Spielbericht
34. Spieltag, 23.05.2021
FC Erzgebirge Aue vs. VfL Osnabrück 2-1

2

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 23. Mai 2021
(Kick off 15:30 Uhr)


Aue siegt zum Saison-Abschluß


Am Pfingstsonntag gab es einen versöhnlichen Ausklang einer schon ins negative abdriftende Saison-Schlussphase: Mit 2-1 gewann der FC Erzgebirge Aue am letzten Spieltag der 2. Fußball-Bundesliga gegen den VfL Osnabrück und schloss in der Tabelle mit 44 Punkten als Zwölfter ab. Der FCE belohnte sich für eine couragierte Leistung im zweiten Durchgang, sodass dieser 8. Heimerfolg insgesamt vollkommen in Ordnung geht. Als Matchwinner avancierte Dimitrij Nazarov mit seinem Doppelpack in der der 65. und 75. Ninute. Der Aserbaidschaner war damit für die letzten fünf Auer Tore verantwortlich. Er schloß damit zu Pascal Testroet auf. Beide haben nun in der ewigen FCE-Zweitliga Torschützenliste je 34 Treffer auf ihr Konto. Weiterhin auf Platz 1 in diesem Ranking steht Jan Hochscheidt mit 38 Toren aus 188 Spielen in der 2. Bundesliga für Aue.

Interimstrainer Marc Hensel änderte die Startelf im Vergleich zum 0-3 in Düsseldorf: Für Strauß und Nazarov beginnen Baumgart und Hochscheidt. Die Gastgeber beginnen durchaus engergiert doch die erste echte Chancen haben die Gäste. Santos scheitert, nach Vorarbeit von Amenyido, am stark reagierenden Männel (13.). Aue kommt in Person von Testroet danach gleich zu zwei Abschlüssen: Erst kriegt der Stürmer einen Kopfball nach Ecke von links nicht richtig gedrückt (22.). VfL-Torwart Kühn nimmt dankbar auf. Wenige Augenblicke später pariert der Keeper einen Seitfallzieher Testroets aus 14 Meter nach Eckball von Riese. Kurz darauf gab es aber Freistoß auf der Gegenseite, Breitkreuz hatte Amenyido zu Fall gebracht. Osnabrücks Spezialist Kerk Schritt zur Tat und dreht den Ball durch die Vier-Mann-Mauer hindurch aufs linke Eck. Männel ist mit einer Hand dran, kann den Einschlag aber nicht mehr verhindern – 0-1 (25.). Nur zwei Minuten später klärt Riese einen Abwehrversuch direkt in die Füße von Kerk. Der zwirbelt das Spielgerät mittig aus 17 Metern haarscharf rechts vorbei. Danach versuchen die Veilchen die Initiative wieder an sich zu reißen. Erst belieben Testroet und Hochscheidt mit drei Schussversuchen von der Strafraumkante in der VfL-Abwehr hängen. Dann versucht sich Krüger artistisch nach einer Kopfballverlängerung von Testroet (33.) und verdreht sich dabei das rechte Sprunggelenk. Der U21 Nationalspieler versucht es zwar noch einmal nach der Behandlung aber in der 38. Minute geht es nicht mehr. Sascha Härtel kommt somit zu seinem 5. Einsatz in der Saison. Der VfL kommt in der Nachspielzeit durch Gugganig (45. +2), nach Kerk-Freistoß, am langen Pfosten noch zu einer Chance auf eine höhere Führung, aber mit den knappen 0-1 ging es in die Pause.

Bis zur Pause schien alles in Sachen Klassenerhalt zugunsten der Osnabrücker zu laufen, doch dies änderte sich nach Wiederbeginn. Aue spielte gegen den passiven VfL nun mit mehr Mut und Zielstrebigkeit nach vorne, gefährlich wurde es aber insbesondere bei Standardsituationen. Erst kommt Breitkreuz aus 13 Metern zum Schuss, der hängenbleibt. Aus der Drehung kommt Hochscheidt zum Nachschuss, der aber knapp über das Tor schießt (59.). Von den Gästen kommt in der Anfangsphase der zweiten Hälfte offensiv eher wenig. Aues Druck nimmt immer mehr zu. Zolinski wird nach einem Fehlpass von Ajdini an der Mittellinie steilgeschickt und taucht allein vor Kühn auf und will den Ball über ihn heben. Im Eins-gegen-eins bleibt der Keeper aber Sieger! Es geht mit Eckball weiter. Und Aue bringt Nazarov und Jonjic. Ballas (64.) zwingt Kühn zu einer Parade – wieder Eckball. Nazarov verlängert diese perfekt ins lange Eck die Riese-Ecke (65.). Keeper Kühn ist diesmal machtlos. Aue danach weiter im Vorwärtsgang. Nach Flanke von Strauß köpft Härtel (72.) per Aufsetzer nur hauchdünn am linken Pfosten vorbei. Das 2-1 lag förmlich in der Luft. Es fiel dann in der 75. Minute. Zolinski bereitet zunächst gekonnt vor. Dann legt Jonjic nach rechts zu Nazarov, der sich im Sechzehner mit einem Schwenk in Position bringt und dann überlegt ins linke Toreck schlenzt. Die Niedersachsen versuchten es in der letzten Viertelstunde noch einmal, aber Aue stand sicher, denn der VfL schaffte es auch anschließend nicht mehr, für ernste Gefahr vor dem Tor von Männel zu sorgen. Der eingewechselte Heider köpfte Männel einen Eckball genau in die Arme (82.). Für Aue gibt es dann noch in Zweitligadebüt: Noah Baumann (19) kommt für den verletzten Strauß. Der erst zur zweiten Hälfte eingewechselte 25-Jährige mußte wegen Probleme am Oberschenkel wieder raus. Noah Baumann ist seit 2015 in der Nachwuchsabteilung von Erzgebirge Aue aktiv. Für sein Team kam er sowohl in der U17 als auch in der U19 regelmäßig zum Einsatz. Daneben spielte er auch in der Landesauswahl des Bundeslandes Sachsen. Er ist damit seit 2003 der 185. Spieler der für Aue in der 2. Bundesliga zum Einsatz kommt. In der Saison 2020/21 kamen somit insgesamt 25 Spieler zum Einsatz. Hier die Liste der eingesetzten Spieler

Osnabrück muss nach der Niederlage in die Relegation. Dort trifft die Elf von Markus Feldhoff am Do. 27. Mai und So. 30. Mai auf den Drittligisten FC Ingolstadt 04. Für Erzgebirge Aue geht es am Wochenende vom 23. bis 25. Juli 2021 (lt. DFL-Rahmenterminplan) in die 16. Spielzeit der 2. Bundesliga. Unterdessen hat der Der FC Erzgebirge Aue in dieser Woche erste Personalentscheidungen getroffen. Demnach verlassen Calogero Rizzuto, Louis Samson und Kevin Harr den Verein. Alle drei Verträge laufen aus. (Burg)

Trainerstimmen
Markus Feldhoff (Osnabrück): "Wir sind hin- und hergerissen. Einerseits ist da die Freude über die Relegation, die unser Minimalziel war. Andererseits sind wir ein bisschen enttäuscht, weil wir die Chance nicht genutzt haben. Wir waren nach dem Führungstreffer aber zu passiv und waren heute am Ende auch nicht gut genug, um das Spiel zu gewinnen. Die Ergebnisse haben für uns gepasst, leider haben wir unseren Teil nicht dazu beigetragen. Wir wären lieber als 15. direkt nach Osnabrück gereist, aber jetzt hängen wir eben noch eine Woche dran. Heute darf ein bisschen die Enttäuschung da sein, dann wollen wir unsere zweite Chance nutzen."

Interimstrainer Marc Hensel (Aue): "Wenn ich sehe, wie wir die letzten zehn Minuten der ersten Halbzeit und die zweite Halbzeit umgesetzt haben, was wir uns vorgenommen hatten, welche Dominanz wir im Spiel mit Ball hatten, das war beeindruckt, wie das meine Mannschaft, trotz der letzten Wochen, umgesetzt hat. Dieser Mut und die Souveränität haben dann dazu geführt, dass es ein verdienter Sieg ist. Ich bin sehr glücklich, dass wir auch als Team wieder näher an unser Publikum heranrücken konnte. Sie haben draußen einen traumhaften Job für uns gemacht. Das hat uns sehr geholfen. Die Unterstützung von außen war permanent spürbar. Das ist Erzgebirge Aue - und das muss es auch nächste Saison sein, weil wir dann noch eine stärkere 2. Liga haben werden, das ist ja schon eine 1. Liga."

Aue (Lila-Weiß/Lila/Lila): Männel – Breitkreuz, Gonther, Ballas – Riese, Fandrich – Baumgart (46. Strauß / 88. Baumann), Hochscheidt (63. Nazarov), Zolinski – Krüger (38. Härtel), Testroet (64. Jonjic)

Osnabrück: Kühn – Ajdini, Gugganig, Trapp, Wolze – Multhaup (69. Heider), Blacha (77. Henning), Reis, Amenyido (77. Müller) – Kerk (75. Nik. Schmidt) – Santos

Schiedsrichter: Martin Petersen (Stuttgart)

Zuschauer: Keine - Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt.

Tore: 0-1 Kerk (25.), 1-1 Nazarov (65.), 2-1 Nazarov (75.)

Reservebank Aue: Klewin - Bussmann, Jeck, Majetschak

Gebe Karten: Gonther (28.), Zolinski (86.), Baumann (90. +2)