Spielbericht
24. Spieltag, 06.03.2021
FC Erzgebirge Aue vs. Hannover 96 1-1

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 06. März 2021
(Kick off 13:00 Uhr)


Aue spielt im 500. Zweitligaspiel Remis


Spieler und Fans des FC Erzgebirge Aue hatten gleich zwei Gründe zum Feiern. Am 4. März wurde der Traditionsclub 75 Jahre alt. Zwei Tage später stand mit dem Spiel gegen Hannover 96 die 500. Begegnung in der 2. Bundesliga an. Mit einem Sieg im Jubiläumsspiel hat es für Erzgebirge Aue nicht geklappt. Gegen Hannover 96 kam Aue nach Rückstand aber zumindest zu einem Remis. Zudem zählten wiederum, wie schon die Woche zuvor in Kiel, zwei Abseitstore nicht. Mit dem 1-1 endete die Jubiläumswoche letztlich versöhnlich für Aue - dabei war kurz vor dem Spiel gar nicht klar, ob die Partie überhaupt angepfiffen wird. Aues Defensivspieler Clemens Fandrich und Athletiktrainer Marco Kämpfe mussten nach positiven Corona-Tests in häusliche Quarantäne. "Wir hatten drei Stunden vor dem Spiel noch nicht einmal den Nachweis, dass wir anderen alle negativ sind, anderthalb Stunden vor dem Spiel mussten wir noch einmal Schnelltests machen. Das belastet ein Mannschaft natürlich auch kopfmäßig", erklärte Aue-Trainer Schuster nach der Partie.
Die in Grün gekleideten Gäste waren nicht zum Gratulieren ins Lößnitztal gereist. Sie begannen mit viel Elan und mit deutlich mehr Ballbesitz. Eine erste Chance im Strafraum verpuffte, weil Weydandt den Ball nicht voll traf (4.). Auf der anderen Seite konterte Aue im Anschluss an eine 96-Ecke über Testroet. Er sieht rechts den mitgelaufenen Krüger, der davon profitiert, dass Hult im Rückwärtsgang ausrutscht. Krüger dringt in den Sechzehner ein und schießt aus spitzem Winkel. Esser macht sich lang und wehrt den strammen Schuss stark zur Seite ab (12.). Aber dann gehen die Gäste in der 24. Minute mit 0-1 in Führung. Testroet klärt einen Eckball genau in die Füße von Ochs. Der fackelt nicht lange und schießt mit links aus gut 24 Metern platziert halbhoch ins rechte Eck. Da ist für Männel nichts zu machen, zudem war ihm die Sicht versperrt, zu spät erkannte er die Flugbahn des Balls, er streckte sich vergeblich. Mit der Führung im Rücken kontrollierten die Gäste das Geschehen weitgehend, konnten aber nicht nachlegen. Nach schönem Doppelpass zwischen Weydandt und Ducksch, klärt Gonther im letzten Moment vor dem einschußbereiten Ducksch (32.). Die Veilchen wiederum blieben bis kurz vor dem Pausenpfiff ohne jeglichen Abschluss. Dann traf Zolinski (40.) nach Zuspiel Testroet aus 16 Metern den Ball nicht voll, sodass Esser keine Mühe hatte den Ball aufzunehmen. Mit einem 0-1 Rückstand aus Auer Sicht geht es in die Pause.

22.796 Zuschauer werden in der 20. Minute auf der Anzeigetafel eingeblendet. Diese waren natürlich nicht im Stadion anwesend, aber im Vorfeld der Partie wurden virtuelle Tickets verkauft. Ein schöne Geste in diesen Zeiten. Foto: Menne

Gleich zweimal schnupperten die Veilchen in der ersten Viertelstunde nach dem Wiederbeginn am Ausgleichstreffer, doch sowohl Testroet (50.), bringt den Ball nach feinem Zuspiel aus der Mitte von Nazarov mit rechts im Fallen im Tor unter, als auch Bussmann (55.), standen bei ihren Toren knapp im Abseits, sodass es weiterhin beim 0-1 für die Gäste blieb. Doch diese Führung wackelte gewaltig. Auch, weil von Hannover offensiv nahezu gar nichts kam. Und, weil Aue immer besser wurde. Testroet, der zuvor noch eine Chance ungenutzt ließ, traf in der 64. Minute zum verdienten Ausgleich. Er schirmt den Ball nach Zuspiel von Breitkreuz stark gegen Franke ab, dreht sich um seinen Gegenspieler herum und donnert den Ball wuchtig und unhaltbar ins linke Eck.
96-Trainer Kenan Kocak reagierte auf die offensive Harmlosigkeit seiner Mannschaft in der zweiten Halbzeit. Erst nimmt er mit Weydandt und Ducksch beide Stürmer raus und beordert Doumbouya und Schindler auf das Feld (74). Um vier Minuten später Frantz und Muslija für Elez und Torschütze Ochs zu bringen. Diese Wechsel haben den Gästen neue Luft gegeben und sie schienen dem zweiten Tor näher zu sein als die Veilchen. Die Gastgeber schaffen kaum noch Entlastung. Und die 96-Joker machen mächtig Dampf. Doumbouya (80.) zieht in den Strafraum, umkurvt den herauslaufenden Männel und will nach innen legen, wo Schindler lauert. Aber Ballas ist zur Stelle und klärt gerade noch. Die Schlussphase gehörte dann ganz klar den Gästen. Männel entschärfte glanzvoll eine Muslija-Chance (88.) und einen Doumbouya-Kopfball (89.). Und in der 90.+1 versuchte es Haraguchi noch mal, dribbelt in den Auer Strafraum und zieht ab. Männel reagierte großartig und wehrte auch diesen Versuch ab. Ein Tor ließen die "Veilchen" nicht mehr zu. So wird einst in den Geschichtsbüchern stehen: Erzgebirge Aue spielte in seinem 500. Zweitligaspiel gegen Hannover 1-1. Dies war das 130. Unentschieden bei 166 Siegen und 204 Niederlagen. (Burg)

Kurz vor Anstoß zum 500. Zweitligaspiel von Aue - Bild fürs Geschichtsbuch. Foto: Menne


Trainerstimmen
Kenan Kocak (Hannover): "Wir haben uns einen Matchplan zurechtgelegt, der eigentlich ganz gut aufgegangen ist. Wir haben bewusst Aue etwas mehr den Ball überlassen, das war ein bisschen weg von unserer eigentlichen DNA. Nach dem 1-0 haben wir versäumt, mit 2-0 nachzulegen. Die Chancen waren da, der vorletzte Ball hätte besser gespielt werden müssen. In der zweiten Halbzeit haben wir 15/20 ganz schlechte Minuten, in denen wir das 1-1 kassieren. Doch dann haben wir umgestellt und wurden von Minute zu Minute besser. Wieder haben wir zahlreiche Chancen liegen lassen. Täglich grüßt das Murmeltier."

Dirk Schuster (Aue): "Wir wollten geschenkemäßig zum Jubiläum etwas dazupacken. Letztlich ist es ein Punkt geworden. Den haben wir uns in der zweiten Halbzeit auch verdient. In der ersten Hälfte haben wir gegen die individuell starke Hannoveraner Mannschaft ganz gut gespielt, dort aber ein, zwei Fehler zu viel gemacht. Beim Gegentor wehren wir eine Standardsituation zu kurz ab. In der zweiten Halbzeit hatten wir dann sehr viel Zugriff auf das Spiel, auch gut nach vorn verteidigt. Gegen Weydandt und Ducksch haben es unsere beiden Innenverteidiger sehr gut gemacht. Hintenraus waren wir ein bisschen zu euphorisch, sind teilweise mit beiden Sechsern nach vorn gerannt. Das Glas ist für mich aber halbvoll und nicht halbleer. Das war von der Konzentration der Mannschaft heute eine große Leistung, hier einen Punkt zu behalten."

Aue (Lila-Weiß/Lila/Lila): Männel – Breitkreuz, Gonther, Ballas, Bussmann – Gnjatic, Strauß – Krüger (90.+2 Baumgart), Nazarov, Zolinski (76. Rizzuto) – Testroet (89. Zulechner)

Hannover: Esser – Muroya, M. Franke, Elez (78. Frantz), Hult – Basdas – Kaiser, Haraguchi – Ochs (78. Muslija), Ducksch (74. K. Schindler), Weydandt (74. Doumbouya)

Schiedsrichter: Arne Aarnink (Nordhorn)

Zuschauer. Keine - Das Spiel fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt

Tore: 0-1 Ochs (24.), 1-1 Testroet (63.)

Reservebank Aue: Klewin - Jeck, Härtel, Jonjic, Majetschak

Gelbe Karten: - / Weydandt (44.), Hult (69.)