Spielberichte
24. Spieltag, 04.03.2012

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Sonntag 04. März 2012
(Kick off 13.30 Uhr)


Aue lebt und siegt in einem irrem Spiel mit sieben Toren


Der FC Erzgebirge Aue hat seine Negativserie von sieben Spielen ohne Sieg endlich beendet und feierte mit einem unglaublichen 4-3 Heimsieg gegen Konkurrenten FSV Frankfurt eine Wiederauferstehung der besonderen Art. Vier Tore im eigenen Stadion, da muss man schon einige Zeit zurückdenken. In der 3. Liga war dies im Dezember 2009 beim 4-2 Sieg gegen Offenbach zuletzt der Fall. Zwei Tore-Mann Ronny König. „Wir wollten ein Lebenszeichen setzen, das ist uns beiendruckend gelungen“. Die beiden anderen Treffer für die Hausherren besorgten Fabian Müller und Guido Kocer.

Dabei begann das Spiel für Aue etwas holprig. Die Gäste vom Main hatten in der Anfangsphase mehr vom Spiel und spielten unbekümmert nach vorn. Ihre Führung war dann auch nicht ganz unverdient, als Klingbeil Gaus von links unbedrängt flanken ließ und Görlitz (19.) unbedrängt einköpfen konnte. Er ließ Aues Torwart Männel nicht den Hauch einer Abwehrchance. Doch nicht einmal 60 Sekunden später lag der Ball auf der Gegenseite im Tor. Müller bereitete sein Tor zum 1-1 dabei selber vor. Savran ließ den Ball geschickt für ihn liegen der dann energisch verwandelte. Sofort spielte man mit mehr Mut nach vorn, den man noch im letzten Spiel in Cottbus so vermisste. Bei einem Freistoß von Kocer schraubte sich König (34.) mustergültig nach oben und köpfte gewohnt sicher zur Führung ein. Der FSV schlug aber vor der Pause zurück. Micanski stellte mit einer sehenswerten Einzelaktion, in der er erst Paulus (rutschte weg) und anschließend Männel elegant stehen ließ, den erneuten Ausgleich her (41.). Für den Winter-Neuzugang beim FSV Frankfurt war es bereits Treffer Nummer fünf. In der 45. Minute brachte Innenverteidiger Gledson die Hessen wieder in Front. Komplett alleingelassen köpfte er, nach einer Ecke von Cinaz, aus fünf Meter das Leder in die Maschen (45.). Doch auch diese Gäste Führung sollte nicht lange halten: In der Nachspielzeit glich König mit seinem zweiten Tor des Tages aus (45. +3). Geschickt setzte er, mit dem Rücken zum Tor stehend, seinen Körper gegen Gledson ein und verwandelte zum wichtigen 3-3 Ausgleich mit dem es in die Kabinen ging. Die Flanke kam per Freistoß von Hochscheidt.

Beide Mannschaften machten nach dem Seitenwechsel da weiter wo sie aufgehört hatten. Das Spiel blieb spannend. Zunächst klatschte Heitmeiers Kopfball an die Auer-Querlatte (49.) und kurz darauf visierte Hochscheidt per Linksschuss nur den rechten Innenpfosten an (52.). Die Veilchen ließen nicht locker und wurden nach einer knappen halben Stunde mit der zweiten Führung belohnt. Unter gütiger Mithilfe von Gledson schnappte sich Müller auf der rechten Außenbahn das Leder, ging bis zur Grundlinie durch und bediente mustergültig Kocer, der nur noch seinen linken Fuß hinhalten musste (57.). Vier Minuten später stand erneut Kocer im Mittelpunkt. Diesmal bei einem Freistoß, den er aber knapp über das FSV-Tor beförderte (61.). Danach wogte das Spiel auf und ab indem die Gäste in der Folgezeit aber immer mehr Spielanteile bekamen. Aue war in der Schlußphase nur noch permanent am verteidigen und hatte bei zwei Herztropfen-Szenen immenses Glück. Chrisantus (85.) und Yun (86.) verpassten den Ausgleich für die Bornheimer. In der drei Minütigen Nachspielzeit war es für Aue eine einzige Abwehrschlacht die sie aber mit viel Glück über die Runden brachten.
Vor allem Gledson da Silva Menezes, kurz Gledson genannt, dürfte sich noch lange an dieses denkwürdige Spiel von Aue erinnern. Wie ein geprügelter Hund schlich der brasilianische Innenverteidiger des FSV Frankfurt aus dem Stadion in die Kabine. Der 32 Jahre alte Manndecker stand in der Tat völlig neben sich. Alle vier Gegentreffer gingen auf seine Kappe – ein rabenschwarzer Tag für den Hünen im Abwehrzentrum der Frankfurter, den auch sein erster Pflichtspieltreffer für die Bornheimer im 65. Zweitligaspiel zur 3:2-Führung nicht zu trösten vermochte.
Für Aues Neu-Trainer Karsten Baumann war die Welt trotz der drei Gegentore zur Halbzeit zwar komplett nicht in Ordnung aber zumindest sah er den Rest positiv bei seiner Mannschaft: „Gut fand ich das die Mannschaft mutig nach vorn spielte und so die Tore erzwang. In der zweiten Halbzeit haben wir dann mit Herz verteidigt. Dieser Sieg war ungemein wichtig weil nun die Mannschaft wieder an sich glaubt.“. (Burg)



Pressekonferenz in Aue. Foto: Burg.













Aue: Männel – Le Beau, Paulus, Klingbeil, Schlitte – F. Müller (79. Kern), Hochscheidt, Schröder, Kocer (67. Hensel)– König, Savran (72. Kern)

FSV Frankfurt: Klandt – Huber, Gledson (69. Chrisantus), Schlicke, Teixera (78. Cagara), - Cinaz, Heitmeier – M. Görlitz (74. Yun), Yelen, Gaus - Micanski

Schiedsrichter: Benjamin Cortus (Nürnberg)

Zuschauer: 9.400

Tore: 0-1 Görlitz (19.), 1-1 Müller (20.), 2-1 König (34.), 2-2 Micanski (41.),
2-3 Gledson (45.), 3-3 König (45. + 3), 4-3 Kocer (57.)

Gelbe Karten: Schlitte (72.) - Cinaz (49.), Micanski (52.), Huber (80.)

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2011/12

Sa.16.7. - Aachen | 9.500
So.07.8. - Karlsruhe | 10.000
Mo.29.8. - Cottbus | 9.400
Fr.16.9. - Düsseldorf | 11.100*
Fr.30.9. - Rostock | 10.000
So.23.10. - Union Berlin | 10.100
Mi. 26.10. - Nürnberg (Pokal) | 13.000
Mo. 07.11 - Eintracht Frankfurt | 8.600
Fr. 25.11. - MSV Duisburg | 7.300
Fr. 18.12. -Ingolstadt | 6.500
Mo.20.02. - Braunschweig | 6.200
So. 04.03. - FSV Frankfurt | 9.400
Mi. 14.3. - 1860 München |
So. 18.03. - St. Pauli |
30.03.-02.04. - SpVgg Fürth |
10.04-11.04. - SC Paderborn |
20.04.-23.04. - Dynamo Dresden |
06.05. - VfL Bochum |

*inkl. Von 1.000 Freikarten an Schüler



Statistik:
Schüsse aufs Tor: 6 – 5
Ecken: 7 – 5
Flanken: 21 – 26
Ballbesitz: 45% - 55%
Pässe gelungen: 58% - 66%
Fouls: 16 – 21
Abseits: 3 – 0
Meisten Ballkontakte: Hochscheidt (45) – Huber (61)