Spielberichte
18. Spieltag, 17.12.2014

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Mittwoch 17. Dezember 2014
(Kick off 17.30 Uhr)


Aue wieder ohne Punkte


Im letzten Heimspiel des Jahres 2014 verlor der FC Erzgebirge Aue mit 0-1 gegen den 1.FC Nürnberg. Für den einzigsten Treffer sorgte wie schon im Hinspiel in Nürnberg Aues ehemaliger Stürmer Jakub Sylvestr. Die Erkenntnis ist so einfach wie bitter: „Wenn man keine Tore schießt, steigt man natürlich ab“, brachte es Aues Mittelfeldspieler Schönfeld nach dem enttäuschenden 0-1 seines FC Erzgebirge Aue gegen den 1. FC Nürnberg auf den Punkt. Somit wird es immer ungemütlicher für die Erzgebirger im Tabellenkeller der 2. Fußball-Bundesliga, das triste Wetter passte zur Stimmung der angeknockten Kicker.
Im Lößnitztal startete die Partie ohne große Abtastphase, beide Teams suchten zielstrebig den Weg an den gegnerischen Strafraum. Schnell stellten sich teils gute Chancen hüben wie drüben ein: Novikovas (6.) und Vucur (16.), bei dessen Schuss Koch auf der Linie klärte, für Aue sowie auf der anderen Seite Schöpf (8., 15.) und Sylvestr (12.) sorgten für eine kurzweilige Anfangsviertelstunde. Nach diesen unterhaltsamem Auftakt schnauften die Akteure auf dem Rasen erstmal durch, legten ihr Hauptaugenmerk auf eine solide Defensive, die Strafräume blieben längere Zeit verwaist. Bis zur 27. Minute, als Novikovas nach verunglückter Rettungstat Rakovskys aus der Drehung von der Strafraumgrenze nur um Zentimeter über das leere Tor knallte. Eine Minute später später schlenzte Aues Müller knapp links vorbei. Nach diesem Zwischenspurt der Stipic-Elf setzten Füllkrug mit einem Kopfball (29.) und Schöpf (31.) einen Nadelstich für die Gäste. Danach schlichen sich immer mehr Ungenauigkeiten in Aues Aufbauspiel ein. Kortzorgs Gelbe Karte bedeutete für den Niederländer die vorzeitige Winterpause (37.). Die Sperre in Bochum ist aber durchaus zu verschmerzen aufgrund der derzeitigen Form von Kortzorg. Männel entschärfte kurz vor dem Halbzeitpfiff eine verunglückte Flanke von Koch (45.).

Mit einem Wechsel - Candeias kam für Koch - starteten die Gäste aus Nürnberg in Durchgang zwei. Durch zwei Möglichkeiten von Schöpf (54.) nach Solo sowie Sylvestr, dessen Kopfball Müller auf der Linie klärte (55.), erwischten die Gäste bei einsetzendem Regen den besseren Start. Die Weiler-Elf kontrollierte das Spiel, Präzision und Kombinationssicherheit waren nach der Pause verbessert. Sie investierten einfach mehr. Bei ihren Angriffen war immer Struktur drin. Aue kam so gut wie gar nicht mehr vors gegnerische Tor. Einzigste Außnahme in der 62. Minute, als sich aber Novikovas, nach Zuspiel Kortzorg, den Ball zu weit vorlegte. Für den Litauer zählt nur Hopp oder Top. Meistens will er mit dem Kopf durch die Wand und überdreht dabei meistens.
Die Führung der Franken war die logische Folge: Bei einem Konter bediente Schöpf links Füllkrug. Der Flügelspieler wartete so lange, von Klingbeil und Benatelli nicht angegriffen, bis er die entscheidene Gasse fand um auf Sylvestr zu passen. Dieser stand am Fünfmeterraum nahm die Kugel geschickt an und drehte sich blitzschnell um den Ball per Linksschuss unter die Latte zu knallen. Fink, der neben ihm stand, konnte ihn aber nicht ernsthaft daran hindern. Wie schon im Hinspiel hatte der ehemalige Auer eiskalt zugeschlagen (64.). Danach wollten die Nürnberg sofort nachlegen.
Schöpf (66.), Candeias (67.) und wieder Schöpf (67.) prüften jeweils Männel im Auer Kasten. Von Aue kam nichts, weil sie fast erstarrten. Ein Offenbarungseid. Celustka (79.) traf noch das Auer Außennetz. Auf eine echte bedingungslose Schlußoffensive wartete der treue Auer Anhang vergeblich. Doch sie sollte noch kommen, als die Gastgeber einen Freistoß aus ca. 20 Metern zugesprochen bekamen: Novikovas zirkelte den Ball gut über die Mauer, aber Rakovsky war im bedrohten Eck (88.). Mit dem Mute der Verzweiflung hatte Aue in der Nachspielzeit noch einen im Köcher, aber Löning entschied sich acht Meter halblinks zum Querpass, anstatt selber abzuziehen. Der eingewechselte Dittgen klärte zur Ecke (90.+3).
Aues Trainer Tomislav Stipic spricht von „Schlüsselmomenten“, die derzeit gegen seine Mannschaft laufen. „Wir müssen ein Tor mit Gewalt erzwingen“, formulierte er den Auftrag an seine Mannschaft. Denn abgesehen von der Tor-Misere stimmte die Leistung in den letzten beiden Partien.

Für das nun letzte Pflichtspiel in diesem Jahr in Bochum kommt es knüppeldick für die Veilchen, denn es droht eine Personalnot. Kortzorg und Vucur müssen eine Gelb-Sperre absitzen. Abwehrchef Fink hat sich einen Unterarmbruch zugezogen und mußte operiert werden. Damit fehlt Stipic seine Stamm-Innenverteidigung. Weiterhin außen vor sind Henri Anier und Dorian Diring. Warum, wollte der Trainer nicht erklären. Im Lößnitztal scheinen derzeit alle froh zu sein, wenn nach dem Bochum-Spiel endlich Winterpause ist. Aue will dann personell nachlegen, hofft auf den Heilsbringer im Sturm. Mit der derzeitigen Chancenverwertung ist ein Klassenverbleib kaum denkbar. „Wir werden uns in der Winterpause sortieren, hoffentlich neu aufstellen und dann nochmals angreifen“, versprach Stipic. (Burg)

Aue (Weiß/Weiß/Lila): Männel - Luksik, Vucur, Fink, Klingbeil - Schönfeld, Benatelli - Novikovas, Kortzorg (70. Okoronkwo), Müller - Löning

Nürnberg: Rakovsky - Celustka, Mössmer, Hovland, Pinola - Petrak, Polak - Koch (46. Candeias), Schöpf (90. +3 Dittgen), Füllkrug - Sylvestr (86. Stark)

Schiedsrichter: Tobias Stieler (Hamburg)

Zuschauer: 8.200

Tore: 0-1 Sylvestr (64.)

Reservebank Aue: Kirschstein - Sieber, Paulus, Könnecke, Miatke, Dartsch

Gelbe Karten: Kortzorg (38.), Fink (74.), Vucur (81.) / Hovland (26.)

Spielstatistik
Torschüsse: 10 – 21
gehaltene Bälle: 9 – 1
Ecken: 6 – 9
Flanken inkl. Standards: 14 – 23
Laufdistanz in Km: 119,76 – 127,11
Sprints: 228 – 270
angekommene Pässe: 376 – 192
Fehlpässe: 100 – 93
gewonnene Zweikämpfe: 107 – 96
meisten Ballkontakte: Fink (93) – Schöpf (75)

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2014/15
Sa. 9.8. - VfL Bochum............8.850
Sa. 30.8. - Düsseldorf.............7.700
Fr. 19.9. - St. Pauli.................9.400
Fr. 26.9. - VfR Aalen..............7.000
So. 19.10. - TSV 1860..........10.000
So. 9.11. - Braunschweig......10.050
Fr. 28.11. - 1.FC Union...........9.100
Fr. 12.12. - Heidenheim..........5.600
Mi. 17.12. - Nürnberg.............8.200 (derzeitiger Ø 8,433)
Fr. 6.2. - RB Leipzig.............18.30 Uhr
20.-23.2. - Darmstadt
6.-9.3. - Ingolstadt
20.-23.3. - Fürth
10.-13.4. - Sandhausen
17.-20.4. - Frankfurt
2.-4.5. - Karlsruhe
So. 17.5. - Kaiserslautern......15.30 Uhr

Zuschauer Ø Heimbilanz im 10 Jahres Vergleich (nur Punktspiele)
2. Liga 2004/05 - 17 - 12.730
2. Liga 2005/06 - 17 - 11.417
2. Liga 2006/07 - 17 - 11.568
2. Liga 2007/08 - 17 - 10.606
3. Liga 2008/09 - 19 - 8.089
3. Liga 2009/10 - 19 - 8.963
2. Liga 2010/11 - 17 - 10.255
2. Liga 2011/12 - 17 - 9.384
2. Liga 2012/13 - 17 - 8.714
2. Liga 2013/14 - 17 - 9.405

Die drei besten Auer Zuschauer Heimbilanzen aller Zeiten
1. - 2. Bundesliga 2004/05 - 17 Spiele - Ø 12.730
2. - DDR Oberliga 1981/82 - 13 Spiele - Ø 12.538
3. - DDR Oberliga 1968/69 - 13 Spiele - Ø 12.385

FCE 2. Bundesliga – 2014/15
01.| So. 3.8. - Nürnberg................0-1
02.| Sa. 9.8. - VfL Bochum...........1-5
Pokal | So.17.8. - Carl-Zeiss Jena..1-0
03.| Fr. 22.8. - RB Leipzig.............0-1
04.| Sa. 30.8. - Düsseldorf..........0-3
05.| Sa. 13.9. - Darmstadt............0-2
06.| Fr. 19.9. St. Pauli................3-0
07.| Di. 23.9. Ingolstadt................1-1
08.| Fr. 26.9. VfR Aalen..............1-0
09.| Fr. 3.10. -Greuther Fürth........0-2
10.| So. 19.10. - TSV 1860..........4-1
11.| So. 26.10. - Sandhausen........1-1
Pokal | Mi. 29.10. - RB Leipzig......1-3 n.V.
12.| So. 2.11. - FSV Frankfurt........1-1
13.| So. 9.11. - Braunschweig......1-2
14.| So. 23.11. - Karlsruhe.............0-1
15.| Fr. 28.11. - 1.FC Union...........1-2
16.| Sa. 6.12. - Kaiserslautern........0-3
17.| Fr. 12.12. - Heidenheim..........1-1
18.| Mi.17.12. - Nürnberg...............0-1
19.| So. 21.12. - VfL Bochum..........13.30
Winterpause
20.| Fr. 6.2. - RB Leipzig.................18.30
21. | Fr. 13.2. - Düsseldorf..............18.30

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