Saisonstatistiken des FC Erzgebirge Aue

2. Fußball-Bundesliga 2020/21

Spielbericht

10. Spieltag - Sonntag, 06.12.2020 - 13:30

FC Erzgebirge Aue - Jahn Regensburg 0:2 (0:2)


FC Erzgebirge Aue: Martin Männel - Calogero Rizzuto, Sören Gonther, Florian Ballas, Gaëtan Bussmann (46. Steve Breitkreuz) - Ognjen Gnjatic (46. Jan Hochscheidt), Philipp Riese (72. Dimitrij Nazarov) - Clemens Fandrich, Ben Zolinski (78. Antonio Jonjic) - Pascal Testroet, Florian Krüger (86. Philipp Zulechner); Trainer: Dirk Schuster

Kader: Kevin Harr, Niklas Jeck, Louis Samson, Tom Baumgart

Jahn Regensburg: Alexander Meyer - Benedikt Saller, Jan Elvedi, Sebastian Nachreiner, Erik Wekesser - Christoph Moritz (69. Scott Kennedy), Max Besuschkow - Albion Vrenezi (86. Jann George), Sebastian Stolze (69. Aaron Opoku) - Andreas Albers (78. André Becker), Kaan Caliskaner (86. Jan-Marc Schneider); Trainer: Mersad Selimbegovic

Kader: Alexander Weidinger, Jan-Niklas Beste, Markus Palionis, Tom Baack

Tore: 0:1 Andreas Albers (8.); 0:2 Sebastian Stolze (Foulelfmeter, 40.)

Schiedsrichter: Christof Günsch (Marburg)

Zuschauer: lt. Verordnung der Bundesregierung unter Ausschluß der Öffentlichkeit

Gelbe Karte: Ognjen Gnjatic (2.), Ben Zolinski (4.), Florian Ballas / Albion Vrenezi, Erik Wekesser

Vergebener Elfmeter: - / Max Besuschkow (Handelfmeter, 12., gehalten von Martin Männel)

Aue kassiert erste Heimniederlage der Saison

Mehr als 10 Jahre nach dem letzten Sieg vom Jahn gegen Aue (2-1/März 2010) waren die Regensburger gegen die Veilchen wieder einmal erfolgreich. Bei der 0-2 Heimniederlage (die erste in der laufenden Saison) fehlten den Auern die richtige Frische und irgendwie auch der geeignete Plan. Eine Halbzeit lang gelang so gut wie nichts, dass der FCE beim Pausenpfiff nur mit 0-2 hinten lag, war fast noch das Beste am Auftritt der Gastgeber in der ersten Hälfte. „Wir haben die erste Halbzeit total in den Sand gesetzt. Das müssen wir intern kritisch aufarbeiten“, sagte Aues Trainer Dirk Schuster nach dem Abpfiff.

Personell hatte der Coach nach den beiden jüngsten Erfolgen kaum Grund, seine Mannschaft umzustellen. Einzig Gaetan Bussmann rückte für den Gelb-Rot gesperrten John-Patrick Strauss auf die Position des Rechtsverteidigers in die Startelf. Den Gästen gelang ein Traumstart, denn nach einer Ecke von Wekesser musste Albers nur den Fuß zur Führung hinhalten. Der Ball trudelte, von Gnjatic noch leicht abgefälscht, ins rechte untere Eck. 0-1 nach 8 Minuten. Auch in der Folge hatte Regensburg das Spiel gut im Griff denn Aue war zunächst komplett harmlos. Der Spielaufbau bei den Gastgebern war meist Stückwerk oder bestand in langen Bällen von Männel und den Verteidigern. Was vorn ankam war zumeist leichte Beute der Jahn-Abwehr um den aufmerksamen Keeper Meyer.

Drei Minuten nach dem Rückstand dann der nächste Schock für das Schuster Team: Testroet will mit dem Kopf im Sechzehner klären und springt so unglücklich zum Ball, dass er die Kugel lediglich mit dem Unterarm trifft. Schieri Günsch zeigt mit Verzögerung auf den Punkt. Männel verhindert jedoch das schnelle 0-2. Aues Keeper ahnt die Ecke und fischt den Ball von Besuschkow ganz stark rechts von der Linie. Im Nachgang will Stolze den Nachschuss im leeren Tor versenken und schießt links vorbei!

Wer dachte, das könnte die Inititialzündung für Aue sein, sah sich getäuscht. Vielmehr waren es die Regensburger, die immer wieder für Gefahr im Strafraum sorgten, wie Besuschkow (20.) in die Arme von Männel und Caliskaner (27.) der völlig frei im gegnerischen Strafraum verzieht. Außer einem 16m-Drehschuss von Testroet (39.) kam offensiv so gut wie gar nichts von den Gastgebern. Und dann zeigte der Schiedsrichter zum zweiten Mal auf den Punkt. Caliskaner hatte im Strafraum den Ball bereits abgespielt, als Riese viel zu spät kommt und ihm auf den rechten Fuß steigt. Stolze übernahm dieses Mal die Verantwortung und verwandelte mit einem strammen und sehr platzierten Schuss ins linke untere Eck – Männel streckte sich vergeblich (40.). Der Ball passte genau zwischen die Fingerspitzen des Torwarts und den linken Pfosten. Kurz darauf hätte Vrenezi das Ergebnis noch vor der Pause in die Höhe schrauben können, doch Männel parierte dessen Freistoß mit einer sehenswerten Flugeinlage (43.). Das 0-2 war dann zur Halbzeitpause ein überfälliges Ergebnis, denn Fußball spielten bis dahin fast nur die Gäste die viel mehr Zug zum Tor zeigten.

In die zweiten Hälfte starteten die Auer mit Breitkreuz in der Abwehr und Hochscheidt im Mittelfeld. Bussmann und Gnjatic blieben draußen. Nun berannten die Veilchen das Regensburger Tor, kamen mit schnell vorgetragenen Angriffen in den Strafraum und zu Chancen. Zolinski (49.) hatte den Anschluss auf dem Fuß, scheiterte aber völlig frei an Meyer der sich zum ersten Mal so richtig strecken mußte. Bei der nächsten guten Aktion, über Krüger und Zolinski, hat Testroet freie Schußbahn trifft die Kugel dann aber nicht richtig (52.). Jetzt sieht man eine ganz andere Mannschaft vom FC Erzgebirge. Die Hausherren sind aggressiver, dominieren und kommen zu weiteren Chancen. Doch Krüger (55.) verzieht am linken Pfosten vorbei, Fandrichs Schuss wurde von Wekesser aufgehalten (66.) und beim 19m-Versuch von Breitkreuz (67.) geht sein Schuß zu weit nach rechts. Der Anschlußtreffer wollte nicht fallen, mit zunehmender Spieldauer schwanden die Energie und die Hoffnung, das Match doch noch zu drehen.

Auf der Gegenseite ließ Vrenezi, der auch auf Opoku hätte querlegen können, die Vorentscheidung liegen (70.). Männel verhinderte mit einer Glanztat das 0-3. Schuster ging mit Anbruch der Schlussphase personell ins Risiko, wechselte mit Nazarov und Jonjic zwei weitere Offensivkräfte ein. Letzten Endes halfen alle Bemühungen nichts. Der Jahn spielte den Vorsprung souverän ins Ziel und bestrafte die Gastgeber vor allem für deren blutleeren Auftritt in Halbzeit eins. (Burg)

Trainerstimmen

Mersad Selimbegovic (Regensburg): "Wir haben die erste Halbzeit dominiert, konnten aber ein paar richtig gute Möglichkeiten nicht in Tore ummünzen. Aue ist in der zweiten Halbzeit gut rausgekommen und hat uns richtig unter Druck gesetzt. Da haben wir ein bisschen den Faden verloren und es nicht geschafft, längere Ballbesitzphasen zu haben. Glücklicherweise hatte Aue, was die Chancenverwertung angeht, heute keinen guten Tag. Hätte Aue noch ein Tor gemacht, wäre es brenzlig geworden. Am Ende haben wir aber nicht unverdient gewonnen."

Dirk Schuster (Aue): "Der Regensburger Sieg war verdient. Wir hatten keinen Zugriff aufs Mittelfeld, weder auf die zweiten Bälle, noch auf die Zweikämpfe. Da waren die Regensburger einfach griffiger. Wir haben die erste Halbzeit total in den Sand gehauen. Das Beste war noch das Ergebnis, dass wir nur 0-2 hinten lagen. Das müssen wir intern kritisch aufarbeiten. Wir haben dann massiv auf den Anschlusstreffer gespielt, aber letztlich hatten wir es nicht verdient, weil wir von Beginn an nicht mit der richtigen Mentalität im Spiel waren. Leider blieb uns der Anschlusstreffer trotz guter Möglichkeiten verwehrt, sodass wir uns heute an die eigene Nase packen müssen."