Spielberichte
32. Spieltag, 21.04.2012

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Sonnabend 21. April 2012
(Kick off 13.00 Uhr)



Das Zittern im Abstiegskampf geht weiter


Im 87. Pflichtspiel* trennten sich der FC Erzgebirge Aue und Dynamo Dresden 1-1 unentscheiden. Nur gegen Carl-Zeiss Jena (88) und dem FC Rot-Weiss Erfurt (93) hat man mehr Spiele ausgetragen. Dadurch hat sich Fußball-Zweitligist Erzgebirge Aue im Abstiegskampf kaum Luft verschafft. Die Mannschaft von Karsten Baumann muss weiter um den Klassenerhalt bangen. Nach zuletzt drei Niederlagen am Stück, in denen man kein Tor schoss, hat Aue mit dem Remis jetzt nur noch zwei Punkte Vorsprung auf den Relegationsplatz, der z.Zeit vom Karlsruher SC belegt wird. Nun muß eigentlich im nächsten Spiel beim MSV Duisburg auf Teufel komm raus gepunktet werden.

Vor einer stimmungsvollen Kulisse im erstmals ausverkauften Auer-Erzgebirgsstadion starteten die Gastgeber zunächst sehr offensiv, selbstbewußt und kampfbetont in der mit Spannung erwarteten Partie. Was anderes hätte in ihrer Situation gar nicht zur Debatte gestanden. Die ersten Szenen waren dann auch verheißungsvoll. Kocer (5.) traf den Ball nicht richtig und König (8.) verpaßte um Zentimeter eine Flanke von Klingbeil. Nach 17 Minuten lag der Ball dann im Dynamo Tor. Hochscheidt bediente von rechts König im Strafraum der ganz knapp im Abseits stand. Die Fahne vom Linienrichter blieb unten und so behauptete sich der bullige Sturmtank gegen drei Dresdner. Eher unfreiwillig legte er für Müller an der Strafraumgrenze zurück weil Papadopoulos ihn eigentlich anschoss. Dessen wuchtiger Flachschuss schlug links unten im Tor ein.
Die Gäste suchten zunächst vergeblich nach einer Antwort, aber die Chance zum zweiten Tor hatte sieben Minuten später der Ex-Dynamo Savran, als er aus fünf Metern am langen Pfosten nach einer Le Beau Flanke frei zum Kopfball kam und Dresdens Torwart Kirsten zu einer Glanzparade zwang. Dieses mögliche 2-0 hätte dem Gastgeber mehr Sicherheit gegeben. So ging ihr Spielfluss immer mehr verloren. Kocer (39.) mußte verletzungsbedingt das Spielfeld für Könnecke verlassen und das Geschehen spielte sich nun hauptsächlich zwischen den Strafräumen ab. Einzig Dedic (38.) setzte mit einem 17-Meter-Schuss ein Ausrufezeichen bei den Gästen. Davor hatte es schon mal Trojan (35.) aus der Distanz versucht. Als die Nachspielzeit (1 Minute) schon abgelaufen war und die Veilchen schon gedanklich in der Pause waren landete ein unnötiger Freistoß, den Hochscheidt an Dedic verursachte und von Trojan getreten wurde, genau auf den Kopf von Schuppan der sich mit dem Ausgleichsteffer bedankte.

Auer Choreo vor dem Anpfiff. Foto: Burg


Aus der Kabine kamen beide Teams mit je einen neuen Spieler. Kempe kam für den angeschlagenen Torschützen F. Müller und die Gäste ersetzten Papadopoulos für Fiel. Savran (46. und 51.) hatte zu Beginn zwei durchaus verheißungsvolle Szenen ansonsten war sein Auftritt eine einzige Enttäuschung. Die Veilchen hatten im Spiel nach vorn in der Folge ihre Probleme weil ihr Angriffsspiel immer wieder durch einfache Ballverluste ins Stocken gerät. Dynamo Stürmer Poté (55.) weckte sie wieder auf als er Lachheb stehen ließ aber Männel tauchte blitzschnell ab und angelte sich den Ball. Danach zog das Derby binnen Minuten plötzlich an. Es wurde ein packender Schlagabtausch. Erst köpfte König eine Savran Flanke aus nur vier Metern über das Tor (58.) und scheiterte wenig später mit einem Flachschuss an Keeper Kirsten (60.). Koch hatte im Angriff zuvor auf der Gegenseite die Chance zur Gästeführung. Tief durchatmen mußten die Auer Fans dann nach 69. Spielminuten. Poté nahm einen Koch-Steilpass direkt ab und knallte das Leder im Fallen an den linken Pfosten des Auer Tores. Im Gegenzug wurde Aues König dann endgültig zum tragischen Held. Nach tollen Zuspiel vom eingewechselten Curri hämmerte er freistehend den Ball über den Kasten. Es flach zu versuchen oder gar den links neben ihn noch besser postierten Hochscheidt zu bedienen wären die besseren Optionen gewesen. Zweifellos brachte Curri nach seiner Einwechslung Belebung in das Auer Spiel die zum Spielende aber wieder abebbte. Ein Treffer sollte auch ihn nicht mehr gelingen. Seine Schusschance (73.) war nicht schlecht und ging knapp übers rechte Dreiangel. Auch Könnecke (76.) hatte kein Glück weil Kirsten gedankenschnell parierte oder weil er mit dem Kopf durch die Wand wollte (83.). In der Schlußphase schienen bei Aue die Nerven zu flattern. Viel zu weit ließ man sich von den spielerisch besseren Dynamos hinten reindrücken. Bei fast jeden Angriff mußte man mit dem schlimmsten rechnen rettete sich aber irgendwie über die Zeit. So setzte es am Ende eine gerechte Punkteteilung.

Dies war auch die Meinung bei beiden Trainern. Ralf Loose war nicht unzufrieden mit dem Punkt, „weil wir im Angriff nicht die Tagesform heute hatten um das Spiel zu entscheiden“, erklärte er. Auch Karsten Baumann war am Ende froh den einen Punkt im Erzgebirge behalten zu haben. „Durch die verletzungsbedingten Wechsel von Kocer und Müller ging unserer Spielfluss verloren. In der 2. Halbzeit war es dann ein offener Schlagabtausch, wer hier das Tor macht gewinnt“.

Aue: Männel – Le Beau, Paulus, Lachheb, Klingbeil – F. Müller (46. Kempe), Hensel, Hochscheidt, Kocer (39. Könnecke) – König, Savran (66. Curri)

Dresden: Kirsten – Gueye, Brègerie, Savic, Schuppan - Koch, Solga, Papadopoulos (46. Fiel), Troja (78. Kegel) – Dedic (85. Pfeffer), Poté

Schiedsrichter: Günter Perl (Pullach)

Zuschauer: 15.000 (ausverkauft)

Tore: 1-0 F. Müller (17.), 1-1 Schuppan (45. + 2)

Gelbe Karten: Papadopoulos (3.), Koch (67.) - Savran (39.)

Reserve Aue: Flauder – Rau, Höfler

gezählt wurden die Punktspiele in der DDR-Oberliga, Regionalliga Nordost, Regionalliga-Nord und der 2. Bundesliga. Dazu kommen ein Entscheidungsspiel um den DDR-Meister am 5.7.1953 in Berlin und 6 Pokalspiele (FDGB-Pokal und Sachsenpokal).


Pressekonferenz nach dem Spiel. Foto: Burg











Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2011/12

Sa.16.7. - Aachen | 9.500
So.07.8. - Karlsruhe | 10.000
Mo.29.8. - Cottbus | 9.400
Fr.16.9. - Düsseldorf | 11.100*
Fr.30.9. - Rostock | 10.000
So.23.10. - Union Berlin | 10.100
Mi. 26.10. - Nürnberg (Pokal) | 13.000
Mo. 07.11 - Eintracht Frankfurt | 8.600
Fr. 25.11. - MSV Duisburg | 7.300
Fr. 18.12. -Ingolstadt | 6.500
Mo.20.02. - Braunschweig | 6.200
So. 04.03. - FSV Frankfurt | 9.400
Mi. 14.3. - 1860 München | 7.500
So. 18.03. - St. Pauli | 11.500
Sa. 31.03. - SpVgg Fürth | 8.700
Mi. 11.04. - SC Paderborn | 7.230
Sa. 21.04. - Dynamo Dresden | 15.000 (ausverkauft)
So. 06.05. - VfL Bochum |

*inkl. 1.000 Freikarten an Schüler