Position gelaufen und knallt die Kugel volley in die Maschen (88.). In der Vierminütigen Nachspielzeit wäre Testroet dann noch fast das 4-1 geglückt. Schön von Riese steil geschickt und von 3 Gegenspieler verfolgt verhindert das rechte Bein von Fejzic das 10. Saisontor von Paco. (Burg)

Trainerstimmen

Daniel Meyer (Braunschweig): "Wir sind aus meiner Sicht ordentlich in das Auswärtsspiel gekommen und nach 17 Minuten auch verdient in Führung gegangen. Die Möglichkeit auf 2-0 zu erhöhen war mehrfach da, bevor wir im Laufe der ersten Halbzeit Probleme in der Defensive bekommen haben. Aue hat einen anderen Spielaufbau gewählt, das haben wir zu Beginn der zweiten Hälfte dann wieder besser in den Griff bekommen. Wir haben über eine lange Zeit vernünftig verteidigt und trotzdem immer wieder gute Chancen kreiert. Insgesamt muss man aber konstatieren, dass unsere Defizite weiter offensichtlich sind. Wir haben vorne nicht die Effektivität und machen hinten wenige, dafür aber eklatante Fehler. Die Frustration darüber, wie das 2-1 entsteht, ist unglaublich hoch und nicht in Worte zu fassen. Das wir das erste Gegentor nach einem Standard kassieren, kann passieren. Dass das dritte Tor aus genau der selben Situation fällt, definitiv nicht - zumal wir auf diese Variante hingewiesen haben. Am Ende hat die Mannschaft gewonnen, die weniger Fehler gemacht hat."

Dirk Schuster (Aue): "Wir waren die ersten 20 Minuten relativ schläfrig auf dem Platz. Die Eintracht hat es dann gut hinten rausgespielt. Die Führung war mehr als verdient. Auf der anderen Seite war das für uns ein Hallo-Wach-Effekt und wir konnten danach etwas mehr Kontrolle über das Spiel erlangen. Wir sind das ein oder andere Mal gefährlich vor dem gegnerischen Tor aufgetaucht und haben mit einer Standardsituation den Ausgleich erzielt. Nach der Halbzeit wollten wir so weiterspielen, aber wieder ist die Eintracht besser aus der Kabine gekommen. Durch eine gute Aktion in der Umschaltbewegung haben wir das 2-1 erzielt, konnten uns aber nie sicher sein. Erst mit dem 3-1 konnten wir das Gefühl entwickeln, dass wir heute gewinnen können. Wir haben ein kampfbetontes Spiel mit hoher Intensität gesehen. Am Ende haben wir durch weniger Fehler das Spiel gewonnen."