Spielberichte
DFB-Pokal 1. Runde, 18.08.2018

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Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 18. August 2018
(Kick off 18:30 Uhr)


Aue zu naiv im Pokal gegen Mainz


Bei ihrer 19. Teilnahme am DFB-Pokal verabschiedete sich der FC Erzgebirge Aue zum 12.-mal gleich in der 1. Runde aus dem Wettbewerb. Zu Gast war Erstligist Mainz 05. Bereits zweimal trafen beide Teams im Pokal aufeinander. Im August 2001 zog Aue im Lößnitztal als drittklassiger Regionalligist in der ersten Runde nach Verlängerung mit 1-2 den Kürzeren. Im Oktober 2012 gewannen die Rheinhessen in der zweiten Runde im eigenen Stadion mit 2-0 gegen die Veilchen. Nun also schon wieder Mainz. Und alles fing so vielversprechend an für den Gastgeber. Trotz einer frühen Roten Karte für Mainz Neuzugang Niakhaté (3.) setzte sich die Effizienz der 05er gegenüber den insgesamt in der Offensive harmlosen Platzbesitzer durch. 124 Sekunden waren gespielt, da brachte Innenverteidiger Niakhaté den von Testroet steilgeschickten Bertram knapp vor dem Strafraum per Notbremse zu Fall - Platzverweis! Der fällige Freistoß durch Bertram landete abgefälscht knapp neben dem Tor (4.). Aue ware anschließend bemüht, die Überzahl auszunutzen. Eine Testroet-Eingabe geriet für Nazarov (8.) etwas zu hoch für den dann verunglückten Kopfballversuch. Und in der vielleicht besten Szene scheiterte Aues Eigengewächs Härtel mit einem Direktschuss am linken Außennetz (13.). Insgesamt fehlte es dem FCE gewaltig an Tempo und spielerischer Klasse, um selbst die dezimierte Mainzer Defensive in

ernsthafte Gefahr zu bringen. Mit zunehmender Spieldauer setzte Mainz indes immer wieder Nadelstiche. Der freistehende Mateta (17.) jagte den Ball über den Kasten. De Blasis hatte ihm den Ball per Rückpaß von der Grundlinie aufgelegt. Wydra versuchte es auf der Gegenseite mit einem Versuch aus der Distanz (25.). Der noch leicht abgefälschte Ball brachte Müller im FSV-Kasten aber vor keine ernsthafte Probleme. Sechs Minuten später stand es 0-1 für die Gäste: De Blasis hatte sich einen Abwehrschlag von Härtel im nachsetzen gesichert und im Anschluß dessen nutzte Maxim ein Missverständnis in der Auer Abwehr eiskalt aus. Der Rumänische Nationalspieler ließ Rapp und Wydra stehen und schoss trocken aus 15 Metern unten rechts ein (31.). Danach wirkte der Erstligist noch eine Spur mehr abgeklärter. Aue war bemüht blieb aber ohne echte Durchschlagskraft. Bei einem schnellen Gegenstoß bleibt Bertram an Gbamin hängen (38.). Kurz vor der Pause war Mateta für die Gäste dem 0-2 näher als Aue dem Ausgleich. Der Franzose schoss frei vor Männel jedoch ans linke Außennetz (43.).

Nach der Pause stellte Aues Trainer Meyer auf Viererkette um, Tiffert rückte ins defensive Mittelfeld vor, wo Wydra für Hochscheidt weichen musste, der neu in die Partie kam. Prompt kamen die nun auch direkter und schneller spielenden Auer in der 49. Minute zu ihrer bis dahin besten Chance: Müller lenkte einen Schuss von Fandrich aus rund 17 Metern mit der rechten Hand zum Eckball ab. Auch gegen Hochscheidt aus spitzem Winkel rettete der FSV-Keeper gekonnt (55.). Und bei einer Tiffert Eingabe von der rechten Seite fehlte bei Nazarov (59.) vielleicht nur eine Fußspitze. Doch in der gleichen Minute präsentierte sich der Bundesligist, dem sich nun ab und zu Räume zu Kontern boten, deutlich effektiver. Im direkten Gegenzug klingelte es erneut im Auer Kasten: Der gerade erst für Mateta eingewechselte Quaison konnte nach sehenswertem Zuspiel von Maxim mit einem überlegten Abschluss ins lange untere Eck auf 0-2 für die Gäste stellen. Nur kurz darauf machte Maxim mit seinem zweiten Treffer dann fast schon den Deckel drauf. Quaison scheiterte zuvor zweimal an der Auer Abwehr die seine Abschlüsse blocken konnte, Maxim lauerte im Rückraum und schob dann den Abpraller überlegt aus 16m in die rechte Ecke (65.). Die Frustration auf Seiten der Zuschauer war nach dem dritten Gegentreffer sichtbar. Die ersten traten den Heimweg an. Zwar gab sich Aue nicht auf und probierte wenigstens das Ehrentor zu erzielen. Gefühlt jede Flanke und jeder Schußversuch von Aue wurde aus dem Strafraum geköpft oder geblockt. Der Kuchen war gegessen. Mainz spielte das ganz clever runter. So mühten sich die Veilchen mit viel Aufwand aber ohne Erfolg ab. Mit einer Ausnahme: Testroet drehte sich, nach Zuspiel Riese, in der 83. Minute geschickt um Gegenspieler Bell und erzielte aus der Drehung mit einem Schuss an die Unterkante der Querlatte von dem der Ball ins Netz sprang das erste Pflichtspieltor für den FCE in der Saison 2018/19. Die Auer Fans glaubten noch an ihre Mannschaft. Es gab noch einmal ein Anrucken, doch ein weiterer Versuch von Testroet (85.) wurde wieder von der Mainzer-Abwehr geblockt. Die restlichen Minuten verrannen ohne nennenswerte Aktionen. (Burg)

Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg

Trainerstimmen
Sandro Schwarz (Mainz): "Die Mannschaft hat eine sehr überzeugende Leistung auf den Platz gebracht, obwohl wir nur kurz elf gegen elf gespielt haben. So früh eine Rote Karte zu bekommen, kann zu einer gewissen Eigendynamik führen, aber wir haben spielerisch schnell wieder die Kontrolle gewonnen und standen defensiv gut. Wir haben gute Angriffe gestartet, waren trotz Unterzahl immer mutig und sind verdient in Führung gegangen. Nach der Pause haben wir etwas tiefer gestanden, konnten uns aber trotzdem nach vorne gut lösen. Das Resultat war die 3:0-Führung. Danach waren wir vielleicht ein bisschen zu sicher. Aber wir haben insgesamt gutes Freilaufverhalten und vor allem Mentalität gezeigt."

Daniel Meyer (Aue): "Für uns war es ein sehr brutal enttäuschendes Spiel, denn eigentlich konnten wir gegen einen Bundesligisten nur gewinnen. Nach drei Minuten waren wir in Überzahl und mussten dann das Spiel machen, was ungewohnt war. Wir hatten bei Ballbesitz keine guten Lösungen. Der eine hat sich auf den anderen verlassen, und die Kontersicherung war in Konsequenz nicht gut. Mainz konnte aus der Umschaltbewegung kommen, das kam ihnen entgegen, dazu waren sie sehr effizient. Nach der Pause hatten wir eine gute Phase, haben dann aber verpasst, den Ausgleich zu machen. Danach haben wir unerklärlicherweise die Ordnung verloren und nach einem 2:0 oder 3:0 zurückzukommen, ist natürlich schwer. Wir waren dann ein bisschen zu ungeduldig und vor dem Tor nicht gefährlich genug. Das wurde heute von einem Erstligisten brutal bestraft und jetzt stehen wir mit leeren Händen da."

Aue (Lila/Lila/Lila): Männel - Kalig, Tiffert, Rapp - Rizzuto, Fandrich, Wydra (46. Hochscheidt), Härtel - Nazarov (71.
Riese) - Testroet, Bertram (76. Iyoha)

Mainz: Müller - Brosinski, Bell, Niakhaté, Aarón - Gbamin, Baku, Maxim (76. Kunde), De Blasis, Holtmann (86. Bungert) - Mateta (58. Quaison)

Schiedsrichter: Felix Zwayer

Zuschauer: 7.600

Tore: 0-1 Maxim (31.), 0-2 Quaison (59.), 0-3 Maxim (65.), 1-3 Testoet (83.)

Reservebank Aue: Haas – Kempe, Cacutalua, Herrmann

Gelbe Karten: Rapp (34.), Tiffert (44.), Kalig (90.) / Maxim (27.)