Spielberichte
6. Spieltag, 15.09.2019

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 15. September 2019
(Kick off 13:30 Uhr)


Aue siegt nach Videobeweis


Durch einen knappen aber am Ende verdienten 1-0 Erfolg über Aufsteiger Osnabrück haben die Veilchen ihren dritten Saisonsieg in der Liga eingefahren. Es war die Szene des Spiels. Über 1:40 min. musste Torschütze Tom Baumgart und die Zuschauer bangen. Erst als Video-Assistet Sören Storks aus Köln grünes Licht gab, brandete erneut Jubel im Stadion auf. Pikantes am Rande: Genau dieser Sören Storks pfiff im Mai 2018 am 34. Spieltag das Auer Spiel in Darmstadt und verweigerte Rizzuto ein klares Tor in der 3. Minute. „Es war eine kuriose Situation“, meinte Torschütze Baumgart nach Abpfiff mit Blick auf sein spielentscheidendes Tor. „Ich will jubeln – dann sehe ich, dass der Linienrichter die Fahne oben hat. Es folgten ein paar Minuten Wartezeit. Ich war umso glücklicher, als auf Tor entschieden wurde. Davor habe ich einfach nur gehofft, dass der Treffer zählt. Mehr kann man ja nicht machen. Ich habe befürchtet, dass Paco im Abseits stand und habe mich deswegen im Kopf schon darauf eingestellt, dass es nicht gegeben wird“, beschrieb der 21-Jährige das Warten.
Aues neuer Coach Dirk Schuster vertraute bei seinem Heimatdebüt auf eine eingespielte Elf. Gegenüber dem Auftritt in Kiel rückte lediglich Testroet für Zulechner neu ins Team. Die Platzbesitzer machten von Beginn an Druck. Anfangs konnten die Gäste noch dagegen halten, Taffertshofer (6./links vorbei) und Heider (13.) scheitert am resolut herauslaufenden Männel. Danach spielte nur noch Aue und kannte nur eine Richtung.


Nazarov schoss aus aussichtsreicher Position am linken Pfosten vorbei (9.) und scheitert wenig später an Heyer, der seinen Gewaltschuß mit dem Kopf klärt. Danach scheiterte Testroet (21.) am auf der Linie stehenden VfL-Verteidiger Agu. Hochscheidt hatte zuvor die VfL-Abwehr überlaufen und Keeper Kühn ausgetanzt, seinen Rückpaß musste Testroet eigentlich nur ins Tor schieben aber Agu hatte was dagegen. Aue hielt die Schlagzahl hoch. Ihr Vorwärtsgang war imponierend. Rizzuto (28.), Baumgart (28.), Kalig (35.) und wieder Rizzuto (36.) hatten weitere gute Möglichkeiten. Der Aufsteiger tauchte nur einmal in dieser Phase vor dem Männel-Tor auf, aber Heider (30.) traf aus spitzen Winkel nur das Außennetz. Die fällige Veilchen Führung fiel dann endlich in der 40. Minute. Riese schippte einen Ball hoch vors Tor, Testroet legte im rückwärts laufen per Kopf zurück zu Baumgart und dieser traf das Spielgerät optimal und schoss halbhoch aus 13 Metern ins Tor. Schiedsrichter Thorben Siewer entschied zunächst auf Abseits, korrigierte sich jedoch nach Sichtung der Bilder des Videoreferees in Köln. In der fünfminütigen Nachspielzeit passierte bis auf einen harmlosen Schußversuch von Alvarez (45. +2) nicht mehr viel.

Nach Wiederanpfiff verfehlte Testroet das 2-0. Hochscheidt vernaschte auf der linken Seite Heyer und flankte genau auf Aues Sturmführer. Doch sein Kopfballaufsetzer war zu stark gedrückt, der Ball sprang übers Quergebälk (49.). Nur zwei Minuten später stand van Aken in Testroets Schußbahn. Danach schlichen sich immer mehr Fehler im Auer Aufbauspiel ein. Dadurch klappte das so vorzügliche Umschaltspiel, wie im ersten Durchgang praktiziert, nicht mehr. Der VfL wurde offensiver. Verfehlten van Aken (54.) und Ouahim (56.) noch das gegnerische Gehäuse, so hatten die Veilchen in der 65. Minute Glück: Osnabrücks Stürmer Heider hielt das Knie in einen Distanzschuss, FCE-Torhüter Männel streckte sich vergeblich, doch der Ball klatschte an den linken Pfosten. Zehn Minuten später musste Rizzuto vom Feld. Der bereits verwarnte Linksverteidiger wollte per Grätsche einen Osnabrücker Konter unterbinden, kam zu spät und säbelte Ouahim noch in der eigenen Hälfte um. Logische Folge war die Gelb-Rote Karte. Die Niedersachsen machten zwar noch einmal Druck doch sie fanden keine Lücke in der dicht gestaffelten Auer Abwehr. Schuster hatte zudem reagiert und brachte defensive Hilfe in Person von Kusic. Viele hohe Eingaben waren für Männel leichte Beute. Mit nun elf Punkten nach sechs Spielen ist die Stimmung im Lößnitztal prächtig. (Burg)


Trainerstimmen
Daniel Thioune (Osnabrück): "Über 90 Minuten geht der Sieg für Aue voll in Ordnung. Von Minute 1 standen wir unter Druck. Das Tor war dann die logische Konsequenz. In der 2. Halbzeit haben wir ein paar Veränderungen vorgenommen. Ein bißchen Pech war beim Pfostenschuß dabei, aber über 90 Minuten gesehen waren wir der verdiente Verlierer.“
Dirk Schuster (Aue): "Ich glaube nach der Gelb-Roten Karte haben wir den Sieg mit sehr viel Mentalität und Leidenschaft über die Zeit gebracht. Wir hatten die Osnabrücker gut analysiert, dass sie sehr flexibel spielen, dass sie auch immer wieder schnelle, tiefe Läufe in die Spitze machen und dabei versuchen das Vertikalspiel in die Spitze zu forcieren. Dementsprechend versuchten wir in der Zentrale Zugriff zu bekommen. In der ersten Halbzeit haben wir uns ein Chancenplus erarbeitet und sind auch verdient 1-0 in die Pause gegangen. Wir sind auch nach der Pause mit zwei Chancen gut im Spiel gewesen. Der Knackpunkt war dann natürlich die Gelb-Rote Karte von „Rizzi“, die dann noch einmal alles ins Wanken brachte. Wie die Mannschaft dann gefightet hat und mit Mann und Maus den Dreier hier zu behalten, nötigt mir schon großen Respekt ab."

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel – Rizzuto, Gonther, Mihojevic, Kalig – Baumgart, Fandrich, Riese – Hochscheidt (77. Kusic), Nazarov (66. Krüger) – Testroet (71. Zulechner)

Osnabrück: Kühn - Agu (71. Granatowski), Heyer, van Aken, Wolze (46. Ajdini) - Taffertshofer, Blacha - Ouahim, Henning (79. Girth), Alvarez - Heider

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: 9.750

Tor: 1-0 Baumgart (40.)

Reservebank Aue: Jendrusch – Sessa, Strauß, Wydra, Kupusovic, Daferner

Gelbe Karten: Rizzuto (61.) / van Aken (18.), Wolze (34.), Alvarez (59.), Taffertshofer (69.), Heyer (71.)

Gelb/Rote Karte: Rizzuto/Aue (75.)