Spielberichte
21. Spieltag, 08.02.2013

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Freitag 8. Februar 2013
(Kick off 18.00 Uhr)


Aue verliert Schneeballschlacht im Lößnitztal


Nach einer 0-2 Heimniederlage am Freitagabend gegen den FSV Frankfurt, bleibt der FC Erzgebirge Aue im Jahr 2013 weiter ohne Punkt und Sieg. „Der Sieg für den FSV ist verdient. Die Frankfurter verteidigten sehr gut und wir entwickelten vor dem gegnerischen Tor keine Gefahr“, bilanzierte kurz aber bündig Aues Coach Karsten Baumann die Leistung seines Teams.
Trotz dichtem Schneetreiben pfiff Schiedsrichter Benjamin Cortus die Partie im Auer-Erzgebirgsstadion an. Schnell war dem 6.500 Zuschauern klar, das wird heute Abend ein Glücksspiel auf beiden Seiten. Auf schwierigen Geläuf versuchten die Hausherren mit einfachen Mittel sofort den Weg nach vorn. Eigentlich das richtige Rezept auf diesen Schneeboden. Müllers Sturmlauf (8.) mit Schuß neben dem Frankfurter Kasten machte Anfangs noch Hoffnung. Auch die Hereingabe von Sylvestr nach 14 Minuten, die Frankfurts Innenverteidiger Gledson im letzten Moment vor König klären konnte, nährte diese. Doch schnell war klar, das der FSV sich nicht verstecken wollte. Nach einer Viertelstunde erspielten sie sich von Minute zu Minute eine immer stärker werdene optische Überlegenheit. So mußten Klingbeil (16.) und Paulus (19.) in höchster Not retten.

Dichter Schneetreiben beim Einlauf der beiden Mannschaften. Foto: Burg


Nach 25 Minuten kamen die Schneeschipper wieder zum Einsatz, die die Linien von Strafraum und in der Mitte des Feldes vom ununterbrochenen Schneefall freilegten und dafür entsprechend vom Publikum gefeiert wurden. Schiedsrichter Cortus unterbrach für diese notwendige Maßnahme das Spiel für rund zwei Minuten. Auch danach bleiben die Gäste das aktivere Team und beschäftigen die Auer Hintermannschaft mehr als deren lieb war. Pezzoni rettet gegen Görlitz (30.) und Männel bleibt Sieger beim Schuß vom auffälligen Stark (45.). Nur einmal blitzte bei den Veilchen der spielrische Hauch vom letzten Dezember auf, als Fink gekonnt Sylvestr (34.) in Szene setzt. Doch der Slowake bleibt im lezten Moment an Schlitte hängen.

Nach dem Seitenwechsel ließ der Schneefall deutlich nach. Beide Strafräume waren in der Pause komplett geräumt und das Spiel verflachte nun etwas. Doch nach gut einer Stunde änderte sich das schlagartig: Nach einem Eckball von der rechten Seite durch Görlitz war der niederländische Stürmer Verhoek zur Stelle und köpfte zur 1:0-Führung für die Gäste ein. Ärgerlich aus Auer Sicht war die Tatsache, das der Kopfball auch nicht, vom gerade zuvor eingewechselten, Könnecke aufgehalten werden kopnnte, denn ihm flutschte der Ball durch die Beine! Fast hätte er im Gegenzug sein Mißgeschick korrigieren können. Doch eine Rückgabe von Sylvestr donnert er freistend und mit viel Rückenlage über den Kasten (64.). Aue spielte danach ein bißchen hilflos nach vorn. Es wollte nichts gelingen. Auch die erhofften Impulse vom eingewechselten Kastrati fruchteten nicht. Und wenn dann doch mal ein Abschluß gelingt, wie beim Kopfball von König (72.) gesellte sich Pech hinzu, weil Stark kurz vor der Linie rettete. In Spielen wie diesen hilft dann auch nicht ein Elfmeter. Paulus (76.) scheitert am gut regierenden Frankfurter Keeper Klandt. „In der Zweiten Liga war das heute mein erster Elfmeter den ich gehalten habe. Und das auch noch in meinem 150. Zweitligaspiel für den FSV. Das freut mich, aber ich hoffe, dass ich jetzt nicht wieder 150 Spiele lang warten muss, bis ich einen weiteren halte. Von unseren Torwarttrainer bekam ich den Tip das Paulus meistens immer diese Ecke bevorzugte und für die habe ich mich dann halt entschieden“, erklärte der FSV-Torwart die wohl entscheidene Szene aus Auer Sicht. Zum Elfmeterpfiff kam es, weil Hensel einen Ball der Frankfurter per Kopf abfang und Sylvestr damit auf die Reise schickte. Beim Versuch Heubach zu umspielen benutzte dieser die Hand. Schiedsrichter pfiff mit leichter Verzögerung und sorgte so für etwas Verwunderung auf den Rängen. Fairerweise kann man Paulus für den platziert geschossen Ball auch keinen Vorwurf halten, eher muss man Respekt zollen für Klandt, der wie eine Katze in die von ihm rechte untere Ecke abtauchte und den Ball abwehren konnte. Im Gegenzug gingen die Veilchen endgültig k.o., weil Stark (77.) eine ihm sich plötzlich bietende Chance eiskalt nutzte und zum 0-2 reinknallte. Zumindest stimmte die Moral bei Aue. König (81.) per Kopf und Sylvestr (87.) mit einem Drehschuß hielten die Hoffnung noch wach. Doch es sollte nicht sein. Einstimmig erkannte man im Auer Lager die Leistung der Gäste an. Mit, „Frankfurt war heute in den entscheidenen Momenten wacher“ (Paulus) oder „sie waren von der ersten Minute an besser drin wie wir“ (Fink) sind zwei dieser Meinugen stellvertretend genannt.

Trainerstimmen: FSV-Trainer Benno Möhlmann: „Ich denke, wir haben alle gesehen, dass es heute keine normalen Bodenverhältnisse waren und auch keine Verhältnisse, die ein super Spiel zulassen. Ich glaube trotzdem, dass wir die Situation von der ersten Minute an gut angenommen haben. Wir haben versucht, das zu spielen, was möglich ist und haben es zum einen geschafft, in der ersten Halbzeit wenig für den Gegner zuzulassen und selbst ansatzweise gut zu spielen. Die Situationen zum Tor hin haben noch nicht ganz gepasst, das ist in der zweiten Halbzeit besser geworden. Auch nach der Führung haben wir noch die eine oder andere Situation gehabt, um nachzulegen. Mit dem Elfmeter hatte das Spiel natürlich eine Wendemöglichkeit, das muss ich auch festhalten. Patric Klandt hat hier ganz hervorragend reagiert und den Ball abgewehrt. Wir konnten im Gegenzug nachlegen und ich denke, dass das Spiel damit auch durch war. Wir sind ganz klar zufrieden, dass wir aus dieser Situation mit etwas Glück und der ein oder anderen Situation, die wir überstanden haben, aber auch mit viel Einsatz und einem guten Miteinander, den Sieg verdient geholt haben.“

Karsten Baumann (Aue): "Die Frankfurter waren heute einfach besser. Vor allen Dingen auch deshalb, weil einige von meinen Spielern nicht ihr Leistungsvermögen erreichten."


Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg










Aue: Männel – Klingbeil, Paulus, Pezzoni, Schröder – Höfler (46. Hensel), Fink (65. Kastrati) – Hochscheidt, F. Müller (56. Könnecke) – König, Sylavestr

FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Schlicke, Gledson (58. Heubach), Teixera – Konrad, Stark - Görlitz (71. Yelen), Gaus (81. Leckie) - Verhoek, Jönsson

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Röthenbach a.d. Pegnitz)

Zuschauer: 6.500

Tore: 0-1 Verhoek (62.), 0-2 Stark (77.)

Gelbe Karten: - / Gledson (19.), Jönsson (72.), Klandt (75.)

Rote Karte: Teixera (84.), grobes Foulspiel gegen Hochscheidt

Besonderes Vorkommnis: Klandt (FSV) hält Handelfmeter von Paulus (76.)

Reserve Aue: Fluader – Gercaliu, Schlitte, Wiegel

Spielstatistik:
Torschüsse: 13 – 17
Ecken: 4 – 3
Flanken: 9 – 7
Abseits: 5 – 0
gewonnene Zweikämpfe: 51% - 48%
Ballkontakt: 48% - 52%
Pässe gesamt: 288 – 327

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2012/13


Fr. 3.8. - FC St. Pauli | 12.200
So. 19.8. - E. Frankfurt (Pokal)| 9.575
Mo. 27.8. - 1.FC Köln | 10.050
So. 16.9. - SC Paderborn | 8.000
Mi. 26.9. - 1.FC Union | 7.500
So. 7.10. - Regensburg | 7.400
Sa. 27.10. - VfL Bochum | 6.500
Fr. 9.11. - Braunschweig | 7.600
So. 25.11. - Hertha BSC | 11.150
Sa. 1.12. - SV Sandhausen | 6.150
Fr. 14.12. - Energie Cottbus | 7.050
Fr. 8.2. - FSV Frankfurt | 6.500
Fr. 22.2. - VfR Aalen
So.10.3. - Dynamo Dresden
Do. 28.3. - TSV 1860
12.-15.4 - Kaiserslautern
26.-29.4. - Duisburg
So. 12.5. - Ingolstadt