Spielberichte
23. Spieltag, 25.02.2012

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Stadion der Freundschaft Cottbus, Sonnabend, 25. Februar 2012
(Kick off 13.00 Uhr)


Aues Negativserie hält auch in Cottbus an


Riesengrosse Ernüchterung im Auer Umfeld. Der Trainerwechsel brachte in Zahlen ausgedrückt so gut wie nichts ein. Energie Cottbus setzt sich durch den fünften Sieg! im fünften Zweitliga-Heimspiel gegen Aue ins untere Mittelfeld ab, Erzgebirge Aue steckt dagegen weiter im Abstiegskampf der 2. Bundesliga. Den Cottbusern gelang damit der lang erhoffte Befreiungsschlag nach zuletzt sieben sieglosen Spielen in Folge, auf den die Veilchen ebenso sehnsüchtig nun auch schon seit sieben Ligaspielen warten. Konnte man aus Auer Sicht froh sein zur Pause nicht höher als nur 0-1 zurückzulegen, so hatte man nach dem Seitenwechsel kurz Hoffnung auf eine Wende die dann aber nicht eintratt. Aues Torwart Martin Männel konnte einen nach dem Spiel zum wiederholten Male leidtun. Wieder schaffte es die Mannschaft nicht - zum mittlerweile 13. Mal in Folge! - den Platz ohne Gegentreffer zu verlassen. „Heute war mehr drin, wenn wir mehr Mut in die eigende Leistung gehabt hätten. Die Tore zu schießen kann uns der neue Trainer auch nicht abnehmen. Letztendlich ist es einen Charakterfrage innerhalb der Mannschaft“, hielt der Auer Torwart mit seiner Meihnung nach dem Spiel nicht hinter dem Berg.

Hatte man im Auer Lager noch gehofft der Trainerwechsel gebe endlich den erhofften Schub, so sah man sich schon in der Anfangsphase des Spiels eines besseren belehrt. Beim Cottbuser Führungstreffer nach 10 Minuten bot man den Gegner Riesen Räume durch die die Lausitzer nur noch durch zumarschieren brauchten was sie auch dankenswerterweise taten. Banovic, weit und breit ohne Gegenspieler, steckte auf Sörensen durch und der ebenfalls nicht angegriffene Däne versenkte das Spielgerät gekonnt und platziert aus 18 Meter in die Auer Maschen. Die Gäste hatten in der Folge große Probleme, sich offensiv in Szene zu setzen. Als Lila-Weissen Fan vor Ort mußte einem schon Angst und Bange werden. Nach vorn lief so gut wie nichts. Der erste Auer Eckball konnte erst in der 28. Minute notiert werden. Ohne Mühe kontrollierte Energie die Partie und wartete eigentlich nur auf Fehler des Gegners die dann auch kamen, wie Beispielsweise in der 31. Minute als Hensel im letzten Moment einen zu laschen Rückpass von Lachheb korrigieren konnte. Ausgerechnet Lachheb, der gegen den schnellen Ex-Auer Rangelov unübersehbare Probleme hatte. Obwohl zum Ende der Halbzeit hin das Spiel etwas verflachte hatten nur die Gastgeber nennenswerte Szenen, wie die von Rangelov (34.) und Kruska (37.). Mit sehr viel Glück konnte dann das fällige zweite Tor von Energie kurz vor der Pause verhindert werden: Bittencourt scheiterte zunächst, nach sehr guter Vorarbeit von Adlung, aus wenigen Metern an Keeper Männel, Sörensen traf aus drei Metern im Nachsetzten den linken Pfosten und zum Abschluss dieser „Auer Schwimmeinlage“ scheiterte erneut Bittencourt an den auf der Torlinie klärenden Auer Paulus (42.).

Die Veilchen kamen dann mit Elan und wie ausgewechselt aus der Kabine. Mit einem Mal kombinierten sie viel gefährlicher und hatten Pech, als Königs Direktabnahme aus 17 Metern nur an die Cottbuser Querlatte klatschte (49.). Die Vorarbeit kam von Hochscheidt der dann selber aus spitzen Winkel nur das rechte Außennetz traf (50.). Das Spiel nahm Fahrt auf, weil zwischen den beiden Auer Chancen Rangelov (50.) die Auer Hintermannschaft düpierte aber an Männel scheiterte.

Der Auer Aufschwung wurde jedoch unverhofft gestoppt. Lachheb wußte sich gegen Rangelov (Paß von Banovic) im Laufduell nur noch mit einem Foul (56.) knapp hinter der Strafraumgrenze zu behelfen. Neben der gelben Karte für den Innenverteidiger gab es noch Elfmeter für Energie, den Männel zunächst Klasse gegen Rangelov parierte (57.). Schiedsrichter Peter Sippel aus München sah allerdings ein zu frühes Einlaufen mehrerer Spieler beider Mannschaften in den Sechzehner und ließ den Strafstoß trotz wütender Proteste von Männel wiederholen. „Wenn dies der Maßstab sein soll bei Elfmetern dann weiß ich auch nicht. Dann müßte ja jeder Elfer in der 1. Liga wiederholt werden. Ich werde jedenfalls bei Spielen von Peter Sippel in Zukunft genau hinschauen“, konnte Aues Torwart nur mit Mühe seine Verärgerung über die Elfer Wiederholung verbergen. Der Ärger aus Auer Sicht ist durchaus nachvollziebar, weil die Cottbuser sogar nach dem gehaltenen Ball eine Nachschußchance (Sörensen) bekamen diese aber vergaben. Rangelov nutzte seine zweite Chance eiskalt (58.) und wählte im zweiten Versuch die andere Ecke.

Danach ergaben sich die Auer willenlos ihrem Schicksal, spielten trotz frischen Offensivkräften mit Kern und Curri nur noch Alibimäßig und ohne Herz nach vorne. Hensels Kopfball (73.) aus 14 Metern nach Eingabe von Curri, den Energie-Schlussmann Kirschbaum über die Latte lenkte, war die einzigste echte Möglichkeit für die Gäste. Richtig froh musste man sein das wenigstens Männel in der Schlußphase gegen die frei vor ihm auftauchenden Cottbuser Christian Müller (83. und 87.) sowie Sörensen (84.) die Nerven behielt und seine Mannschaft vor einem Debakel bewahrte. So ging auch diese angekündigte Wiedergutmachung im dritten! Anlauf (1-2, 0-0 und 0-2) nach der 0-6 Demütigung im November 2010 in die Hose.

Verständlicherweise nicht zufrieden mit dem Spiel seiner Mannschaft war der neue Aue-Trainer Karsten Baumann: "Der Sieg von Energie war verdient, vor allem aufgrund der ersten Halbzeit in der wir nach dem frühen Rückstand zu verunsichert wirkten. Wir konnten froh sein, dass wir nicht schon früher höher zurücklagen zur Halbzeit. Die ersten 15 Minuten nach dem Wechsel waren das, was ich mir vorstelle, mit dem Rest kann ich nicht zufrieden sein. Der Elfmeter hat uns dann das Genick gebrochen. Wir waren vorher im Aufwind und wurden dadurch zurückgepfiffen. Mit der Niederlage sind wir aber noch nicht abgestiegen, mit einem Sieg wären wir auch nicht gerettet gewesen." (Burg)


FC Energie: Kirschbaum – Ziebig, Möhrle, Roger, Bittroff – Kruska – Banovic, Adlung 88. Kronaveter), Bitencourt (56. Chr. Müller), Sörensen – Rangelov (72. Bilsco)

Erzgebige Aue: Männel – Le Beau, Paulus, Lachheb, Klingbeil – Schröder (62. Curri), Hensel, Kocer, Kempe (62. Kern) – Hochscheidt, König

Schiedsrichter: Peter Sippel (München)

Zuschauer: 9.442 (davon 750 Auer|Quelle: Ticketservice FC Energie)

Tore: 1-0 Sörensen (11.), 2-0 Rangelov (58. - Foulelfemter)

Gelbe Karten: - / Lachheb (57.)

Statistik:
Ecken: 4 – 5
Flanken: 24 – 19
Ballbesitz: 46% - 54%
Pässe gelungen: 67% - 66%
Fouls: 17 – 23
Abseits: 1 – 4
meisten Ballkontakte: Ziebig (64) – Le Beau (64)


Pressekonferenz in Cottbus. Foto: Burg










mitgereiste Auer Schlachtenbummler 2011/12

Fr. 22.7. - Ingolstadt | 1.000
Fr. 29.7. - Saarbrücken (Pokal) | 270
So. 14.8. - TSV 1860 München | 1.700
Sa. 20.8. - Braunschweig | 350
So. 11.9. - FSV Frankfurt | 540
Fr. 23.9. - St. Pauli | 1.200
So. 16.10. - SpVgg Fürth | 1.700
Sa. 29.10. - SC Paderborn | 350
So. 20.11. - Dynamo Dresden | 2.100
So. 5.12. - VfL Bochum | 250
So. 12.12. - Aachen | 200
So. 05.02. - Karlsruhe | 590
Sa. 25.02. - Cottbus | 750
Sa. 10.03. - Düsseldorf |
So. 25.03. - Hansa Rostock |
06.04.-09.04. - Union Berlin |
13.04.-16.04. - Eintr. Frankfurt |
29.04. - MSV Duisburg |