Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

12. Spieltag - Donnerstag, 17.12.2020 - 20:30

FC Erzgebirge Aue - Karlsruher SC 4:1 (2:0)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Steve Breitkreuz (75. Ognjen Gnjatic), Sören Gonther, Florian Ballas, John-Patrick Strauß - Clemens Fandrich, Philipp Riese - Ben Zolinski (86. Calogero Rizzuto), Dimitrij Nazarov (67. Louis Samson), Florian Krüger (86. Philipp Zulechner) - Pascal Testroet; Trainer: Dirk Schuster

Kader: Philipp Klewin, Gaëtan Bussmann, Antonio Jonjic, Tom Baumgart, Jan Hochscheidt

Karlsruher SC: Marius Gersbeck - Marco Thiede (89. Jannis Rabold), Daniel Gordon (58. Robin Bormuth), Christoph Kobald, Philip Heise - Marvin Wanitzek, Lukas Fröde (58. Babacar Gueye), Jerome Gondorf - Benjamin Goller (89. Malik Batmaz), Philipp Hofmann, Marc Lorenz (58. Dominik Kother); Trainer: Christian Eichner

Kader: Markus Kuster, Dirk Carlson, Tim Breithaupt, Alexander Groiß

Tore: 1:0 Florian Krüger (2. / Pascal Testroet); 2:0 Pascal Testroet (19. / John-Patrick Strauß); 3:0 Pascal Testroet (51. / Florian Krüger); 3:1 Benjamin Goller (58.); 4:1 Philipp Zulechner (89. / Pascal Testroet)

Schiedsrichter: Patrick Alt (Heusweiler)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Florian Krüger / -

Besondere Vorkommnisse: Foulelfmeter/KSC nach Videobeweis zurückgenommen (55.). Tor von Hofmann/KSC nach Videobeweis (Abseits) zurückgenommen (60.)

Aue gewinnt mit Glück auf seiner Seite

Zum Abschluss des zwölften Spieltags setzte sich der FC Erzgebirge Aue mit 4-1 Toren gegen den Karlsruher SC durch. Mann des Abends war Pascal Testroet, der an allen vier Auer Treffern direkt beteiligt war - mit zwei Toren und zwei Vorlagen. Ein 4-1 liest sich auf den ersten Blick deutlich. Doch so klar war die Begegnung zwischen Aue und Karlsruhe im Spielverlauf nicht. "Wir haben aus der Pulle auf der Glück draufsteht einen Risesenschluck genommen", gab Aues Trainer Schuster nach dem Spiel zu. Bei den Gästen kam aus negativer Sicht dagegen alles zusammen, vergebene Chancen, zurückgenommener Elfmeter und ein aberkanntes Tor.

Unmittelbar vor Anpfiff brannten Fans der Hausherren noch ein verfrühtes Silvester-Feuerwerk hinter dem Stadion ab - und auch nach Spielbeginn krachte es ziemlich schnell, denn den Auern gelang ein optimaler Start in die Partie. Schon nach 115 Sekunden schlug es im Kasten vom KSC ein. Nach einem Ballverlust vom KSC im Vorwärtsgang schalten die Auer ganz schnell um. Auf der rechten Seite marschiert Testroet nach Zuspiel von Nazarov und bedient anschließend Zentimeter genau Krüger der ungehindert zum direkten Abschluss kommt. Aus etwa zehn Metern schießt er halbhoch in die Maschen. Der KSC sucht nach einer Antwort und hätte auch fast mit dem Ausgleich geantwortet. Goller flankt halbhoch in die Mitte und im Torraum taucht Lorenz völlig frei auf, hat das Tor offen vor sich, doch trifft er den Ball mit dem linken Fuß nicht richtig. Optisch geben die Gäste danach den Ton an und sind viel aktiver im Spiel nach vorn. Aue hingegen verwaltet die Führung ein wenig. Doch wie aus dem berühmten Nichts erhöhte Testroet in der 19. Minute mit einem platzierten Schuss von der Strafraumgrenze auf 2-0. Aues Effektivität war bis dahin perfekt. Nach einem Einwurf von Strauß nimmt Testroet den Ball an, verschafft sich mit einer simplen Drehung nahe des linken Strafraumecks am hüftsteifen Gordon vorbei Platz. Aus nicht idealer Position zieht der Stürmer einfach mal mit dem rechten Fuß ab, ganz leicht abgefälscht trifft er sehr präzise unten rechts ins lange Eck. Karlsruhe blieb zwar in der Folge rein optisch das überlegene Team und hatte auch das deutliche Plus an Ballbesitz sowie 5-0 Ecken, kam aber bis auf einem zu schwachen Kopfball von Gordon (24.) nach Eckball und einem Distanzschuss von Lorenz (34.) den Männel prächtig parierte zunächst nicht mehr in Abschlusssituationen. Bei den wenigen Offensiv-Ausflügen der Gastgeber wurde es hingegen fast immer gefährlich: Kobald klärte nach einen Testroets-Heber (36.), Gersbeck parierte gegen Strauß (42.). Kurz vor der Pause vergab KSC-Torjäger Hofmann gleich zweimal (44./45. +1) den möglichen Anschluss. Die Badener ließen durchaus erkennen, dass sie hier für einen Treffer gut sind.

Diesen Schwung nahmen die Gäste auch mit in den zweiten Durchgang. Sie wurden aber wie im ersten Durchgang wieder kalt erwischt. Krüger fand nach einem Doppelpass mit Fandrich und einem Lauf über links den im Zentrum postierten Testroet, der sich den Ball zurechtlegte und anschließend wiederum platziert ins rechte untere Eck traf zum 3-0 traf (51.). Für Paco war dies bereits sein 5.-Doppelpacker in Diensten von Aue. Dazu sein unvergessener Dreierpack am Vortag des Heilig Abend gegen den 1. FC Union im Jahre 2018. Wer jetzt dachte, der Widerstand der Mannschaft von Trainer Christian Eichner wäre damit gebrochen, wurde eines Besseren belehrt. Der KSC machte weiter Dampf. Der Spielverlauf erhielt noch eine Steigerung. Einen vermeintlichen Strafstoß der Gäste nahm Schiedsrichter Patrick Alt nach Videobeweis zurück (55.). Der vermeintlich gefoulte Goller tritt auf den Ball. Schieri Alt macht sich selbst ein Bild und nimmt nach einem kurzen Blick auf dem Monitor seine Strafstoßentscheidung zurück. Das Spiel kannte nun fast keine Atempause mehr. Krüger verstolperte in aussichtsreicher Position auf der Gegenseite ein Anspiel von Nazarov (56.) und dann schlugen die Gäste eiskalt zu. Eine harte und präzise Hereingabe von Lorenz an den zweiten Pfosten ist perfekt für Goller der den Ball zum Anschlußtreffer (58.) nur noch über die Linie drücken muß. Zwei Minuten später lag der Ball erneut im Auer Netz, Hofmann hatte eingeköpft. Der Videobeweis half den Veilchen wieder, die schon am Anstoßpunkt standen. Der Stürmer stand knapp abseits, es blieb beim Zweitore Vorsprung für den FCE. Die Karlsruher aber steckten nicht auf. Mit Frust im Bauch marschieren die Gäste weiter nach vorn. Einen Eckball von Wanitzek von der rechten Seite köpft Hofmann (63.) aus etwa sechs Metern per Aufsetzer aufs linke Eck. Männel rettet mit einer Glanztat. Danach drischt Ballas die Kugel aus dem Torraum. Das Spiel wogte hin und her. Fandrich (66.) - deutlich drüber. Kother (69.) - in die Arme von Männel und auch Testrots Versuch (70.) geht über den Kasten. An diesem Abend hätten deutlich mehr Tore fallen können - denn beide Teams vergaben weitere Hochkaräter. Testroet kommt nach einem schnellen Konter über rechts ganz alleine zum Abschluss, bekommt die Kugel aber nicht am herausgeeilten Gersbeck vorbei. Stattdessen prallt die Kugel zu Krüger, der den Ball aber nicht voll trifft, sodass Kobald per Kopf auf der Linie klärt (72.). Auch auf der Gegenseite geht der Chancenwucher weiter. Männel bekommt Wanitzeks Flanke nicht richtig zu greifen und legt den Ball auf den Oberschenkel des dahinter spekulierenden Gueye. Von dort prallt der Ball aber nicht ins leere Tor, sondern knapp am rechten Pfosten vorbei (73.). Der KSC witterte dennoch auch in der Schlussphase weiterhin seine Chance und stürmte unnachgiebig nach vorne, lief dabei aber in den vorentscheidenden Konter. An der Mittellinie spitzelt Testroet ein Zuspiel von Samson in die völlig entblößte KSC-Abwehr. Im Mittelkreis hat der kurz zuvor eingewechselte Zulechner keinerlei Gegenspieler. Der österreichische Stürmer fackelt nicht lange, schießt nach einigen Schritten aus großer Distanz mit dem rechten Fuß drauf. Gersbeck hetzt zurück, kann aber nichts mehr ausrichten. 4-1 (89.). Für Zulechner ist es der erste Saisontreffer. Der Deckel für Aues Heimsieg war perfekt. (Burg)