Spielberichte
15. Spieltag, 30.11.2018

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Erzgebirgsstadion Aue, Freitag 30. November 2018
(Kick off 18:30 Uhr)


Veilchen punkten endlich wieder


Erzgebirge Aue holte nach zuletzt drei Niederlagen in Folge zumindest wieder einen Punkt. Dabei hätte das Sieg-Pendel in die eine Richtung (Gäste) wie auch für die Veilchen ausschlagen können. Am Ende blieb es beim 1-1 Unentschieden, das auch gut für den Kopf ist. "Klar hätten wir gern gesiegt, aber jeder Punkt zählt. Jetzt haben wir wieder einen mehr", rechnte Aues Flügelspieler Rizzuto nach dem Abpfiff vor. Präsident Helge Leonhardt wählte eine etwas deftigere Sprache: "Endlich sind wir von diesen drecks 14 Punkten runter."
Mit dem Treffer zum 1-0 nach 9 Spielminuten trug sich Pascal Testroet in die Geschichtsbücher ein, denn es war das 500. Zweitligator der FCE-Historie. „Klar freue ich mich darüber“, sagte der gebürtige Bocholter. Der 28-jährige wusste, bei wem er sich für sein Tor gegen Jahn Regensburg bedanken musste. „Mindestens 70 Prozent gehen auf das Konto von Flo, der das überragend machte. Beim Querpass brauchte ich ja wirklich nur noch einschieben“, sagte der Stürmer nach dem Spiel. Er reihte sich würdig in die Reihe der vorigen Jubiläums-Torschützen ein. Andrzej Juslowiak zum 100. im September 2005, Adam Nemec zum 200. im November 2007, Skerdilaid Curri mit seinem legendären Lupfer zum 300. im Mai 2012 und Bobby Wood zum 400. im Februar 2015 hießen die Vorgänger.

Die Partie begann bei Nieselregen mit ordentlich Schwung aber Stille im Stadion. Beide Fanlager verzichteten die komplette erste Halbzeit auf einen organisierten Support. Es herschte Sportplatz Atmosphäre. Der Protest der Anhänger richtet sich gegen den DFB, der sich immer weiter von der Basis entfernt. Vor allem die Abschaffung der zuschauerunfreundlichen Montagsspiele stand auf der Agenda der Fans ganz oben. Nachdem der Jahn in den ersten Minuten leichte Vorteile hatte (Saller verzog in der 4. Minute), übernahmen die Hausherren die Kontrolle. Nach einem traumhaften Außenristpass von Hochscheidt dribbelte Krüger von links in den Strafraum, ließ Sörensen aussteigen und legte dann mit ganz viel Übersicht quer. Testroet stand völlig blank und musste aus fünf Metern nur noch einschieben (9.). Der fünfte Saisontreffer für den Auer Stürmer.


Lange konnten sich die Veilchen jedoch nicht an der Führung erfreuen: Nur knapp drei Minuten später lag der Ball nämlich im eigenen Tor. Nach einem Ballverlust von Nazarov und Kempe im Mittelfeld, schickte Fein Adamyan, der im Strafraum von Cacutalua nicht zu halten war und den Ball anschließend in die Mitte flankte. Dort lief Grüttner gegen den Ball und dem verduzten Rapp einfach weg. Ziemlich unbedrängt konnte er aus Nahdistanz zum Ausgleich einköpfen. Die Gastgeber hatten unmittelbar darauf zwei Möglichkeiten wieder in Führung zu gehen. Erst spielte Jahn-Keeper Pentke einen Ball Testroet (14.) genau in die Füsse. Der zog natürlich sofort ab, doch der Ball ging links am Kasten vorbei. Dann bekam Cacutalua (16.) keinen richtigen Druck hinter den Ball bei einem Kopfball nach Flanke von Nazarov. Danach verloren die Erzgebirger merklich den Faden. Immer wieder stellte das Pressing der Regensburger die Meyer-Elf vor Probleme. Die Bayern luchsten den Auern im Spielaufbau häufig den Ball ab und kamen zu Chancen. Während George freistehend in der 22. Minute vor Männel, der geschickt den Winkel verkürzte, nocheinmal auf Al Ghaddioui querlegte der dann nur um Zentimeter am Ball vorbeirutschte, musste der FCE-Schlussmann kurze Zeit später sein ganzes Können abrufen, um das zweite Tor von Grüttner zu verhindern. Geipl führte einen Freistoß aus dem Halbfeld schnell aus, der Stürmer stand mutterseelenallein im Strafraum und zog per Volleyabnahme ab – Männel parierte mit einem starken Reflex (25.) zur Ecke. Jahn in dieser Phase viel griffiger und schnörkelloser und dem zweiten Tor viel näher als die Veilchen. Erst eine Viertelstunde vor der Pause konnten die Auer auch wieder etwas nach vorn bewerkstelligen. Testroets artistischer Versuch, fast mit dem Rücken zum Tor, ging am Tor vorbei (29.) und ein Rizzuto Abschluss nach schönen Hackentrick von Nazarov wurde von Correira geblockt (34.). Quasi mit dem Pausenpfiff dann nochmal Aufregung: George wurde im Sechzehner von Nandzik angespielt, schoss Rapp an, von dem der Ball bei Grüttner landete. Der Stürmer drehte sich und schob die Kugel ins Tor. Doch der Treffer zählte nicht - Grüttner stand bei Georges Schuss knapp im Abseits. Mit dem 1-1 gings in die Kabinen.

Der zweite Durchgang begann etwas gemächlicher und weiteren stetigen Regen. Die Stimmung war jetzt auch da. Aues Trainer Meyer hatte Fandrich für den insgesamt indisponierten Nazarov aufs Feld geschickt. Sörensen sorgte per direktem Freistoß erstmals für echte Torgefahr (57.). Sein Versuch aus 22 Metern streifte das linke Außennetz. Nach einer knappen Stunde hatten die Gäste ein Eckenplus von 2-7. Doch mit einem guten Versuch aus der Distanz von Testroet (65.) und der Hereinnahme von Iyoha für Krüger kippte die Partie. Aue gelang es das Spiel immer mehr in den gegnerischen Strafraum zu verlagern. Dann Jubel auf den Rängen in der 70. Minute: Nach einer zu kurz abgewehrten Ecke köpfte Iyoha eine Wydra-Flanke aufs Tor, Pentke konnte nur zu kurz abwehren und Rapp schob den Abpraller ins Tor. Doch der Auer stand bei der Flanke mit der Fußspitze hauchzart im Abseits. Die Veilchen bissen sich mit toller Moral zurück ins Spiel. Fandrich mit einem Flugkopfball (71.), den Pentke aber abwehren konnte und Testroet (73.) nach einem Zuspiel von Hochscheidt hatten weitere Möglichkeiten. Die größte Gelegenheit für den Lucky Punch vergab Hochscheidt, der frei im Strafraum zum Schuss kam. Correia rettet jedoch per Kopf. Der Ball hätte wohl gepasst (83.). Trotz sichtlicher Bemühungen beider Teams in den Schlussminuten blieb es im Großen und Ganzen am Ende beim gerechten 1-1. (Burg)

Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg













Trainerstimmen
Achim Beierlorzer (Regensburg): "Ein sehr intensives Spiel was wir auch so erwartet haben. Wir hatten zur Beginn der Partie einige Probleme im Umkehrspiel, so dass wir auch in Rückstand gerieten. Mit einem sehr schönen Tor schafften wir aber kurz darauf den Ausgleich. Anschließend hatten wir weitere große Chancen. Davon müssen wir mindestens eine machen, wenn nicht sogar zwei. In der zweiten Halbzeit war dann Aues Defensivreihe präsenter. Am Ende war es ein gerechtes Remis. Man muß in der 2. Liga die Momente nutzen.“

Daniel Meyer (Aue): "Das Unentschieden geht so in Ordnung. Der Ausgleichstreffer war schon ein Wirkungstreffer. Dann hat man gesehen wer die letzten drei Spiele verloren hat und wer 9 Spiele ohne Niederlage ist. In der 2. Halbzeit hatten wir eine gute Phase wo uns etwas die Effektivität abgeht.“

Aue (Lila/Weiß/Lila): Männel - Rizzuto, Cacutalua, Rapp, Kempe - Riese, Hochscheidt, Wydra – Nazarov (46. Fandrich) – Testroet (85. Kvesic), Krüger (67. Iyoha).

Regensburg: Pentke – Saller, Sörensen, Correia (87. Palionis), Nandzik – Geipl, Fein (75. Lais) – George, Adamyan (84. Stolze) – Grüttner, Al Ghaddioui.

Schiedsrichter: Thorben Siewer (Olpe)

Zuschauer: 7.100

Tore: 1-0 Testroet (9.), 1-1 Grüttner (12.)

Reservebank Aue: Jendrusch - Kalig, Kvesic, Herrmann.

Gelbe Karten: Nazarov (27.), Hochscheidt (64.), Cacutalua (89.) / Sörensen (36.), Adamyan (39.), Al Ghaddioui (40.)