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Juli 1994 - Abschied von Volker Schmidt

31. Juli 1994 – Eine erzgebirgische Fußball-Legende sagte endgültig tschüs: Der 36jährige Volker Schmidt (links) wurde von 2.100 FCE-Fans vor dem Saisonauftakt gegen die Reinickendorfer Füchse frenetisch verabschiedet. "Das war für mich die Bestätigung, daß meine Leistungen auf dem Rasen anerkannt wurden", so Volker Schmidt. In 403 Pflichtspielen (22 Tore) von 1980 bis 1994 gab der Libero den Veilchen den nötigen Rückhalt.
„Wichtig bleibt die Erinnerung an den Zusammenhalt der Mannschaft und an tolle Fans, die aus

Vor Spielbeginn der Regionalliga Partie Aue vs. Reinickendorfer Füchse wünnschte Aue Präsident Uwe Leonhardt dem langjährigen Wismut-Spieler Volker Schmidt (links), der seine aktive Laufbahn beendete, alles Gute. Foto: Kruczynski

dem ganzen fußballverrückten Erzgebirge kamen, um uns anzufeuern. Welch eine Ehre, hier Stammspieler zu sein! Was für Derbys gegen Karl-Marx-Stadt, Sachsenring oder Dynamo! Abheben durftest du trotzdem nie, denn wir wohnten hier, mussten Fußballer zum Anfassen bleiben. Als es die kleine BSG in den IF- und UEFA-Cup schaffte, waren wir noch stolzer als die Kollegen aus den großen Klubs. Ähnlich ging es Harald Mothes, Steffen Krauß, Jörg Weißflog und mir, nachdem wir in die Olympiaauswahl berufen wurden, wo wir quasi auch die Auer Farben trugen“, erzählte er in einem Interview fürs Veilchen-Echo im April 2017.

Am 22. November 1957 in Zwickau geboren, begann er mit neun Jahren bei der BSG Wismut Pirna-Copitz Fußball zu spielen, über Dynamo Dresden kam „Vau”, wie er schon in der Jugend gerufen wurde, 1980 nach Aue. Als erster Sportler des Vereins erhielt er aufgrund seiner Verdienste um den Auer Fußball die goldene Ehrennadel des FC Erzgebirge.
Höhepunkte seiner Laufbahn waren die Spitzenspiele in der DDR-Oberliga und natürlich auch die brisanten Abstiegsduelle. Das schönste Tor erzielte er am 3. März 1984 beim 1-1 im Heimspiel gegen den FC Vorwärts Frankfurt/O. Nach einem unwiderstehlichem Lauf über das gesamte Mittelfeld hinweg und anschließender 30-Meter-Rakete ins rechte Eck ließ er FCV-Torhüter Wienhold keine Chance.
Der absolute Tiefpunkt war dann der Oberligaabstieg 1990. "Im Sommer 1989 hatten uns drei Leistungsträger verlassen. Danach kam durch die damalige Leitung viel Unruhe in die Mannschaft. Das waren die hauptsächlichen Ursachen." So begründet Volker Schmidt diese erfolglose Zeit. Nur wenige haben zur Stange gehalten, den Libero könnte man als treue Seele küren. "Volker hat große Verdienste", lobt ihn Präsident Uwe Leonhardt bei der Verabschiedung, "Er hat Bodenständigkeit bewiesen, nicht nur für Geld, sondern fürs Erzgebirge gespielt. Er ist einer von uns. "
Volker Schmidt im Auer Veilchen-Echo April 2017


Geschrieben von Burg am 31.07.2021, 12:09   (273x gelesen)