2015 Dezember - Tagebuch Stadionumbau Aue 2015-17

09.12.2015 - Die Baugenehmigung wurde erteilt. Damit ist eine gesicherte rechtliche Grundlage für die Durchführung des Bauvorhabens gegeben.

11.12.2015 – Mit einer feierlichen Veranstaltung wurde im Beisein zahlreicher Gäste aus Politik, Sport und Gesellschaft der offizielle Baustart vollzogen. Als symbolischer Baustart für das Vorhaben wurden anstatt des üblichen Spatenstichs, Hammerschläge auf ein paar alten Betonstufen aus Block O/P feierlich vollzogen. Die symbolischen Hammerschläge setzten Stadion-ARGE-Chef Ronny Erfurt, Sparkassen-

Feierliche Veranstaltung am 11. Dezember 2015. Damit wurde der offizielle Baustart vollzogen. v.l.n.r: Ronny Erfurt (Geschäftsführer des Generalplaners Arge Stadion Aue), Roland Manz (Vorstandsvorsitzender der Erzgebirgssparkasse), Landrat Frank Vogel, Helge Leonhardt (Präsident des FCE), Heinrich Kohl (OB Aue) und Reinhard Lange aus Bad Schlema (er war stellvertretend für das große Veilchen-Fanlager anwesend). Foto: Olaf Seifert
Vorstandsvorsitzender Roland Manz, Erz-Landrat Frank Vogel, FCE-Präsident Helge Leonhardt, Aues Oberbürgermeister Heinrich Kohl und Veilchen-Fan Reinhard Lange und gaben somit den Startschuss für den zwei Jahre dauernden Umbau zur modernen Arena mit 16.500 Plätzen. Für die musikalische Umrahmung der kleinen Festveranstaltung sorgte das Bergmannsblasorchester Kurbad Schlema.
Mit dem Umbau, der eigentlich ein Neubau ist, wird laut Helge Leonhardt eine Vision wahr. Der Präsident des FC Erzgebirge Aue sprach von einem historischen Tag. "Für den Landkreis, die Stadt und unseren geliebten Fußballclub. Wir schaffen die Rahmenbedingungen für die weitere Existenz des Profifußballs im Erzgebirge." Landrat Frank Vogel blickte noch einmal zurück. "Auf den FCE konnten wir eigentlich immer stolz sein, auf den Zustand des Stadions zunehmend nicht mehr." Auf der Mitgliederversammlung 2010 habe er erstmals darüber gesprochen, dass der Landkreis als Eigentümer der Arena nicht immer mit kleinen Investitionen auskommen würde. Ohne an einen Neubau zu denken. Nun habe das eigentliche Verfahren zweieinhalb Jahre gedauert, und viele Hürden seien zu meistern gewesen, so Vogel.

15.12.2015 – Spiel 1 auf der Stadionbaustelle. Im DFB-Pokal

Testspiel gegen Hof auf der Stadionbaustelle am 8. Dezember 2015. Foto: Burg
unterliegt der FC Erzgebirge Aue dem Zweitligisten 1.FC Heidenheim mit 0-2. Die Stadionkapazität ist auf knapp über 10.000 gesunken. Etwas mehr als 5.000 Plätze sind nicht mehr vorhanden. Eigentlich gab es schon sieben Tage vorher (8.12.) ein Spiel auf der Baustelle. In einem kurzfristig angesetzten Trainingsspiel mit offiziellen Charakter, behielt Aue gegen Bayernligisten SpVgg Bayern Hof mit 6-1 die Oberhand. Das Spiel ging nur über vorab vereinbarte zweimal 40 Minuten und fand unter Flutlicht statt. Auch das Pokalspiel gegen Heidenheim fand unter Flutlicht statt. Die Auer Fans mußten von ihren alten liebgewordenen Blöcken, die es ja nun nicht mehr gab, in den Gästeblock F/G ziehen. Ein ganz neues Gefühl. Zum letzten Mal ist die Anzeigetafel in Betrieb. Der kleine 10 Meter breite Reserve-Stehplatzblock B erfüllt zum ersten Mal seinen Zweck. Die beiden Stehplatzblöcke A/B, unterhalb der Anzeigetafel, waren seit Ende Februar 1988 im Einsatz. Zum Rückrunden-Auftakt in der Oberliga Saison 1987/88 durften sie beim Heimspiel gegen Lok Leipzig zum Ersten Mal benutzt werden. Sie hatten beide zusammen eine Kapazität von 3.150 Zuschauer.

19.12.2015 – Letztes Punktspiel im Jahr 2015 im Stadion. Aue gewinnt gegen den Tabellenzweiten Großaspach mit 2-0. Zum ersten Mal bleibt die Anzeigetafel dunkel. Zwei Auer stimmt das Aus besonders wehmütig: Nicole und Jens Sobe. Die Geschwister haben sich unter anderem um die Computerprogramme für die Videowand und die grafische Gestaltung der Einblendungen gekümmert. "Am Mittwoch vor dem Großaspach-Spiel erfuhren wir per SMS, dass sozusagen die Lebensader unserer Anzeige

19. Dezember 2015-Letztes Heimspiel im Jahr 2015 auf der Baustelle gegen Großaspach. Foto: Burg
durchtrennt worden ist. Wir gingen eigentlich davon aus, dass sie für diese Partie noch eine Gnadenfrist erhält", berichtet Jens Sobe und ergänzt: "Wir waren schon traurig - nach all den Jahren. Wir haben ja viel Zeit reingesteckt, da hängt man dann auch dran." Deshalb will er sich unbedingt ein Stück der Anlage als Andenken sichern. Denn wie das Landratsamt als Stadioneigentümer bestätigt, ist keine weitere Verwendung vorgesehen. Die Teile werden entsorgt. Die Anzeigetafel ging am 1. Juli 1989 bei der Intertoto Partie Wismut Aue gegen Örgryte IS Göteborg (0-1) in Betrieb. 15 Jahre später wurde diese dann umgebaut. Auf das Fundament der alten Anzeige wurde eine Stahlkonstruktion aufgesetzt, in der die neue Videowand des Erzgebirgsstadions ihren Platz fand. Neu war diese gar nicht. Hatte sie doch zuvor bereits das Publikum in einem der wohl berühmtesten Fußballtempel Deutschlands über Spielstände, Auswechslungen und Tore informiert - im Parkstadion in Gelsenkirchen. Die Schalker hatten 2001 ein neues Stadion bekommen, und die Anzeige war sozusagen übrig", erinnert sich Bertram Höfer, der sich seit der Wende bei den Veilchen in verschiedenen Führungsfunktionen ehrenamtlich eingebracht hat, unter anderem viele Jahre als Vizepräsident. "Wir sind damals bei der Victoria eingeladen gewesen, haben uns für das Teil interessiert und es angeboten bekommen. Dem Verhandlungsgeschick einiger Leute von uns war es zu verdanken, dass wir die Videowand auch bekommen haben und die Victoria am Ende sogar das Gros der Kosten übernommen hat", berichtet Höfer und schmunzelt. Um wie viel Geld es seinerzeit ging, daran will er sich indes nicht erinnern. Im Lößnitztal ist anzeigetechnisch nun erst einmal Handbetrieb angesagt. Ein Provisorium prangt seit dem Großaspach Heimspiel an der Fensterfront des Sprecherraumes auf der Haupttribüne.

letzte KW 2015 – In den letzten Tagen des Jahres 2015 wurde das milde Wetter genutzt um den Rückbau des nördlichen Teils der Westtribüne

23. Dezember 2015 - Feiertagsruhe auf der Baustelle. Foto: Burg
bis zur geplanten Grenze am Block M an der Haupttribüne abzubrechen, die Heizungsverteilung der Haupttribüne und der Rasenheizung in das Verwaltungsgebäude umzusetzen und eine neue Anschlussleitung für die verbleibende Rasenheizung aufzubauen. Ebenso sind umfangreiche Erdarbeiten mit Kabelverlegungen im Bereich der Umfahrungsstraße erforderlich, auch um den Flutlichtmast Nr. 4 in Betrieb halten zu können. Nach dem letzten Heimspiel am 19. Dezember 2015 gegen Großaspach musste auch die Rasenheizung außer Betrieb genommen werden.

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