Spielbericht
29. Spieltag, 26.04.2021
Karlsruher SC vs. FC Erzgebirge Aue 0-0

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Wildparkstadion Karlsruhe, Montag 26. April 2021
(Kick off 18:00 Uhr)


Aue punktet im Nachholespiel


In einem Nachholespiel aus der 29. Runde trennten sich der KSC und Aue torlos. Die Mannschaft des KSC war nach mehreren Coronafällen am 6. April für 14 Tage in Quarantäne gegangen. Mit nun 41 Punkten rangieren die Veilchen weiterhin im gesicherten Mittelfeld. Für Aue war es zugleich das 25. und letzte Montagsspiel in der 2. Bundesliga, das es ab der kommenden Saison dann nicht mehr gibt. Kapitän Martin Männel fehlte wegen Rückenschmerzen (eine Folge der Partie in Braunschweig), Jan Hochscheidt war aus privaten Gründen nicht mit nach Karlsruhe gekommen, wie auch der frischgebackene Vater Calogero Rizzuto. Antonio Jonjic musste wegen Magen-Darm-Beschwerden passen. Fandrich und Breitkreuz saßen erst einmal auf der Bank und sahen auf dem Platz trotz der kleineren Umbauten immer noch eine schlagkräftige Auer Elf, in der Torwart Philipp Klewin sein Pflichtspieldebüt für Aue gab. Er war im Sommer 2020 aus Bielefeld ins Lößnitztal gekommen. Abwehrchef Sören Gonther (34): „Ein Riesenkompliment an Philipp. Jeder weiß, was Martin für eine starke Saison spielt und wie schwer es dahinter für die Nummer 2 ist. Und dann kommt er rein und macht aus der Kalten ein Riesenspiel.“
Aue startete sehr gut in die Begegnung und entfachte gleich mächtig Druck. Krüger per Fuß (4.) und Testroet per Kopf (6.) prüften Karlsruhes Schlussmann Gersbeck bereits nach wenigen Minuten. Kurz darauf war Schuster bereits zum Wechseln gezwungen. Gnjatic fiel nach einem Luftduell unglücklich auf den Arm und musste mit Verdacht auf Ellenbogenbruch ausgewechselt werden. Für ihn kam Samson (8.). Karlsruhe war zunächst etwas passiv, meldete sich in der 13. Minute aber durch einen tollen Schlenzer von Choi offensiv an, Klewin parierte gut und lenkte den Ball mit den Fingerspitzen um den Pfosten. Schon hier war zu erkennen die Nr. 2 strahlte Ruhe aus.
Danach agierten die Auer wieder spielbestimmender, kombinierten sich durch schnelle Gegenstöße immer wieder clever in den KSC-Strafraum. Vor allem Nazarov war an alter Wirkungsstätte ein Aktivposten. Zwingende Torchancen sprangen aber nicht heraus. Auf der Gegenseite vermochten auch die Karlsruher bis zum Pausenpfiff keine echte Gefahr im Angriff mehr zu erzeugen.

Nach dem Kabinengang wurde es direkt brenzlig im Auer Strafraum. Strauß' Fehlpass in die Füße von Goller bügelte Klewin aber mit einer starken Reaktion aus (48.). Doch der KSC spielte sich fest, Gondorf und Wanitzek schickten aus der Distanz die nächsten Warnschüsse hinterher (54./56.). Aue wirkte in dieser Phase des Spiels ideenlos, kam kaum einmal aussichtsreich in Abschlussposition. Bussmann musste zudem in höchster Not vor dem einschussbereiten Gueye klären (76.). Auch von einem Freistoß von Heise lässt sich Klewin im Auer Kasten nicht überraschen (79.). Es dauerte bis in der Schlussphase, ehe Aue wieder mutiger wurde. Der eingewechselte Zulechner scheiterte mit seinen zu ungenauen Abschlüssen (82./83.) aber ebenso wie Krüger an Gersbeck (86./90). Kurz vor dem Abpfiff hätte es dann beinah doch noch im Kasten des KSC geklingelt. Riese schlenzte einen Freistoß sehenswert über die Karlsruher Mauer, doch Gersbeck hielt das Unentschieden mit einer tollen Flugeinlage fest (90.+2).
Philipp Klewin: "Ich bin sehr zufrieden. So wünscht man sich seinen ersten Einsatz für die Mannschaft und die hat es mir wirklich leicht gemacht. Es war nicht immer schön anzusehen, aber nach den Strapazen der vergangenen Tage können wir mit dem Punkt froh sein." (Burg)

Trainerstimmen
Dirk Schuster (Aue): "Wir haben ein sehr intensives Spiel gesehen, wo wir ab der ersten Minute gut in der Partie waren. Danach haben sich beide Mannschaften überhaupt nichts geschenkt - brutal intensiv, viele Zweikämpfe und Chancen auf beiden Seiten. Nach der Halbzeit ist bei uns der Faden verloren gegangen. Da hat sich auch der Kräfteverschleiß bemerkbar gemacht. Wir haben uns dann nochmal gegen alles gewehrt. In den letzten 15 Minuten war das Momentum auf unserer Seite. Wir nehmen einen verdienten Punkt mit, das war unser Mindestziel."

Christian Eichner (Karlsruhe): "Ich bin stolz auf diese Mannschaft, die gerade zu Beginn gebraucht hat, um ins Spiel zu finden. Aue war griffig und hat vor allem im letzten Drittel eine enorme Klarheit gezeigt. Wir haben uns dann als Mannschaft ins Spiel gekämpft, mussten aber zwei enorme Rückschläge durch Auswechslungen verkraften. Dennoch fand ich, dass die Mannschaft in der zweiten Hälfte das Heft in die Hand genommen hat. Meine Jungs können sich heute aber extrem viel von diesen Typen auf der anderen Seite abschneiden, was Professionalität und Klarheit im Passspiel anbelangt."

KSC: Gersbeck – Jung, Kobald, Wimmer, Heise – Gondorf, Wanitzek – Choi (27. Goller), Batmaz (70. Galjen), Kother – Hofmann (46. Gueye)

Aue (Weiß/Weiß/Weiß): Klewin – Strauß (75. Breitkreuz), Gonther, Ballas, Bussmann – Gnjatic (8. Samson), Riese – Zolinski (75. Baumgart), Nazarov (61. Fandrich), Krüger – Testroet (75. Zulechner)

Schiedsrichter: Martin Thomsen (Kleve)

Zuschauer: Keine - Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Reservebank Aue: Harr - Jeck, Härtel, Majetschak

Gelbe Karten: Wimmer (42.), Heise (90. +1) / Strauß (48.)