Spielberichte
22. Spieltag, 16.02.2019

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Millerntor-Stadion Hamburg, Sonnabend 16. Februar 2019
(Kick off 13:00 Uhr)


Veilchen und ihre irre Serie im Millerntor-Stadion


Der FC Erzgebirge hat den ersten Sieg des Jahres 2019 eingefahren. Dank Doppel-Torschütze Jan Hochscheidt siegten die "Veilchen" am Samstag mit 2-1 beim FC St. Pauli. Damit blieb auch die irre Serie der Veilchen im Hamburger Millerntor-Stadion bestehen. Auch bei ihren Auftritt 2019 kehrten sie nicht mit leeren Händen heim ins Erzgebirge. Nur das erste Gastspiel im Mai 2008 ging verloren (2-4). Alle sieben weiteren Spiele dort endeten aus Auer Sicht positiv. Und wenn sie wie 2011 (3-2), 2014 (2-2), 2016 (2-1), 2018 (1-1) und eben auch beim jetzigen Spiel mit 0-1 in Rückstand gerieten verloren sie das Spiel nicht.
Die Hausherren versuchten bei bestem Fußballwetter und ausverkauften Haus von Beginn an, das Spiel zu kontrollieren. Allagui setzte nach nur 3 Minuten einen Drehschuß über die Querlatte des Auer Tores. Danach mussten die Kiez-Kicker eine Schrecksekunde überstehen, als Abwehrspieler Avevor sich bei einem langen Schlag von Kusic verschätzte und Iyoha dadurch eine Großchance ermöglichte. Paulis Schlußmann Himmelmann rettete per Fußabwehr (9.). Zwei Minuten später jubelten aber die Gastgeber, weil sie sich über die rechte Seite in den Auer Straufraum kombinierten und Möller Daehli für Allagui auflegte. Der wollte zu Meier querlegen, doch der zurückgekehrte Sohn ließ den Ball passieren und der völlig freistehende Buchtmann verwandelte zum Führungstreffer unten links ins kurze Eck. Männel war zwar noch dran, konnte den Einschlag aber nicht verhindern. In der 23. Minute hatte Allagui nach einen Konter die Chance auf 2-0 zu erhöhen. Kusic rettet im letzen Moment zur Ecke. Danach bekamen die Gäste aber
sukzessive immer mehr Spielanteile und wurden in ihren Spiel nach vorn mutiger. Hatte Hochscheidt mit einem Schlenzer-Versuch (26.) noch etwas Pech, so machte er es drei Minuten später umso besser. Iyoha flankte von rechts ins Zentrum, wo Hochscheidt zunächst per wuchtigen Kopfball die Latte traf. Der Ball kam per Aufsetzer zu ihm zurück, diesen verwertete er dann wieder per Kopf ganz überlegt aus 6 Metern zum Ausgleich ins linke Eck. In der Folge bleiben die Gäste dran und sind jetzt richtig griffig und kombinationsfreudig. Pauli wirkte beeindruckt und kam kaum noch in die Nähe des Auer Tores. Außnahme die 39. Minute, als Knoll einen Freistoßball aufs Auer Tornetz setzte. Kurz vor dem Seitenwechsel prüfte Testroet Pauli-Keeper Himmelmann mit einem Flachschuss aus 15 Metern (40.). Mit dem verdienten 1-1 aus Auer Sicht geht es in die Kabinen.

Der zweite Spielabschnitt beginnt mir einem Paukenschlag. Ein blitzsauberer Angriff sorgte für die Gäste-Führung. Hochscheidt legt nach einem langen Pass per Kopf für Iyoha ab, der spielt einen No-Look Pass zurück genau in den Lauf. Der Torschütze nimmt den Ball aus 14 Metern zentraler Position volley mit links und versenkt diesen im unteren rechten Eck (49.). Zwar hatte Buchtmann die riesige Ausgleichschance auf dem Fuß, aber der Hamburger verzog deutlich, nach schönen Zuspiel von Sobota, über den Kasten (53.). Das Millerntor stöhnte auf. So ging die Auer Führung zu diesem Zeitpunkt absolut in Ordnung. Iyoha hätte um ein Haar seinen dritten Assist verbucht. Testroet wurde vom Buballa/Carstens im letzten Moment in die Zange genommen und gestoppt (56.). Danach verteidigen die Gäste ganz seriös ihren kostbaren Vorsprung und versuchen nach vorne immer wieder Nadelstiche zu setzen. Diese werden zwar immer seltener doch Pauli biss sich an der kompakten FCE-Abwehr die Zähne aus oder das Glück war nicht auf ihrer Seite wie bei den beiden Schußchancen von Sobota (70.) und Schneider (78.) aus guten Positionen. Und als auch noch "Fußballgott" Meier (79.) eine einhundertprozentige Möglichkeit aus fünf Metern vergab, begann man beim Auer Anhang langsam zu hoffen. Bei einem mustergültigen Zuspiel von Möller Daehli, hätte er am langen Pfosten freistehend eigentlich nur noch einschieben zu brauchen, doch unverständlich legte er quer und Cacutalua konnte klären. In der hektischen Schlußphase wirft St. Pauli alles nach vorn und Männel behält gegen Sobota (85.) die Nerven. Fast im Gegenzug bugsiert Testroet (87.) einen Eckball von Rizzuto an die Querlatte. In der fast sechsminütigen Nachspielzeit musste Aue noch einmal richtig zittern, als Keeper Männel den Sieg mit einem starken Reflex gegen Schneider (90. +1) festhielt. (Burg)

Pressekonferenz nach dem Spiel. Foto: Burg

Trainerstimmen
Daniel Meyer (Aue): "Ich muß meine Mannschaft nach zwei Niederlagen und dem frühen Rückstand erst einmal ein Kompliment machen wie schnell sie wieder da war. Meine Mannschaft hat das Klasse gemacht. Jan Hochscheidt war mit seinen beiden Toren natürlich der Matchwinner. Gerade das 2-1 kann man nicht besser herausspielen. Das macht mich schon stolz. Die Schlußphase konnten wir gut überstehen. Ich freue mich für die Mannschaft das sie heute ein anderes Gesicht zeigen konnte."

Markus Kauczinski (Pauli): "Man hat gesehen das Aue auch Räume hatte nach unserer Führung. Da waren wir zu ungeduldig. Mit den Chancen von Buchti und Alex in der 2. Halbzeit hätten wir aber auch ein Unentschieden verdient gehabt. Tut mir leid für die Fans, aber wir müssen uns die alte Form erst wiederholen. Was mal war können wir uns nicht wieder kaufen.“

St. Pauli: Himmelmann - Zander (72. Schneider), Carstens, Avevor, Buballa - Knoll, Buchtmann - Miyaichi (80. Neudecker), Allagui (46. Sobota), Möller Daehli - Meier

Aue (Weiß/Weiß/Weiß): Männel - Kusic, Cacutalua, Wydra - Rizzuto, Fandrich, Riese, Herrmann (75. Baumgart) - Hochscheidt (80. Samson) - Iyoha, Testroet (88. Zulechner)

Schiedsrichter: Florian Badstübner (Windsbach)

Zuschauer: 29.546/ausverkauft (davon 1.710 Auer Fans | Quelle: FC St. Pauli)

Tore: 1-0 Buchtmann (11.), 1-1 Hochscheidt (29.), 1-2 Hochscheidt (49.)

Reserve Aue: Jendrusch – Kral, Nazarov, Käuper

Gelbe Karten: Avevor (76.) / Kusic (6.), Cacutalua (20.), Wydra (38.), Zulechner (89.)