Spielberichte
31. Spieltag, 21.04.2011

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Sparkassen Erzgebirgsstadion Aue, Donnerstag 21. April 2011
(Kick off 18.00 Uhr)


Erster Cottbuser Sieg auf Auer Boden im 14. Anlauf


Das mit Spannung erwartete Ostderby zwischen Aue und Cottbus endete aus Sicht der Lila-Weißen mit einer großen Enttäuschung. Mit 2-1 triumphierten die Gäste von der Spree. Es war ihr erster Sieg in Aue im 14. Anlauf. Aus sportlicher Sicht geht der Sieg für Cottbus völlig in Ordnung. Völlig unverständlich schenkte Gastgeber Aue die 1. Halbzeit komplett her und überließ den Gästen das Spiel. Von der angekündigten Wiedergutmachung war weit und breit zumindest im ersten Durchgang nichts zu sehen. „In der 1. Halbzeit haben wir versagt“, sagte Hensel deutliche Worte nach dem Spiel. Im zweiten Durchgang setzte Trainer Schmitt alles auf eine Karte. Doch als das Spiel zugunsten von Aue zu kippen schien, versagten Paulus die Nerven. Er scheiterte mit einem Foulelfmeter an Energie-Keeper Kirschbaum. Zuvor hatte er drei Elfmeter in der laufenden Saison verwandelt.

Das Spiel wurde von einer 8-minütigen Spielunterbrechung in der 2. Halbzeit überschattet und dürfte noch ein „Nachspiel“ haben. In der 66. Minute flogen beim Stand von 0-1 aus den Gästeblock acht sehr laute Böller in den Innenraum des Stadions. Schiedsrichter Peter Gagelmann handelte sofort und unterbrach die Partie. Beide Mannschaften blieben auf den Rasen, nur das Schiedsrichter-Gespann verschwand zunächst in die Kabine. Als sich die Situation wieder beruhigte pfiff Gagelmann das Spiel nach 8 Minuten wieder an.

Aue um 19.22. Böller fliegen in den Innenraum. Das Spiel ist unterbrochen. Cottbuser Spieler laufen in die Gästekurve um zu schlichten. Foto: Burg

Vom Anpfiff weg kam Aue überhaupt nicht ins Spiel. Ganze drei Freistöße in Richtung Cottbuser-Strafraum von Kempe getreten in der 24., 28. und 41. Minute. Ein Eckball und eine Flanke von Hochscheidt (24. und 35.), so sah Aues Offensivspiel in der 1. Halbzeit aus. Torschüsse – Fehlanzeige! Im Prinzip spielten nur die Gäste aus der Lausitz. Adlung (6.) und Petersenen (9.) boten sich schon gute Chancen zur Führung. Männel war jeweils auf den Posten. Als Jovanovic (17.) an einer Eingabe von Sörensen vorbeirutschte, fragten sich die Auer Zuschauer: Wer ist denn hier eigentlich der Hausherr? Paulus reagierte gegen den völlig frei gespielten Jovanovic (21.) blitzschnell und verhinderte Ärgeres. Adlung bestrafte dann aber wenig später Aues Passivität. Einen schnell ausgeführten Freistoß von Kruska vom eigenen Strafraum landete bei Adlung, der den indisponierten Le Beau alt aussehen ließ. Sein Heber aus vollem Lauf landete im Netz von Männel. 0-1 nach 25 Minuten und Hochverdient zu diesen Zeitpunkt. Auch danach ging kein Ruck durch die Mannschaft. Cottbus führte den Tabellenfünften zeitweise vor. Sie fanden keinerlei Spielrythmus. Für den zweiten Durchgang konnte man aus Auer Sicht nur auf Besserung hoffen.

Aue um 19.26 Uhr. Das Spiel ist unterbrochen. Beide Mannschaften warten auf eine Entscheidung wie es weitergeht. Foto: Burg

Aues Trainer sah sich gezwungen schon zur Halbzeit zu wechseln. „Die 1. Halbzeit war von uns ein Grottenkick, eine absolute Grütze. Ein Riesenkompliment geht an unsere Zuschauer, wie sie trotz der schwachen ersten Halbzeit hinter unserer Mannschaft standen“, fand Rico Schmitt deutliche Worte zur unterirdischen Leistung seiner Mannschaft. Er brachte Curri und Braham für Le Beau und Schröder. Sofort wollten die Veilchen versäumtes nachholen und versuchten den Gegner unter Druck zu setzten. Jetzt spielte man alles oder nichts mit viel Leidenschaft. Positiv war, das die Zuschauer noch an die Wende glaubten und bedingungslos hinter ihren Lieblingen standen. Die Stimmung war phantastisch trotz des Rückstandes. Als Paulus (56.) einen Cottbuser in dessen Strafraum anschoß, wollten alle einen Elfer. Den pfiff dann Schiedsrichter Gagelmann fünf Minuten später wenn auch mit „etwas“ Verzögerung. Nach schönem Spielzug von Curri und Hochscheidt wurde Hensel im Straraum von Ziebig förmlich umgerannt. Das Paulus schießen würde war sonnenklar. Dreimal hatte er schon vom Punkt in dieser Saison getroffen. Doch diesmal hatte er kein Glück, sonst wäre das Spiel gekippt. Kirschbaum ahnte die linke Ecke, vom Schützen aus gesehen, oder entschied sich unglücklicherweise gerade für diese und hielt den scharf geschossenen Ball (62.). Danach köpfte der eingewechselte Glasner (63.) knapp am Tor vorbei nach Freistoß Kempe und im Gegenzug schoß Petersenen (64.) Klingbeil an aus sehr guter Schußposition. Danach wurde der Fußball von Idioten unterbrochen. Nach der Unterbrechung war auf beiden Seiten der Schwung dahin. Aue rannte irgendwie meist planlos an und hatte Glück das Schlitte (war bereits verwarnt aus der 26.Minute) beim Handspiel (83.) nicht wieder die gelb-rote Karte sah. Curri wollte in einigen Szenen mit dem Kopf durch die Wand. In der zehn minütigen Nachspielzeit wurde Hochscheidts schönes Solo (90. +3) nicht belohnt. Cottbus war an diesen Tag einfach abgezockter. Reimerink tanzt Schlitte aus. Sein Schuss prallt von der Latte genau Petersenen (90. + 5) vor die Füße der den Ball einfach ins Auer Tor nagelte. Nach dem Anschlußtreffer von Paulus (90. + 7) keimte nochmal Hoffnung auf im Auer Lager. Ein Curri-Ecke köpfte er völlig freistehend aus dem Stand ins Tor. Mehr als ein überhasteter Volley Versuch von Curri (90. + 10), der ihm aber über den Spann rutschte, sprang dann nicht mehr heraus.

Aue um 20.38 Uhr. Die Pressekonferenz in Aue geht ohne den Cottbuser Trainer Claus-Dieter Wollitz weiter. Foto: Burg

Nach dem Spiel kam es zur Pressekonferenz zum Eklat. Energie-Coach Claus-Dieter Wollitz wurde eigenen Angaben zufolge auf dem Weg zur Pressekonferenz von Auer Fans angepöbelt. Bei der Fragerunde mit den Journalisten platzte Wollitz dann endgültig der Kragen. Als er die Vermutung äußerte, dass die verantwortlichen Chaoten womöglich nicht aus dem Cottbuser-Fanlager stammen können („aus welchem Lager auch immer“), erntete er ein hämisches Lächeln."Ich werde beleidigt, beleidigt, beleidigt und für meine Statements ausgelacht. Ich habe keinen Bock mehr darauf", sagte Wollitz und verließ daraufhin frustriert die Pressekonferenz.
Zuvor hatte er sich für die Ausschreitungen entschuldigt. „Ich habe Szenen gesehen, wie ich sie noch nie gesehen habe. Unsere eigenen Spieler wurden aus der Kurve beschossen. Wenn sich Fans einschummeln, egal woher, finde ich dies abartig“, sagte Wollitz. (Burg)


Aue: Männel – Le Beau (46. Braham), Paulus, Lachheb, Klingbeil – Schröder (46. Curri), Hensel – Hochscheidt, Kempe, Schlitte – Kern (56. Glasner)

Cottbus: Kirschbaum – Bittroff, Hünemeier, Brzenska, Ziebig – Kurth (65. Roger), Kruska, Adlung (90.+2 Reimerink), Jovanovic (74. Jula) – Petersen, Sörensen

Schiedsrichter: Peter Gagelmann (Bremen)

Zuschauer: 14.000

Tore: 0-1 Adlung (25.), 0-2 Petersen (90. + 5), 1-2 Paulus (90. + 7)

Gelbe Karten: Schlitte (26.), Braham (90.) | Kruska (34.), Adlung (87.)

Besondere Vorkommnisse: 8 minütige Spielunterbrechung wegen Böller aus dem Gästeblock.

Kirschbaum (Cottbus) hält Foulelfmeter von Paulus (62.)


Spielstatistik:
Ecken: 6-5
Flanken: 24-21
Ballbesitz: 55% - 45%
Abseits: 0-1
meisten Ballkontakte: Klingbeil 77 – Ziebig 75

Bilanz Aue vs. Cottbus (inkl. FDGB-Pokal)
Spiele 27
Siege13
Remis 6
Niederlagen 8
Tore: 42-33

Zuschauer im Erzgebirgsstadion 2010/11

Fr.27.08. – Bochum 1-0 | 10.500
So.19.09 - Duisburg 1-0 | 10.100
So. 03.10. - Augsburg 3-2 | 10.600
Mo. 25.10. - Oberhausen 2-0 | 7.200
Fr. 05.11. - Düsseldorf 1-0 | 11.600
So. 21.11. - Aachen 2-1 | 10.636
So. 05.12. - Ingolstadt 1-1 | 7.300
Di. 18.01. - Paderborn 1-0 | 8.050
Fr. 28.01. - Osnabrück 0-1 | 7.700
Di. 01.02. - Frankfurt 3-1 | 7.150
Mo.14.02. - 1860 München 1-0| 8.200
So. 20.02. - Bielefeld 3-0 | 9.200
So. 06.03. - Union Berlin 0-0 | 15.000
So. 20.03. - Fürth 0-0 | 12.100
Do. 21.04. - Cottbus 1-2 | 14.000