Spielberichte
27. Spieltag, 26.03.2014

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Mittwoch 26. März 2014
(Kick off 17.30 Uhr)


Veilchensieg im 150. Heimspiel


Man brauchte wieder als Fan vom FC Erzgebirge starke Nerven, bis der 2-1 Heimsieg gegen den FSV Frankfurt feststand. Im 150. Heimspiel in der 2. Bundesliga seit 2003, war es ein ganz wichtiger für die Veilchen. Am Tag des 52. Geburtstag ihres Trainers Falko Götz drehte seine Mannschaft das Spiel nach einem 0-1 Rückstand zur Pause noch und ist jetzt auf dem besten Weg zum Klassenerhalt. Bemerkenswewrt: Zum dritten Mal in Folge ging der FCE mit einem 0-1 in die Kabine und punktete nach Abpfiff jeweils – 2 Remis und 1 Sieg. Geburtstagskind Götz strahlte natürlich über beide Backen: „Das Ergebnis macht micht besonders glücklich. Ich lerne immer wieder neue Seiten meiner Mannschaft kennen. Erst nach dem 0-1 Rückstand waren wir in der Lage alles rauszuknallen was wir hatten“.

Zwar erwischte Aue gegen die Defensivkünstler vom Main den besseren Start. Aber entweder konnte Novikovas (10.) den Ball nach guter Vorarbeit von Löning nicht unter Kontrolle bringen oder Nickenig (12.) scheiterte an Görlitz, der auf der Linie per Kopf klärte. Danach fiel den Gastgebern gegen das FSV-Bollwerk nichts ein. Aue viel zu statisch und die Gäste mit den starken Roshi auf der linken Seite, setzen an und ab Nadelstiche. Schoß der Albaner in der 29. Minute npch über den Kasten, so war er maßgeblich nur eine Minute später am Frankfurter Führungstreffer beteiligt. Seine Eingabe von links erreichte Kapllani, dessen Schuß vom Rücken Paulus´ noch einmal zu Roshi gelangte. In seinem Schrägschuß hielt Görlitz einfach mal den Kopf hin und der Ball landete im langen Eck. Aue verdaute den Rückstand relativ gut, doch vor dem gegnerischen Tor stellte man sich zu umständlich an. Sylvestr (32.) tritt auf den Ball und verstolpert und F. Müller (34.) versucht es mit Gewalt. Der Ball segelte hoch drüber in Richtung Anzeigetafel. Sie machten sich aber auch selber das Leben schwer mit mutlosen Quergeschiebe vor der eigenen Abwehr.
Kurz vor dem Pausenpfiff hatten die Veilchen noch eine gewaltige Portion Glück. Erst war Männel aufmerksam bei einer scharfen Eingabe von Roshi (40.), der Klingbeil wie einen Schüler stehenließ. Bei der zweiten Szene (42.) zog man tief Luft als Auer Fan. Wunderbarer Doppelpaß zwischen Kapllani und Roshi durch die Auer Abwehr durch, doch Roshi legt den Ball völlig frei vor Männel links am Tor vorbei. Aue erwache Rufe folgten und erwartete Pfiffe von den Rängen für ihre Mannschaft. Die fast 0-2 Szene von Roshi war dann das Gesprächsthema Nr. 1 in der Pause.

Aue kam deutlich stürmischer aus der Kabine zurück. Für Novikovas stand nun Kocer auf dem Platz. Keine zwanzig Sekunden waren gespielt da segelte auch schon eine Flanke von Sylvestr in den FSV-Strafraum. Löning kam aber nicht mehr richtig an den Ball. Wie verwandelt spielte man druckvoll und zielstrebig (Kocer´) nach vorne und das zeigte Wirkung. Benatelli (51.), von Sylvestr in Szene gesetzt, scheitert an Klandt der den Ball an den rechten Pfosten lenkte. In der folgenden Ecke schafft es Sylvestr nicht den Ball zu kontrollieren. Doch in der 59. Minute klappte es endlich. Fink bediente Sylvestr im Strafraum und der zog fast ansatzlos und humorlos mit der Picke ab. Ausgleich. Es war das zwölfte Saisontor des Stürmers. Die Hessen stürmten sofort in Richtung Auer Tor und jubelten 4 Minuten später über das vermeintliche 1-2. Einen Epstein-Freistoß verlängerte Kauko auf den 2. Pfosten wo Kapllani mit Hilfe seines Oberarmes den Ball dann irgendwie an Männel vorbei und mit dem Fuß dann ins Tor drückte. Wütende Proteste der Auer Mannschaft, denn Schiedsrichter Zwayer hatte auf Tor entscheiden. Erst nach dem Protest und der Rücksprache Zwayer mit seinem Kollegen an der Linie nahm er den Treffer zurück. Der Frankfurter dazu: „Ich hatte den Eindruck, dass der Ball nur meine Schulter berührt hat. Der Schiedsrichter sagt, dass es Handspiel war, aber ich gehe davon aus, dass es nur die Schulter war. Wenn es Hand gewesen wäre, wäre der Ball bei mir geblieben, aber der Ball ist weggesprungen.“
Danach stand das Spiel aufs Messers Schneide. Der FSV gab keineswegs klein bei. Aber Aue auch nicht. Das Spiel war nun sehenswert und die Kulisse ging voll mit – soll heißen: die Stimmung war nun vom feinsten. Löning (69.) prüfte mit einem feinem Kopfball Heber Klandt den er grade noch so über den Querbalken kratzte und Görlitz (71.) schoß am Tor vorbei.
Aue drückte weiter weil man mehr wollte mehr und wurde belohnt: Benatelli schloss einen traumhaften Angriff erfolgreich ab. Der Mittelfeldmann schlenzte die Kugel flach und mit viel Übersicht aus ca. 13 Metern ins rechte untere Eck (77.). Zuvor hatte F. Müller herrlich auf Sylvestr gepasst, der wiederum mit dem Rücken zum Tor für Benatelli auflegte. Die Entscheidung hatte wenig später Sylvestr (84.) auf dem Fuß. Der Stürmer riskierte ein Dribbling und ließ drei Frankfurter stehen. Frei vor Klandt übersah er jedoch Löning und scheiterte an ihm. Wenn er den reinmacht ist er der Held. Als er in der 88. Minuten vom Platz für Okoronkwo ging erntete er logischerweise den Apllaus von den Rängen. Doch das Spiel war noch nicht vorbei. Nach einem Flankenlauf von Rukavytsya über rechts und dessen Eingabe, wurde der Schuß von Roshi (88.) von Schröder geblockt. Es folgten aufregende Vier Minuten Nachspielzeit inklusive der 3. Frankfurter Ecke (90. + 2) und ein nach-vorne-stürmen von FSV-Torhüter Klandt. Wurde irgendwie überstanden und als Kapllani (90. + 4) noch einen Weitschuß rechts neben den Kasten setzte war der Jubel grenzenlos. (Burg)


TrainerstimmenA
Benno Möhlmann (FSV Frankfurt): „Wir haben gut in das Spiel reingefunden. Die Ordnung hat gestimmt, das Verhalten der Mannschaft war okay, wir haben in der ersten Halbzeit nicht viele Szenen in Richtung Tor zugelassen. Leider haben wir selbst unsere Angriffe – bis auf die eine Situation, die wir vollenden konnten - nicht immer optimal zu Ende gebracht. Ansonsten hätten wir zur Halbzeit vielleicht sogar ein Tor höher führen können. Umso schlechter sind wir in die zweite Halbzeit reingekommen, obwohl wir darüber gesprochen haben, dass Aue anders auftreten wird, aggressiver werden wird und mehr riskieren wird, haben wir in der zweiten Halbzeit überhaupt nicht mehr in die Zweikämpfe gefunden. Wir haben den Gegenspielern zu viel Raum gelassen, über die verlorenen Zweikämpfe auch den Faden verloren und letztendlich auch das Spiel. Nach neunzig Minuten müssen wir es akzeptieren, weil wir unsere Linie nicht hundertprozentig durchgezogen haben. Wegen der größeren Leidenschaft und Anstrengung, die Aue in der zweiten Halbzeit in das Spiel gebracht hat, haben wir auch verdient verloren.“

Falko Götz (Aue): "Ich habe zwei Gesichter meiner Mannschaft erlebt. In der ersten Halbzeit haben wir zu wenig getan. Nach der Pause haben wir viel mehr Druck aufgebaut und auch die Torchancen herausgearbeitet. Dank des Sieges meiner Mannschaft ist das für mich ein ganz besonderer Tag."


Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg











Aue (lila/weiß/lila): Männel – Klingbeil, Nickenig, Paulus, Miatke – Novikovas (46. Kocer), Fink (78. Schröder), Benatelli, F. Müller – Sylvestr (88. Okoronkwo)

Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Oumari, Epstein - Konrad - M. Görlitz (81. Rukavytsya), Kauko (81. Wooten), Toski (55. Heitmeier) , Roshi - Kapllani

Schiedsrichter: Felix Zwayer (Berlin)

Zuschauer: 7.200

Tore: 0-1 Görlitz (30.), 1-1 Sylvestr (59.), 2-1 Benatelli (77.)

Gelbe Karten: Nickenig (42.), F. Müller (45.), Okoronkwo (90. + 4) / Konrad (36.), Kapllani (37.)

Reservebank Aue: Schulze – Luksik, König, Janjic

Spielstatistik
Torschüsse Gesamt: 15 – 15
Schüsse aufs Tor: 6 – 2
Abgeblockte Schüsse: 5 – 5
Ecken: 8 – 3
Flanken inkl. Standards: 15 – 15
Ballbesitz: 61% - 39%
Gewonnene Zweikämpfe: am Ball: 49% - 51%
Pässe: 81% - 70%
Fouls: 13 – 18
Abseits: 3 – 1
Laufdistanz in Km: 115,48 - 116,35
Sprints: 204 - 191
meisten Ballkontakte: Nickenig (86) – Huber (74)

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2013/14
Sa. 27.7. - Sandhausen.................8.200
So. 11.8. - Aalen..........................8.750
Fr. 23.8. - Cottbus.......................9.550
Fr. 13.9. - Bielefeld.....................8.350
Fr. 27.9. - Karlsruhe.....................7.050
Sa. 19.10. - Bochum.....................8.100
Sa. 2.11. - SpVgg Gr. Fürth.........8.750
So. 24.11. - Düsseldorf.................8.300
Fr. 6.12. - St. Pauli.....................8.700
So. 15.12. - Ingolstadt...................7.200
Mo. 18.2. - Kaiserslautern............8.600
Sa. 1.3. - 1.FC Köln.....................13.050
Sa. 15.3. - TSV 1860 München....8.750
Mi. 26.3. - FSV Frankfurt..............7.200
So. 6.4. - 1.FC Union Berlin.......13.30 Uhr
Do. 17.4. - Dynamo Dresden.......18.30 Uhr
So. 4.5. - SC Paderborn.................13.30 Uhr