Spielbericht
18. Spieltag, 18.12.2021
FC Erzgebirge Aue vs. 1. FC Nürnberg 1-3

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 18. Dezember 2021
(Kick off 13:30 Uhr)


Nach vierter Niederlage in Folge – Aue überwintert auf Abstiegsplatz


Das war ein Rückschlag. Der FC Erzgebirge Aue muss nach der vierten Niederlage in Folge auf einem direkten Abstiegsplatz überwintern. Auch die Art und Weise, wie das 1-3 gegen den 1. FC Nürnberg zustande gekommen war, macht die aktuelle Situation nicht einfacher. „Das wird ein furchtbares Weihnachten für uns alle. Für die ganze Region“, sagte Teamchef Marc Hensel nach dem Match. Er bemühte aber auch die Statistik – und kam dabei zum Schluss, dass er seinen Spielern keinen Vorwurf machen könne. „Wir hatten mehr Torschüsse, wir sind mehr gelaufen, wir haben 58 Prozent Ballbesitz, wir haben mehr Zweikämpfe gewonnen, eine höhere Passquote“, zählte er auf auf. Dass seine Mannschaft dem Druck dennoch nicht standhalten konnte, habe an den individuellen Fehlern gelegen, so Hensel.
Ohne Interimscoach Pavel Dotchev (Quarantäne) auf der Trainerbank begann Aue im Vergleich gegen Dresden, mit einer Änderung in der Startelf: Messeguem kehrte nach Gelbsperre zurück und ersetzte Baumgart. Nach 69 Sekunden musste Martin Männel den Ball das erste Mal aus seinem Tor holen – dem FCE-Keeper blieb im dichten Fünfmeterraumgetümmel die Sicht versperrt. Møller Dæhlis hatte den ersten Eckball der Gäste vor den kurzen Pfosten geflankt und Majetschak lenkte den Ball mit der Schulter unglücklich vor die Füße Dovedans. Der Österreicher vollendet aus halblinken acht Metern mit Anlauf in die untere rechte Ecke. Drei Minuten später hätte Dovedan sogar seinen zweiten Treffer erzielen müssen, frei vor Männel zeigte er diesmal aber Nerven und schoss mit links neben den rechten Pfosten. Handwerker hatte den Österreicher mit einem langen Pass auf die Reise geschickt, den die Aue-Abwehr komplett aus den Augen verliert. Die Veilchen schlagen jedoch schnell zurück. Bei Kühns Schussversuch aus halblinken 19 Metern steht Hochscheidt im Weg. Er nutzt den Versuch durch eine saubere Annahme als Vorarbeit. Bei freier Bahn verlädt er Mathenia aus gut acht Metern und vollendet präzise in die untere rechte Ecke (8.). Sein 39. Zweitligator für Aue hält auch eine Überprüfung durch den VAR stand. Nach dieser wilden Anfangsphase waren die Gäste in der Folge um Spielkontrolle bemüht und zeigten die reifere Spielanlage, wenngleich Aue durch lange Bälle die offensive Nürnberger Aufstellung immer wieder aushebelte. Doch der Club war an diesen Tag einfach gnadenlos effektiver. Nach 22 Minuten holte Dovedan seine verpasste Chance zum 0-2 nach, der Österreicher brachte eine feine Vorarbeit von Shuranov aus sechs Metern sicher im Auer Tor unter. Aue zeigt sich auch vom zweiten Rückstand unbeeindruckt, traute sich eine weitere schnelle Antwort zu. Nur FCN-Keeper Mathenia hatte was dagegen. Er verhinderte mit einer Klasseparade einen Versuch von Nazarov (24.) aus 18 Metern und lenkte den Ball zur Ecke. Wenig später versuchte es Nazarov dann noch einmal – rechts vorbei. Aue blieb griffig, doch insgesamt hatte der FCN die Veilchen über weite Strecken im Griff und ließ durch Schäffler (36.) und Dovedan (40.) weistere gute Möglichkeiten ungenutzt, die Führung auszubauen.

Mit Beginn der Zweiten Halbzeit versuchte Aue wiederholt, den zur zweiten Hälfte eingewechselten Zentrumsangreifer Gueye mit langen Bällen in Szene zu setzen – aber die Gäste stellten sich schnell darauf ein. Schreck (51./rechts vorbei), Barylla (57./Freistoß in die Mauer) und Nazarov (61./links vorbei) näherten sich in der Folge mit Abschlüssen aus der zweiten Reihe an, ohne jedoch Mathenia in wirkliche Bedrängnis zu bringen. So nahm die Qualität der Chancen im zweiten Durchgang ab wie auch das Niveau der Partie. Aue leistete sich im Spiel nach vorne immer wieder kleine Fehler, wodurch Nürnberg zu Kontern kam. Immer wenn Møller Daehli mit Ball am Fuß das Spiel der Gäste forcierte drohte Gefahr. Die Hausherren blieben im Spiel. Sie wurden in der Folge sukzessive immer mutiger und waren zwischenzeitlich sogar drückend überlegen. Gueye (66.) und der eingewechselte Trujic (66.) besaßen Möglichkeiten. Die aber größte Ausgleichschance vergab Trujic in der 74. Minute. Kühn war auf links bis an die Grundlinie marschiert und spielte von dort an den kurzen Pfosten. Dort kommt Trujic an den Ball und muss diesen eigentlich nur noch über die Linie drücken, doch der Joker verstolpert die Kugel und schießt sich den Ball ans Standbein. Der Schieri gab sogar erst Eckball und korrigierte sich wenig später dann mit Abstoß für Nürnberg. Diese nahm der Club zum Anlass, wieder aktiver zu werden. Gleich zweimal hatte Møller Dæhli die Entscheidung auf dem Fuß. Erst klärt Männel mit einem Klasse Fußreflex (77.) gegen den Norweger, um dann bei einem Gewaltschuß aus Nahdistanz geradeso die Hände hochreißen zu können (80.). In dieser Phase machten die Gäste den Deckel dann endgültig drauf. Wieder schloss Dovedan entscheidend ab. Handwerker bediente Shuranov im Strafraum, der sich drehte und dann für den Österreicher auflegte. Zwölf Meter vor dem Tor blieb der Mann des Tages einmal mehr eiskalt und versenkte den Ball sicher halbhoch im rechten Eck (81.). Zwar rackerten die Auer unermüdlich, zeigten auch in der Schlußphase Moral. Baumgart (87./Kopfball), Schreck (89./aus 24m vorbei) und Kühn (90./an den Außenpfosten) - blieben letztendlich in ihren Mitteln aber limitiert.
Noch in diesem Jahr soll die Vorbereitung auf die verbliebenen 16 Spiele beginnen. Bereits am 28. Dezember wird das Mannschaftstraining wieder aufgenommen werden. (Burg)

Trainerstimmen
Robert Klauß (Nürnberg): „Das war definitiv der einfache Fußball, den wir heute sehen wollten. Auch wenn man sieht, wie wir zu unseren Chancen erspielt haben: Schnelles Umschalten, viel im Tempo gewesen, einfache Bälle gespielt, das war okay. Wir hatten gute Abläufe drin und sind als Mannschaft sehr gefestigt, haben eine gute Mentalität. Wir hätten das Spiel viel früher in der ersten Halbzeit klarer gestalten können, dann kommt auch keine Hektik auf. Am Ende muss ich sagen, dass es die letzten 15 Minuten sehr reif war, wie wir das Tor machen und den Gegner weghalten."

Marc Hensel (Aue):„Wir sind extrem enttäuscht. Wir wussten, dass wir heute unter Druck sind, haben diesem Druck aber leider nicht standgehalten. Das war in vielen Situation zu erkennen. Wir gehen direkt nach einem Standard in Rückstand, kämpfen uns dann aber gut rein und gleichen aus. Beim zweiten Tor verlieren wir reihenweise Zweikämpfe. In der zweiten Halbzeit haben wir dann Chancen zum Ausgleich und kassieren dann aus einer unnötigen Situation den dritten Treffer. Wir liegen nach dem Spiel in fast allen Statistiken vorne, aber in der entscheidenden eben nicht. Aber ich mache den Jungs keine Vorwürfe.“

Aue (Lila-Weiß/Lila/Lila): Männel - Barylla, Majetschak, Carlson - Schreck - Strauß (46. Gueye), Nazarov, Messeguem (61. Baumgart), Hochscheidt - Kühn, Jonjic (61. Trujic)

Nürnberg: Mathenia - Valentini (90.+2 Fischer), Schindler, Sörensen, Handwerker - Tempelmann, Nürnberger - Dovedan (90.+2 Schleimer), Möller Daehli (83. Suver) - Shuranov (83. Köpke), Schäffler (70. Duman)

Schiedsrichter: Dr. Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: keine – aufgrund der geltenden Corona-Pandemiebestimmungen im Freistaat Sachsen.

Tore: 0-1 Dovedan (2.), 1-1 Hochscheidt (8.), 1-2 Dovedan (22.), 1-3 Dovedan (81.)

Reservebank Aue: Klewin - Härtel, Riese, Sijaric, Mance, Zolinski

Gelbe Karten: Jonjic (31.), Hensel (86.) / Tempelmann (6.), Dovedan (58.)